Dienstag, Juli 11, 2017

Gemeinsam Lesen, 11.07.2017



Wie jeden Dienstag beantworte ich auch heute gerne wieder die Fragen, die unsere lieben Schlunzis für uns parat haben. :-) Hier geht es zu Schlunzen-Bücher.


1.Welches Buch liest du gerade? Auf welcher Seite bist du? 2. Wie lautet der 1. Satz?


Ich befinde mich auf Seite 48 laut Reader. Erster Satz: >>Mit fast kindlichem Stolz, wie es Martin schien, trug sie deren Abzeichen.<<

3. Was willst du zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken, Gefühle, Zitate usw.)

Ich mag diese Geschichte bisher sehr. Sie spielt in Mainz. Gudrun Samuel ist eine Marke für sich. Mich wundert, dass ihre Eltern ihr alles so durchgehen lassen. In der Schule bringt sie null Leistung. Als Kind war sie mollig. Eine Szene, in der es um einen Mohrenkopf ging, fand ich köstlich. 
In der Geschichte kommt Hitler an die Macht. Wie der Name schon verrät, sind die Samuels Juden. Gudruns Vater glaubt bisher ganz fest daran, dass ihnen der Führer nicht schadet! Ich sage: Herr Samuel, träume weiter. Ich bin mir sicher, es wird anders kommen.
Die Autorin hat so ihren ganz eigenen Schreibstil. Sachlich. Und doch kommen die Charaktere sehr gut rüber. Die Gespräche der Protagonisten sind im Text nicht mit diesen <<>>" Satzzeichen versehen. Das stört mich nicht.
Wegen privater Aktivitäten, (Landshuter Hochzeit) bin ich leider noch nicht sehr weit gekommen. Aber ich kann jetzt schon sagen: LEST DIESES BUCH! Die Gudrun ist wirklich einzigartig. Ich liebe diese Geschichte. Also Gudrun, enttäusche mich nicht!!!

4.Gibt es ein Zitat aus einem Buch, welches dir besonders gut im Gedächtnis geblieben ist?

JA! Ich finde dieses Zitat einfach nur genial: 






                                                       
 >>Ich gehe so spät schlafen und stehe so früh wieder auf, dass ich mir selber im Treppenhaus begegne!<<




Ich sende Euch viele Grüße aus Landshut und sage: HALLO! Auf dem Bild ist die Prinzessin 2017 zu sehen.








Meine Meinung zu "Good as Gone" von Amy Gentry

Klappentext: Tom und Anna haben das Schlimmste erlebt, was sich Eltern vorstellen können: Ihre 13-jährige Tochter Julie wurde entführt, alle Suchaktionen waren vergebens, die Polizei hat den Fall längst zu den Akten gelegt. Acht Jahre später taucht plötzlich eine junge Frau auf und behauptet, die vermisste Tochter zu sein. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen. Doch schon bald spüren alle, dass die Geschichte der Verschwundenen nicht aufgeht. Anna hegt einen furchtbaren Verdacht. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über die junge Frau, von der sie inständig hofft, dass es ihre Tochter ist, die ihr gleichzeitig aber auch fremd erscheint und das gesamte Familiengefüge gefährlich ins Wanken bringt …

Good as Gone ist ein von Anfang an atemberaubend spannendes Buch darüber, wie wenig wir die kennen, die wir lieben. Amy Gentry spielt grandios mit verschiedenen Erzählperspektiven und führt die Leser auf zahlreiche falsche Fährten – bis zum fulminanten Finale.


Meine Meinung


Julie, wer bist du?


Dieser Thriller  beginnt sehr spannend. Jane ist die jüngere Schwester von der entführten Julie. Sie war vor acht Jahren Zeugin, als Julie Nachts entführt wurde. Sie hat es in einem Schrank sitzend beobachtet. Sie verbrachte nach der Entführung noch Stunden in dem Schrank und hat ihren Eltern nicht Bescheid gegeben.
Die Eltern Anna und Tom haben sich damit abgefunden. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Tom kocht Janes Lieblingsessen. Da klingelt es an der Tür. Julie ist wieder zurück.

Julies Rückkehr ist mir durch und durch gegangen. Ein Kind, welches acht Jahre verschwunden war, steht auf einmal als junge Erwachsene vor der Tür. 
Man merkt gleich, dass die gesamte Familie Julies Erscheinen nicht sofort realisieren kann. Auch Julie kommt sich wie ein Fremdkörper vor. Die Rückkehr von Julie schafft die gleiche Stimmung, wie die ersten 24 Stunden nach ihrer Entführung. 
Ich konnte besonders Annas verkrampfte Versuche, Julie wieder näher zu kommen, gut verstehen. Julie hat sich sehr verändert. Dann erhält Anna einen Anruf. Sie ist sich nicht mehr sicher, dass die junge Frau ihre Tochter ist.

Dieser Thriller ist zugleich eine große Familientragödie. Sie zeigt, wie eine Familie darunter leidet, wenn ein Kind spurlos verschwindet. Geheimnisse kommen ans Tageslicht. Julie ist der Familie schon vor ihrer Entführung entglitten.

>>Julie ist seit acht Jahren fort, aber tot ist sie schon viel länger - seit Ewigkeiten.<< ( Seite 13, erster Satz.)

Die Geschichte wird überwiegend aus der Sicht von Anna in der Ich-Form erzählt. Alle anderen Protagonisten in der dritten Person. Der Schreibstil ist flüssig.
Leider war ich manchmal am Verzweifeln. Die acht Jahre von Julie werden ziemlich durcheinander erzählt. Ich musste ständig aufpassen, nicht den Faden zu verlieren. Für dieses Durcheinander gibt es aber eine logische Erklärung. Bis dahin zieht sich die Geschichte jedoch wie Kaugummi. 

>>Ich versuche immerzu, das Vorher zu finden. Aber wenn einem einmal so was zugestoßen ist, gibt es kein Vorher mehr. Es nimmt einem das Vorher weg. Und wenn es kein Vorher gibt, gibt es keine schlüssige Reihenfolge, in der ich es erzählen kann.<<(Seite 282) 

Mein Fazit

Julies Rückkehr birgt Geheimnisse, mit denen ich lange nicht gerechnet hätte. Es handelt sich bei "Good as Gone" um einen raffinierten Thriller, der leider mehrere Längen aufweist. Das Warum und Wieso konnte mich dann doch noch positiv stimmen. 
Ein Thriller, für den man etwas Geduld aufbringen muss. Ab einem bestimmten Kapitel wird einem das Ende klar. Der Weg zum Finale ist spannend wie der Prolog. Besonders die Bekanntschaften mit Charlotte, Karen, Mercy, Starr, Violet und Gretchen hauchen der Story eine extra Portion Spannung ein.

Eine Empfehlung von mir für alle, die etwas Geduld aufbringen können/wollen. Es lohnt sich.

Danke Amy Gentry

Mein Dank geht an den Bertelsmann-Verlag für die Bereitstellung des Buches.