Samstag, Juni 10, 2017

Meine Meinung zu "Glücksmädchen" von Mikaela Bley






Ellen Tamm ist besessen vom Tod, seit ihre Zwillingsschwester vor acht Jahren starb. Sogar während ihrer Arbeit verfolgt sie der Verlust: Sie ist Kriminalreporterin bei einem Stockholmer Fernsehsender und sucht sich mit Absicht die schlimmsten Fälle aus. Als könne sie damit den Tod überwinden und die Trauer aus ihrem eigenen Leben verdrängen. Dann verschwindet an einem kalten, verregneten Tag die achtjährige Lycke spurlos. Ellen soll über den Fall berichten. Aber mit einem Mal funktionieren ihre Abwehrmechanismen nicht mehr. Es ist, als hätte sie ihre Zwillingsschwester erneut verloren. Panisch sucht sie nach Lycke. Kann sie das Mädchen retten und endlich Frieden finden?


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Ellen Tamm hat den Tod ihrer Zwillingsschwester nicht verarbeitet. Die Kriminalreporterin stürzt sich auf den Fall der verschwundenen Lycke. 
Sie kann auch privat nicht mehr abschalten. Lycke ist ein Scheidungskind.
Sie wurde zum Tennis spielen gebracht. Tennis fand jedoch wegen Umbauarbeiten gar nicht statt. Mails, die an ihren Vater gesendet wurden, haben ihn nie erreicht. Er hätte sie abholen sollen.





Konnte mich nicht überzeugen. Zu viele Psychos-zu wenig Thriller!


Eigentlich hätte ich bei diesem Thriller erwartet, das er sich hauptsächlich um Lycke dreht. Vielmehr wird man aber ständig mit Ellen konfrontiert. Sie ist der Dreh und Angelpunkt in dieser Geschichte. Mich interessiert bei jedem Buch, wie jeder einzelne Protagonist tickt. Das hat bei Ellen funktioniert. Vielmehr blieben alle anderen Personen etwas blass. Ich konnte mir von keinem ein genaues Bild machen. Die Eltern von Lycke waren mir beide suspekt. Irgendwie hat bei diesem Thriller jeder zuviel andere Dinge im Kopf. Das konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Wenn ein kleines Mädchen verschwindet möchte man meinen, dass man mehr darüber erfährt. Sie war ein unglückliches Mädchen. Weder bei der Mutter- noch bei dem Vater fühlte sie sich richtig angenommen. Auch bei der neuen Frau ihres Vaters fühlte sich sich abgelehnt.
Wieso und warum das so war, habe ich nicht richtig erfahren. Lag es an dem Kind, welches ihr Vater mit der neuen Frau hatte? Lag es daran, dass sich keiner richtig Zeit für sie nehmen wollte?
Nur ihr Kindermädchen zeigte Interesse für das kleine Mädchen.

In der Redaktion, bei der Ellen arbeitet, war man auch nur auf sensationelle Nachrichten aus. Ich weiß, Reporter sind so. Trotzdem ist mir das Verhalten von verschiedenen Mitarbeitern sauer aufgestoßen. 
Ellen hatte auch im Liebesleben kein Glück. Ellens Psyche liegt komplett im Argen. Ehrlich gesagt hat mich das nicht so interessiert.
Mich hat diese Geschichte traurig gestimmt. Ein kleines Mädchen verschwindet und und lauter Psychos haben mit diesem Fall zu tun. Irgendwie hatte ich bei keinem das Gefühl, dass er normal tickt.



Ein kleines Mädchen verschwindet spurlos. Sämtliche Protagonisten vermutet man als Täter.
Keiner scheint über eine stabile Psyche zu verfügen. 
Eine Kriminalreporterin, die besser eine Behandlung in Anspruch genommen hätte, statt sich mit diesem Fall zu befassen.

Meiner Meinung nach handelt es sich hier um eine traurige Familiengeschichte, mit einem kleinen Schuss Thriller. Mich konnte "Glücksmädchen" nicht überzeugen. Den Schreibstil fand ich ok; jedoch plätscherte die Geschichte so vor sich hin. Bei einem Thriller hätte ich mehr Spannung erwartet. Hier ging es mehr um Ellen und den Tod ihrer Zwillingsschwester.
Das ist mir bisher selten bei einem Buch passiert, dass mir alle Protagonisten unsympathisch sind. Bei "Glücksmädchen" ist das der Fall.
Warum eigentlich Glücksmädchen?

Leider keine Empfehlung von mir. Eigentlich schade, da ich Thriller aus Schweden normal gerne lese.
Dies ist meine Meinung. Euch kann "Glücksmädchen" vielleicht überzeugen. Ich habe schon oft Bücher gelesen und für gut befunden, die andere Leser schlecht bewertet haben.

Danke Mikaela Bley

Mein Dank geht an den NetGalley und dem Ullstein-Verlag für die Bereitstellung des E-Books.


Mikaela Bley


Mikaela Bley wurde 1979 geboren und lebt mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Stockholm. Um ihren ersten Krimi zu schreiben, kündigte sie ihren Job beim schwedischen Fernsehsender SV4. Sie ist der Shootingstar der schwedischen Krimiszene, ihr Debüt Glücksmädchen wurde auf Anhieb ein großer Bestseller. 

Kommentare:

  1. Hallo Gisela,
    ich hab deine Meinung mit Interesse gelesen. Der Roman scheint mehr Fragen aufzuwerfen als zu beantworten.
    Geschichten aus Skandinavien sind ja oft etwas düster, so innerlich gesehen.
    Liebe Grüße
    Daniela

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    1. Düster passt ja bei einem Thriller. Mir haben die Protagonisten nicht zugesagt. Spannung war für meinen Geschmack auch keine.

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  2. Ich habe das Buch vor einer Weile ebenfalls gelesen und war eher enttäuscht als begeistert.
    Genau wie du mag ich Lektüren aus dem Norden total gerne, aber diese würde ich ungern weiterempfehlen, obwohl ich den Schreibstil der Autorin mochte.

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