Donnerstag, Februar 15, 2018

Meine Meinung zu "Wortwächter" von Akram El-Bahay


Produktdetails:
ISBN: 978-3-7641-9217-4
Titel: Wortwächter
Seitenanzahl: 400
Lesealter: Ab 11 Jahren
Üeberreuter-Verlag 
Im verwinkelten Anwesen seines Onkel David gibt es weder Internet noch einen Fernseher, nur jede Menge Bücher – absolut langweilig, findet Tom. Da stößt er im Keller auf etwas höchst Seltsames: eine Buchseite, auf der wie von Zauberhand Worte erscheinen und wieder verschwinden. Sie scheinen genau das zu erzählen, was er gerade sieht, denkt oder tut – und warnen ihn, sich rasch zu verstecken. Tatsächlich: Im selben Moment erscheint ein Fremder und entführt Toms Onkel. Ehe er sich's versieht, steckt Tom in einem Abenteuer, in dem ein alter Geheimbund, die Statuen berühmter Autoren und ein lesehungriges Mädchen eine große Rolle spielen. Vier Rätsel muss er lösen und an weit verstreuten Orten vier Teile einer mächtigen goldenen Feder finden, um großes Unheil zu vermeiden und Onkel David zu retten ...

Die Schreiber und die Lesenden.


Ja, du solltest Angst haben, Tom.
Denn dies ist kein Film.
Nein, dies sind Worte.
Und Worte sind die gefährlichsten Dinge der Welt! 
Viele Menschen gehen gerne zu besonderen Medien, um zu erfahren, was das Leben ihnen noch bringen wird. Was jedoch wenn man alles, was einem widerfährt, auf einem Blatt Papier lesen könnte? Ja, man sogar zuschauen könnte, wie die Worte geschrieben werden? Ihr denkt, das ist nicht möglich. Ich möchte jetzt wirklich nicht naseweis rüber kommen. Es ist möglich! Seitdem ich die Bekanntschaft mit Tom und den Wortwächtern gemacht habe, weiß ich es.

Tom ist ein Teenager, der sein Smartphone über alles liebt. Daher fällt es ihm besonders schwer, auf dem Anwesen seines Onkel David 6 Wochen Zwangsurlaub machen zu müssen. Ohne Handyempfang!!!! Seine Eltern holen ihre Hochzeitsreise in Paris nach. Ok, da würde er nie dabei sein wollen. Den eigenen Eltern beim Turteln zuschauen? Peinlich!
Toms Mutter erzählte ihm von jeher ganz stolz, dass ihre Familie von William Skakespeare abstammt. Tom hofft, dass Onkel David genauso cool ist, wie sein Onkel George, der leider verreist ist. Er wird von dem etwas steif wirkenden Will abgeholt und zum Anwesen in Stratford-upon-Avon gefahren. Will ist ein komische Kauz, mit einem sonderbaren Bart und Frisur. Seine Art zu sprechen passt in einen klassischen Film. Er spricht Tom mit "Gnädiger Herr" an. Tom schwant Fürchterliches. 
David ist auch nicht recht viel besser. Er zeig ihm das Haus. Es gibt dort viele Bücher. Tom hat in diesem komischen Haus ein Summen in den Ohren. Von seinem Smartphone kann es nicht stammen. Er hat keinen Empfang. Einen Fernseher sucht er auch vergeblich.  Ein starkes Gewitter raubt Tom den Schlaf. Er schleicht sich in die Bibliothek. Was er da erlebt, lässt ihn an seinem Verstand zweifeln. Ein leeres Blatt Papier schreibt seine Gedanken auf. Wie aus dem Nichts erscheinen Buchstaben, die ihn vor unheimlichen Besuchern warnen. Er versteckt sich und hört, wie zwei unheimliche Typen seinen Onkel entführen. Es gibt im ganzen Haus keinen Strom. Warum brennt dann die Lampe auf dem Tisch in der Bibliothek?

Tom wollte schon immer mal ein großes Abenteuer erleben. Mit dem sonderbaren Will und der hübschen Josephine macht er sich auf den Weg, um seinen Onkel und Josephines Vater zu retten. Dass Josephine kommt, hat er auf dem mysteriösen Blatt Papier gelesen! Merkt Ihr es? Tom hat nun sein Abenteuer!
Josephine weiß sehr viel mehr als Tom. Sie weiß um die Geheimnisse der Wortwächter. Sie hält Tom für einfältig. Sie ist eine Leseratte. Ja sogar die unheimliche Schrift macht Bemerkungen, wie "dümmlich" Tom aussieht, wenn er den Mund offen stehen lässt. Tom mag Bücher bei weitem nicht so gerne, wie sein Smartphone. 
Wills unmögliches Aussehen hat auch einen Grund. Als steinernes Abbild von William Skakespeare  ganz normal, finde ich .....

Diese Geschichte glänzt mit Humor, Spannung und skurrilen Protagonisten. Man begegnet sämtlichen verstorbenen Berühmtheiten. Da fiel mir der Spruch ein: >>Es ist nicht alles in Stein gemeißelt.<< Vieles aber schon. Besonders die verstorbenen Berühmtheiten. Was aber nicht bedeutet, dass einer von denen mal seine Klappe hält!
Vielmehr sind sie Schreiber und Leser und geben so manche Weisheit von sich. Auf der Suche nach der berühmten goldenen Feder, zeigen die steinigen Zeitgenossen, ihr wahres steiniges Gesicht. 
Tom und Josephine können ihre Lieben nur dann befreien, wenn sie die goldene Feder finden. Die goldene Feder besteht aus mehreren Teilen. Die verschiedenen Teile wurden in London, Paris und Amerika versteckt.
Wusstet Ihr eigentlich, das unter der großen Glocke "Big Ben" eine Bibliothek versteckt ist ........ ?

