Sonntag, Januar 07, 2018

Meine Meinung zu "Die Antwort kennt nur der Wind" von Johannes Mario Simmel! Challenge: Kommt, Lasst uns einen Klassiker lesen!

Cover und Klappenext: Amazon
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Klappentext

Die Jacht eines deutschen Bankiers fliegt in die Luft. Robert Lucas, Angestellter der Gesellschaft, bei der die Jacht versichert war, wird losgeschickt, um Licht in das Dunkel dieser Katastrophe zu bringen. Damit bereits ist sein Schicksal ebenso vorgezeichnet wie das der jungen Malerin Angela Delpierre, der Lucas in Cannes begegnet. 

Rätselhaftes und Unheimliches, aber auch das Wunder der übermächtigen Liebe zweier Menschen geschieht in der paradiesisch schönen Landschaft der Côte d'Azur: zwei Liebende und ein halbes Dutzend der Mächtigsten dieser Erde sind verstrickt in ein Netzwerk von Leidenschaft und Verbrechen, aus dem es keinen Ausweg mehr zu geben scheint.



Das 1. Buch aus meiner Challenge "Kommt, lasst uns einen Klassiker lesen!"

Für das Jahr 2018 habe ich mir vorgenommen, jeden Monat einen Klassiker zu lesen. Im Januar habe ich mit meinem Lieblingsbuch von Simmel begonnen.


Zum Inhalt

Als ich 11 Jahre alt war, habe ich die bittersüße Liebesromanze von Robert Lucas und Angela Delpierre zum ersten mal gelesen. Die Liebesgeschichte konnte mich vor vielen Jahren schon in ihren Bann ziehen. 
Roberts Traurigkeit ist zwischen den Zeilen spürbar. Es fehlt nicht an Geld. Eher fragt er sich, welchen Sinn sein Leben überhaupt hat. Mit seiner Frau Karin verbindet ihn nichts. Starke Schmerzen an seinem linken Bein bereiten ihm große Sorgen. Wenn er einen Anfall hat, zieht sich sein Brustkorb zusammen. Er bekommt keine Luft mehr. Ein Bekannter hat ihm Tabletten empfohlen, die rasche Linderung bringen.
Robert spürt, dass hinter seinen Beschwerden etwas Ernstes steckt. Er hat Angst, seinen Beruf als Angestellter der großen Versicherungsgesellschaft Global in Düsseldorf nicht mehr ausführen zu können. Sein Beruf ist mit vielen Reisen verbunden. Reisen, bei denen er sein tristes Dasein ein bisschen vergessen kann. Da kommt ein Auftrag in Cannes sehr gelegen. Die Jacht des deutschen Bankiers Hellman ist in die Luft geflogen. Mit ihm fanden 12 Menschen den Tod. War es Selbstmord oder Mord?

In Cannes lernt er Angela kennen. Sie war zu Hellmanns 65. Geburtstag auf dessen Yacht eingeladen. Ein verdorbener Magen hat ihr das Leben gerettet.
Robert muss die große rothaarige Frau befragen. Robert ist von der natürlichen Schönheit und Art dieser Frau begeistert. Angela zeigt ehrliches Interesse an ihm. Wünscht ihm einen schönen Tag. Wer hat Robert zuletzt einen schönen Tag gewünscht? Wer war das letzte mal aufrichtig freundlich zu ihm? Robert kann sich nicht erinnern .....

Meine Meinung

Von Anfang spürt man die Liebe, die beide auf Anhieb füreinander empfinden. Beide tragen eine Fassade, um ihre große Traurigkeit zu verbergen. Angela wehrt sich Anfangs gegen die Gefühle, die sie für den traurigen Deutschen empfindet. Dass gerade ein Wirtschaftsverbrechen an ihrer Begegnung schuld ist, empfand ich als Ironie des Schicksals. Robert hat es in Cannes mit skrupellosen Superreichen zu tun. Man weiß lange nicht, wer die Yacht Hellmanns in die Luft gejagt hat. 
Eigentlich verrät der Prolog schon das Ende. Dennoch vergesse ich es beim Lesen jedes mal, da ich viel zu gefangen in dieser wunderbaren Romanze bin. Der Schreibstil ist nüchtern und schafft es trotzdem die Romantik rüber zu bringen. Das ist, meiner Meinung nach, bei einem Wirtschaftskrimi gar nicht so einfach. Kritisch nimmt der Autor die reiche Gesellschaft unter die Lupe. Trotzdem kommt diese Liebesgeschichte nicht einen Moment zu kurz.
Man merkt, dass dieser Roman in den Siebzigern geschrieben wurde. Angela und Robert genießen eine Zigarette nach der anderen. Alkohol fließt in Strömen. Gutes Essen wird zu jeder Tageszeit verzehrt. Die Passagen, in denen Angela in ihrer wunderbaren Wohnung gekocht hat, mochte ich besonders gerne. Sie haben gezeigt, wie beide sich an ein kleines Stückchen Glück geklammert haben. 

