Sonntag, Juni 11, 2017

Meine Meinung zu "Das warme Licht des Morgens" von Franziska Fischer







                                                            KLAPPENTEXT



Nach ihrem Debüt „Die Nacht der Zugvögel“ legt die Berliner Autorin Franziska Fischer mit "Das warme Licht des Morgens" erneut einen berührenden und zutiefst poetischen Roman vor, in dem sie einfühlsam und mit viel psychologischem Feingefühl über das Leben nach einem schweren Schicksals-Schlag und über die heilende Kraft der Liebe schreibt.
Das Licht, die Farben, der Ausdruck in den Augen Fremder – das sind die Zutaten, die Levi für seine Gedichte und Romane braucht. Doch als er bei einem Brand ein kleines Mädchen aus dem Feuer rettet und dabei sein Augenlicht verliert, bricht für den erblindeten Schriftsteller eine Welt zusammen. Nie wieder sehen bedeutet für ihn auch nie wieder die richtigen Worte finden. Verzweifelt zieht er sich immer mehr aus dem Leben zurück. Bis er eines Tages Rea kennenlernt, die neue Kellnerin in dem Café, in dem er immer Essen geht. Sie wird seine Vertraute, durch ihre Augen lernt er wieder sehen und mit ihren Händen schreiben. Auch sie hat mit einem großen Verlust zu kämpfen, der noch viel schwerer wiegt als seine Blindheit. Doch das verrät sie ihm nicht.



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                                                   ZUM INHALT


Nachdem der Autor Levi sein Augenlicht verloren hat, sieht er keinen Sinn im Leben mehr. Er vegetiert in seiner kleinen Wohnung dahin. Einzig zu seiner Tochter Robin hat er regelmäßig Kontakt. Die 17 jährige führt ihm den Haushalt. Versucht wieder Ordnung in sein Leben zu bringen. 
Levi hat vor ein paar Jahren seine Frau verlassen. Er wollte sich in Ruhe seinen Ideen für Bücher widmen. Als er ein Mädchen aus einem brennenden Haus rettet, raubt ihm eine Explosion seine ganze Perspektive.
Licht in seine Dunkelheit bringt Rea. Die neue Kellnerin in seinem Stamm-Cafe lehrt ihm, dass das Leben auch für einen Blinden Überraschungen bereit hält.

                                                  
                                                  Meine Meinung

Levi ist genau das passiert, wovor wir alle Angst haben. Blind werden! 
Die Autorin hat sehr sensibel den Alltag von Levi beschrieben. Levi hat keinen Sinn mehr gesehen. Wozu Blindenschrift lernen? Wie sollte er jemals wieder ein Buch schreiben? Wie soll er seine Lieblingshemden erkennen? 
Die Einsamkeit von Levi spürt man zwischen den Zeilen. Die Hoffnungslosigkeit lässt einen frösteln. 
Ich habe mir oft vorgestellt wie es sein muss, sämtliche Geräusche einzuordnen, wenn es für einen nur noch Nacht ist. Immer dunkel. Kein Licht mehr. Man sieht nicht mal mehr, wie die eigenen Angehörigen älter werden. 
Robin finde ich sehr reif für ihr Alter. Obwohl sie kurz vor dem Examen steht, schenkt sie ihrem Vater sehr viel von ihrer wertvollen Zeit. 
Als ihr Vater Rea als Hilfe einstellt, ist sie sehr glücklich darüber.
Rea ist eine sehr mitfühlende Frau, die selber ein tragisches Unglück verarbeiten muss. Mit ihr wird Levi wieder aktiv. Er lernt mit ihr die Brailleschrift. Zusammen kochen sie leckere, exotische Gerichte. Er beginnt wieder zu schreiben.
Was mich sehr gewundert hat, dass in der Presse nichts von dem geretteten Mädchen berichtet wurde. Normalerweise hätte ich schon erwartet, dass die Eltern sich bei ihm bedanken würden. 
Rea bringt wieder Hoffnung in Levis Leben. Levi kann wieder lachen. Er genießt wieder gutes Essen. Er ist nicht mehr allein. Doch dann meldet sich Rea auf einmal nicht mehr.

>>Die Stille kehrt wieder in die Wohnung zurück, nistet sich an den vertrauten Plätzen ein. Levi hätte sie kennen müssen, er müsste sie gewohnt sein. Er müsste dankbar sein, dass er sie endlich wieder für sich hat.
Der Stille kann man alles erzählen. Doch jetzt, in diesem Augenblick, will Levi das gar nicht.<<(Seite 115 auf dem Reader)

Levi hat sich wieder daran gewöhnt, am Leben teilzunehmen. Er will wieder Menschen um sich haben.

Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht von Levi. Einmal wird aus der Perspektive von Levi- dann wieder von Robin erzählt. Besonders bei Robin erkennt man die grenzenlosen Liebe, die sie für ihren Vater empfindet. Levi versteht man auch immer besser. Auch bei ihm spürt man die starke Bindung zu seiner Tochter.
Ehrlich gesagt vermittelte er nicht den Eindruck, als wenn vor seiner Blindheit in seinem Leben alles rund gewesen wäre. 

                                         
                                          Mein Fazit



Manchmal muss man erst sein Augenlicht verlieren, um besser sehen zu können. Diesen Eindruck hatte ich bei Levi. Nach seiner großen Depression findet er zurück in´s Leben. Die warmherzige Rea hat ihm Leben gelernt. 
Die Autorin hat einen sehr fesselnden Schreibstil, der aus diesem ernsten Thema ein poetisches Kunstwerk macht. Die Gedichte am Anfang jeden Kapitels spiegeln Levis Psyche wider. Die Protagonisten sind gut gezeichnet. Mit Rea möchte ich am liebsten ein leckeres Essen kochen. Mit Robin würde ich gerne in die Eisdiele gehen. Ja, und mit Levi ein Buch schreiben. Mit allen zusammen eine Party feiern. Natürlich mit einem leckeren Buffet. 
Mal ehrlich, hört sich das etwa traurig an? Beim Lesen ging mir ein sehr bekannter Spruch durch den Kopf: >>Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.<<


Ob mir das Ende gefallen hat? Ich weiß nicht. Levi hat etwas erfahren, dass sein Leben abermals auf den Kopf gestellt hat.

Unbedingt lesen!

Danke Franziska Fischer.

Mein Dank geht an die Verlagsgruppe Droemer-Knaur für die Bereistellung des E-Books.



                                            

Franziska Fischer wurde 1983 in Berlin geboren und wohnt dort nach einem Studium der Germanistik und Spanischen Philologie an der Universität Potsdam noch immer. Sie arbeitet als freiberufliche Autorin und Lektorin.

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