Freitag, Januar 26, 2018

Meinung zu "Der Schein" von Ella Blix

Cover und Klappentext: WERBUNG! bücher.de


Alina ist neu auf dem Internat Hoge Zand auf der kleinen Ostseeinsel Griffiun. Eines Nachts sieht Alina aus einem der Turmzimmer ein dunkles Schiff am Horizont, das seltsame Blitze über das angrenzende Naturschutzgebiet schießt. Auf der Suche nach Antworten trifft sie in den Dünen auf Tinka, der sie sich sofort auf unheimliche Weise verbunden fühlt. Das Mädchen mit der seltsamen Ausrüstung weiß viel mehr, als sie wissen dürfte und verschwindet immer wieder spurlos. Als Alina mit Hilfe der Lonelies, ihrer neuen Freundes-Clique, versucht, den Rätseln der kleinen Insel auf die Spur zu kommen, macht sie eine Entdeckung, die alles in Frage stellt, was sie jemals für wahr gehalten hat ....



Der Schein trügt!


Eigentlich hätte mir Alina (16) leid tun sollen. Sie musste von ihrem heißgeliebten Berlin für ein halbes Jahr auf die kleine Ostseeinsel Griffun, um dort ein Internat zu besuchen. Da ich ein großer Ostsee-Fan bin, konnte ich kein Mitleid aufbringen. Viel eher habe ich Alina beneidet.
Aber was tut ein so junges Mädchen auf einer einsamen Insel, mit schlechten Handyempfang? Wie soll sie mit ihrer großen Liebe in Berlin skypen? Der PC-Raum ist sehr oft besetzt. Alina entdeckt in der Mensa einen Aushang: Wer das beste Foto schießt, darf den PC-Raum eine Zeit lang öfter benutzen.

Auf der Insel gibt es ein Naturschutzgebiet. Dort soll es gefährliche Ur-Rinder geben. Im Internat wird ihnen ein angsteinflössendes Video gezeigt, welches das Verbot das Gebiet zu betreten, unterstreichen soll. Alina wäre nicht Alina, wenn sie dieses Verbot befolgen würde. Sie unternimmt Nachts ein Wanderung zu dem Gebiet, um ein tolles Foto zu schießen. Dort trifft sie die eigenartige Tinka, die bei den Dünen in einem Zelt campiert. Alina fühlt sich auf eine unerklärliche Art zu dem sonderbaren Mädchen hingezogen. 
Die Sitten, die im Internat herrschen, findet Alina unbegreiflich. 

Alina konnte ich von Anfang an gut leiden. Mir gefiel ihre humorvolle Art, die sie gerne hinter einer schroffen Fassade versteckte. Jeden Tag verewigte sie ihre Gedanken in einem Heft. Sie schrieb es immer mit du an. Sie kam mir sehr charakterstark vor. Verfolgte ihre Ziele ohne Wenn und Aber.  Nachdem sie im Internat die Lonelies kennengelernt hatte, war sie nicht mehr alleine. Sie hatte nun Menschen um sich, die ihre Liebe zum Verbotenen teilten. Die Lonelies sind Schüler, die die meiste Zeit an den Wochenenden im Internat verbringen, da ihre Eltern keine Zeit für sie haben. Alinas Vater hatte leider keine Möglichkeit Alina an den Wochenenden zu holen, da er ein wichtiges Projekt in der USA betreuen musste. 
Alina verlor als kleines Mädchen ihre Mutter. Lange Zeit hielt der Vater die Wahrheit zurück. Ihre Oma war ihr von jeher eine große Stütze.
Die Mutter einer Mitschülerin hatte immer das Gefühl, Alina zu kennen ....

Ich habe diese Geschichte sehr gerne gelesen. Die Lonelies passten sehr gut zu Alina. Ihre Zimmermitbewohnerin hatte für jedes Übel ein Kraut. Ihre Zimmerhälfte mutete wie ein Kräutergarten an.  Viele Rätsel rankten um das Naturschutzgebiet und einem großen schwarzen Schiff. Geheimnisse um ihre Mutter verliehen der Geschichte etwas Übersinnliches. 
Den Schreibstil empfand ich erfrischend jugendlich. 
Die Geschichte enthält Wendungen, mit denen ich im Leben nicht gerechnet hätte. 


Diese abenteuerliche Internatsgeschichte besticht durch Protagonisten, von denen jeder einzelne absoluten Erkennungswert hat. Das Autorenduo versteht es, Spannung aufzubauen. Das Setting ist wunderbar gewählt. Ostseeliebhaber kommen voll auf ihre Kosten. Ein atemberaubendes Finale macht es einem unmöglich, das Buch zur Seite zu legen. Das Cover in ist eine Augenweide.
Eine uneingeschränkte Empfehlung von mir. 


Alina mag keine bunten Farben. Sogar ihre Unterwäsche färb sie schwarz um. >>Ich habe nie verstanden, warum Bettwäsche bunt sein muss. Die Nacht ist auch nicht bunt.<< (Seite 55)

Danke Ella Blix

Ella Blix ist das offene Pseudonym von Antje Wagner und Tania Witte. Antje Wagner lebt in Hildesheim und Potsdam. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung nahm sie 2012 in den Kanon der 20 besten deutschsprachigen Autoren unter 40 Jahre auf. Mit ihren Jugendbüchern UNLAND, SCHATTENGESICHT, VAKUUM hat sie sich bereits einen Namen gemacht und steht für außergewöhnliche Mysteryromane. Antje Wagner ist gerne und viel auf Lesungen unterwegs und erhielt bereits mehrfach Stipendien. Tania Witte ist Medienpädagogin und Erwachsenenbildnerin und lebt in Berlin und den Haag. Sie schreibt – am liebsten Romane und Kurzgeschichten. Sie erhielt diverse internationale Stipendien und unter anderem zuletzt den Martha-Saalfeld-Förderpreis (2017). Ihre Kolumne im ZEITmagazin wurde 2016 mit dem Felix-Rexhausen-Sonderpreis ausgezeichnet. Außerdem ist Witte Teil diverser interdisziplinärer Kunstkooperationen und leidenschaftliche Spoken-Word-Performerin.

Lest bitte diese Rezi von "Worldofbookanddreams"









Kommentare:

  1. Hört sich nach einem coolen Buch unter Decke an :)) Danke für´s vorstellen
    LG heidi

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    1. Gerne Heidi. Die Geschichte hat unheimlich Spaß gemacht.

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  2. Hallo liebe Gisela,

    oh ja, dieses Buch ist so toll und liest sich auch super. Da merkt man gar nicht, wie schnell die Seiten verfliegen. Alina mochte ich auch und fühlte auch am Anfang sehr gut mit ihr mit. Die Stimmung passte perfekt zu einer sechzehnjährigen und die Wandlung, die sie macht, fand ich richtig gut dargestellt.

    Liebe Grüße
    Silke

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    1. OHJA Silke. Das Buch war in jeder Hinsicht toll. Ich bin von der Zielgruppe weit entfernt. Nichtsdestotrotz konnte es mich begeistern. Die Autorinnen lieben junge Menschen. Das merkt man einfach. Ich kann mich an meiner Jugend gut erinnern. Die Geschichte war für mich, als ob ich sie selber erlebt hätte. Vor vielen vielen Jahren ....

      Liebe Grüße,
      Gisela

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