Die Idee ist nicht ganz neu, jedoch vom Autor neu erfunden und fabelhaft umgesetzt. Die Protagonisten sind größtenteils "steinalt!"! Die beiden Teenager Tom und Josephine behaupten sich in der Welt der "Wortwächter!" 

Die verschiedenen Umgebungsbeschreibungen vermitteln einem das Gefühl in London, Paris und Amerika dabei zu sein. 
Viel Lug und "Tinte" erschweren oftmals die Suche nach den Entführten.
Witzige Dialoge bringen einen oft zum Schmunzeln. Vor allem das hochnäsige, selbst schreibende Blatt Papier geizt nicht mich bissigen Kommentaren.
Der Schreibstil ist flüssig, jugendlich und in der dritten Person geschrieben.
Mich konnte der Autor wieder einmal von Anfang an abholen.
Ich habe übrigens seit drei Tagen ein leeres Blatt Papier auf dem Tisch liegen ......

Eine uneingeschränkte Empfehlung von mir, für alle Altersgruppen.

Danke Akram El-Bahay

>>Selbst in toten Büchern steckt eine ungeheure Magie.<< (Seite 95 auf dem Reader)

>>Es gibt keinen Ort auf dieser oder einer anderen Welt, den du nicht in einem guten Buch bereisen kannst.<< (Seite 120 auf dem Reader)

>>Der Feind meines Feindes ist mein bester Freund.<< (Seite 144 auf dem Reader)



Akram El-Bahay hat viele Jahre als Journalist gearbeitet und schreibt nun mit Vorliebe Bücher, die ebenso märchenhaft wie fantastisch sind. Nicht selten finden sich in ihnen orientalische Motive - ganz so, wie es sich für Geschichten eines Halbägypters gehört. Für sein Debüt erhielt er 2015 den Seraph.




Kommentare:

  1. Guten Morgen!

    Ich wurde ja schon auf facebook bei dir neugierig auf dieses Buch. Was ich nun lese gefällt mir sehr gut. Ich mag die Illustration des Covers und der Klappentext klingt wirklich zuckersüß. :) Schön, dass dir die Geschichte so gut gefallen hat! Ich werde es auf jeden Fall auf meien WuLi setzen.

    Liebste Grüße
    Nina von BookBlossom

    P.S.: Auf meinem Blog läuft gerade eine Verlosung. Ich würde mich freuen, wenn du mitmachst!

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  2. Hallo Nina

    Das ist nun das dritte Buch, welches ich von dem Autor gelesen habe. Ich fand sie alle gut. Dies ist jedoch mein Liebling bisher. Es ist ab 11 Jahren. Also nicht die härteste Fantasy. Lies einfach mal rein.

    Liebe Grüße,
    Gisela

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  3. Hallöchen Gisela,

    was bitte gibt es dort? Ein hochnäsiges, selbstschreibendes Blatt Papier? ^^. Deine Rezension hört sich ganz wunderbar an. Ich pack das Buch direkt auch meine Wunschliste. Danke für die Vorstellung!

    LG
    Anja

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  4. Liebe Anja

    Du hast richtig gelesen. Ein wirklich süßes Buch, bei dem ich oft schmunzeln musste.


    Liebe Grüße,
    Gisela

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  5. Hallo Gisela, Deine Rezension ist wieder einmal sehr ausführlich und sorgfältig verfasst . Danke :-) . Dieses Buch erinnert doch sehr an *Die unendliche Geschichte* von Michael Ende. Ich liebe es und möchte mir diese schönen Erinnerungen nicht verfälschen lassen. Das Fazit für mich lautet aus diesem Grund: Nicht lesen!
    GLG Angela

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    1. Danke Angela für dein nettes Feedback.

      Ich denke, es hat nur minimal etwas mit der unendlichen Geschichte zu tun. Das ist eine ganz andere Geschichte.

      Liebe Grüße,
      Gisela

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  6. Hallo liebe Gisela,
    das ist ein ganz bezauberndes Buch und habe ich umgehend auf die Wunschliste gesetzt.
    Ich glaube mit dem Buch wird man tolle Lesestunden haben.
    Danke für die Vorstellung.
    Einen wundervollen Abend
    Andrea

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    1. Hallo Andrea

      Ich könnte mir wirklich auch vorstellen, dass dich das Buch begeistern wird.

      Liebe Grüße,
      Gisela

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  7. Das klingt ganz nach einem Buch für mich, liebe Gisela. Aber bis zum 23. muss ich noch warten. Es ist ja noch nicht erschienen.

    Liebe Grüße, Anne

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    1. Guten Morgen Anne

      Das Buch gibt es seit heute. Wenn dir Fantasy gefällt, bist du hier richtig.

      Liebe Grüße,
      Gisela

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    2. Du hast Recht Anne. Da hab ich mich ja total verschaut!

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    3. Ich war auch grad am Gucken, ob ich mich vertan habe. Fantasy ist in der Regel ja nicht meine Richtung, aber wenn da Bücher mitspielen :-)

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  8. Liebe Gisela,
    das ist eine schöne Buchbesprechung! Ich war ja total begeistert von der "Flammenwüste"-Trilogie des Autors. Habe sie regelrecht (als ungekürzte Hörbücher) verschlungen. Kennst du sie?
    Dieses Buch hier werde ich deshalb auch auf meine Wunschliste setzen. Das könnte mir gefallen!
    GlG, monerl

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  9. Guten Morgen Monerl

    Nein, die Trilogie kenne ich noch nicht. Die Betonung liegt in "NOCH!"
    Ich denke auch, dass die Wortwächter gefallen wird.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Gisela

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