Montag, Mai 01, 2017

Meine Meinung zu "5 Tage, die uns bleiben" von Jule Lawason Timmer

Mara ist eine erfolgreiche Anwältin und eine liebevolle Ehefrau und Mutter - und sie leidet an einer unheilbaren Krankheit. Weil sie sich dieser Krankheit nicht bis zum bitteren Ende ergeben will, beschließt sie, sich am Jahrestag ihrer Diagnose das Leben zu nehmen. 
Fünf Tage bleiben ihr noch, um sich von ihren Freunden und ihrer Familie zu verabschieden. Fünf Tage, um ihre letzten Spuren in den Herzen ihres geliebten Mannes und ihrer kleinen Adoptivtochter zu hinterlassen ...

Hier bekommt Ihr alle Infos zum Buch und könnt es kaufen: Bastei Lübbe-Verlag



Meine Meinung

5 Tage hoffen und bangen.

Kann man sich vorstellen, das eigene Ableben zu planen? Aus "Ein ganzes halbes Jahr" kenne ich das schon. Auch "5 Tage,  die uns bleiben" ist eine Geschichte, die mich hoffen ließ, dass es zu einem guten Ende kommt.

Mara leidet an der Huntington-Krankheit. Chorea Huntington ist eine erblich bedingte Erkrankung, die nicht heilbar ist.  Es ist eine fortschreitende Krankheit des Gehirns, die für die Muskelsteuerung verantwortlich ist. Betroffene können im fortgeschrittenen Stadium ihre Bewegungen und Gesichtsmimik nicht mehr steuern. Im Endstadium kennen sie selbst ihre Ehepartner und Kinder nicht mehr.

Es handelt sich hier um zwei verschiedene Schicksale. In einem Forum hat Mara mit anderen Menschen Kontakt. Für Mara die letzte Bastion an Normalität. Sie erzählt jedoch nichts von ihrer Krankheit. Wenigstens ein virtueller Ort, bei dem sie sich noch normal vorkommt.
Scott ist Lehrer und kümmert sich gut um seine Schüler. In der Online-Selbsthilfegruppe fühlt er sich verstanden. Besonders von LaksMom. (Mara)! Er hat einen kleinen Jungen für ein Jahr bei sich und seiner Frau aufgenommen. Seine rauschgiftsüchtige Mutter ist erst mal für ein Jahr weggesperrt. Scott liebt den kleinen Curtis wie einen eigenen Sohn. Seine Frau ist nun endlich auch schwanger. Dann erfährt er, dass Curtis Mutter in 5 Tagen entlassen wird. Scott bleiben nur noch 5 Tage mit Curtis.
Die Kapitel werden abwechselnd von Mara und Scott in der dritten Person erzählt. Das Augenmerk liegt auf den 5 Tagen, die beiden noch bleiben.

Mara hat einen wunderbaren Ehemann. Tom liebt seine Frau wie am ersten Tag. Er hilft ihr, wo er nur kann. Erklärt Mara immer wieder, dass er sie auch dann noch liebt, wenn die Krankheit das Endstadium erreicht hat.
Für die erfolgreiche Anwältin ist das jedoch kein Trost. Sie will ihrer kleinen Adoptivtochter und ihrem heißgeliebten Tom nicht zur Last fallen.
Mara will keine Hilfe annehmen. Sie ist genervt von ihren Eltern, die stets Essen vorbeibringen und sich nützlich machen wollen. Auch ihre zwei Freundinnen, (Zwei Frauen,) versuchen zu helfen wo es geht. 
Nach einem Vorfall mit Maras Tochter, steht für Mara fest: NOCH 5 TAGE!!!
Als Mara nicht mehr in der Lage ist Auto zu fahren, lernt sie einen Taxifahrer kennen. 

Die Verbindung zu dem Taxifahrer fand ich sehr emotional. Er brachte sehr viel Geduld für seinen kranken Fahrgast auf. Mara begann zu akzeptieren, dass Hilfe annehmen ihr Leben bereichert.
Mara beginnt Hoffnung zu schöpfen. >>Hatte sie vielleicht nicht doch noch zwölf Monate? Noch ein Jahr, in dem sie Schulbrote schmieren und das Mädchen abends duschen konnte. Umarmungen, Tränen, Kichern, Ins Bett bringen.<< (Seite 40 auf dem Reader)

Ich habe gehofft, dass Maras Leben noch länger dauert als 5 Tage.

Fazit

5 Tage lang bei denen man gespannt ist, ob Mara ihr Schicksal annimmt. 

Die Geschichte ist harte Kost. Die Krankheit HD einfach nur grausam. Ich konnte Mara gut verstehen. Ihr privates Umfeld war einfach tadellos. Freunde, Verwandte und ihr Ehemann Tom, versuchten ihr Rückhalt zu geben. Doch, möchte man anderen zur Last fallen? Kann eine erfolgreiche Anwältin sich damit abfinden? Will eine erfolgreiche Anwältin Hilfe für die ganz normalen Dinge im Alltag? Wie lange kann sie ungläubige Blicke ihrer Mitmenschen ertragen?

Was die Geschichte so schlimm macht ist die Tatsache, dass  es keinerlei Heilung gibt. HD schreitet zügig voran. Mara bemerkte oft gar nicht, wie ihre Gliedmaßen verrückt spielten.
Mara wunderte sich oft über die Reaktionen ihrer Mitmenschen. 

Ein sehr emotionaler Roman, der mich traurig gestimmt hat. Ich habe auf Heilung gehofft. War mit Mara verzweifelt. Wollte ihr helfen. Hab ihre Traurigkeit gespürt. Vor allem konnte ich sie gut verstehen.

Ich empfehle diese Geschichte all denen, die sich mit der Krankheit Chorea Huntington befassen wollen. Die Mara ein Stück weit begleiten wollen. 
Die einen Lehrer kennen lernen wollen, der für seine Schüler mit Leib und Seele da ist.

Mich hat die Geschichte sehr bewegt und überzeugt.

Ich gratuliere Lawson Timmer zu ihrem Debüt und sage Danke.

Mein Dank geht an NetGalley und den Bastei Lübbe-Verlag für die Bereitstellung des E-Books.



Julie Lawson Timmer wuchs im kanadischen Stratford, Ontario, auf und absolvierte ein Jurastudium an der Southern Methodist University. Sie arbeitet als Juristin und schreibt in ihrer Freizeit Romane. Mit ihrem Debüt FÜNF TAGE, DIE UNS BLEIBEN gelang ihr ein beachtlicher Erfolg. Sie lebt mit ihrem Ehemann, ihren vier Kindern und zwei geretteten Hunden in Ann Arbor, Michigan.












Kommentare:

  1. Schöner und interessanter Beitrag :)
    Hört sich nach einer tollen, spannenden und interessanten
    Geschichte an

    ShellyAbdallahs.Blogspot

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