Sämtliche Protagonisten vermitteln einem ein Bild von den Superreichen. Ihre Ticks fand ich oft unglaublich. Ihre Oberflächlichkeit und Gier unerträglich. Angela bezeichnet sie als Freunde. Doch in ihrer größten Not hatte sie sich an keinen von ihnen gewendet. Mit Robert fängt sie wieder an wirklich zu lachen. Der traurige Ausdruck in ihren Augen verrät, dass sie in der Vergangenheit viel mitmachen musste. 

Robert lernt durch Angela wieder das Leben zu lieben. Ich fand ihn sehr sympathisch. Seine anfängliche Traurigkeit - sowie seinen neuen Lebensmut, spürt man zwischen den Zeilen.

Wunderbare Umgebungsbeschreibungen vermitteln einem Sonne, Meer und Urlaubsfeeling. Reichtum und Luxus findet man in Cannes an jeder Ecke. Ein normaler Beamter gehört da zu den armen Menschen. 

Ich habe dieses Buch nach vielen vielen Jahren sehr gerne wieder gelesen. Für die politisch- und gesellschaftlichen Themen habe ich natürlich nun ein besseres Verständnis. Die Nachwirkungen des Holocaust finden auch Erwähnung. Die Liebesgeschichte in diesem Krimi konnte mich zwar wieder berühren, mutete jedoch stellenweise etwas kitschig an. Aber mal ehrlich ... Verliebte verhalten sich halt manchmal so. Daran hat sich bis heute nichts geändert.


Mein Fazit

Ein gesellschaftskritischer Roman, der bis heute nichts an Aktualität verloren hat. Wenn auch in unserer Zeit das Ganze in anderen Dimensionen verläuft.
Ein kranker Mann, der mit 48 Jahren das erste Mal die große Liebe erlebt.

Ob mir das Ende gefallen hat? Nein! Vor einigen Jahren hatte ich viele Taschentücher gebraucht. 

Danke Johannes Mario Simmel

Eine Passage im Buch, die mich zum Lachen brachte. Ein Superreicher ist zu geizig, den Angestellten Trinkgeld zu geben. Der Gastgeber schämt sich dafür schon seit Jahren und legt immer selber Geld auf den Teller.

>>Die Diener reden schon über Sie. Ich habe ihnen deshalb fünfzig Francs gegeben und gesagt, sie seien von Ihnen.<<
Darauf der Herr: >>Fünfzig? Hundert hätten Sie ihnen geben müssen, Pasquale! Jetzt werden sie sagen, ich bin geizig!<<

Ich bin nicht geizig. Das Buch bekommt von mir die beste Bewertung!



Auch erhältlich bei Droemer Knaur


Johannes Mario Simmel, 1924 in Wien geboren, gehörte mit seinen brillant erzählten zeit- und gesellschaftskritischen Romanen und Kinderbüchern zu den international erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. 

Seine Bücher erscheinen in 40 Ländern, ihre Auflage nähert sich der 73-Millionen-Grenze. Der Träger des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse wurde 1991 von den Vereinten Nationen mit dem Award of Excellence der Society of Writers ausgezeichnet. 

»Simmel hat wie kaum ein anderer zeitgenössischer Autor einen fabelhaften Blick für Themen, Probleme, Motive«, sagte Marcel Reich-Ranicki über den Schriftsteller. 

Johannes Mario Simmel verstarb am 1. Januar 2009 im Alter von 84 Jahren in der Schweiz. Quelle Droemer Knaur











Kommentare:

  1. Hallo Gisela,
    Simmel ist ja ein echt erfolgreicher Autor; auch das Bücherregal meiner Mutter ist bzw. war voll davon.
    Bewusst hab ich aber noch gar nichts von ihm gelesen, eventuell mal als Kind oder angelesen, aber das weiß ich gar nicht so genau.
    Liebe Grüße
    Daniela

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    1. Liebe Daniela

      Danke für dein Feedback.
      Hast du vor auch mal ein Buch von Simmel zu lesen?

      Liebe Grüße,
      Gisela

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  2. Moin, liebe Gisela,

    das ist ja mal ein sehr junger Klassiker. Aus einer Bücherstube, in der ich mal tätig war, kenne ich Simmel, er wurde da viel gespendet. Bei meinen Skoobe-E-Books habe ich ihn mir mal abgespeichert. Vielleicht lese ich mal rein.

    Liebe Grüße, Anne

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    1. Hallo Anne

      Probier es einfach mal. Simmel zu empfehlen ist nicht einfach. Entwerder man liebt- oder hasst ihn. Er schreibt etwas schwermütig. Probier es einfach mal.

      Liebe Grüße,
      Gisela

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