Sonntag, April 09, 2017

Meine Meinung zu "Ikigai" von Francesc Miralles & Héctor García (Kirai)

Das Geheimnis für ein langes Leben

Worum geht es? Den Japanern zufolge hat jeder Mensch ein Ikigai. Ikigai ist das, wofür es sich lohnt, morgens aufzustehen, oder auch ganz einfach: »der Sinn des Lebens«. Das Ikigai ist in uns verborgen, und wir müssen geduldig forschen, um es zu finden. Gelingt es uns, haben wir die Chance, gesund und glücklich alt zu werden. Vorbild hierfür sind die Einwohner der japanischen Insel Okinawa, auf der die meisten Hundertjährigen leben. Was ist besonders? Die praktischen Anleitungen zeigen, wie man sein eigenes Ikigai entdeckt. Eine kleine Offenbarung sind zudem die zahlreich eingeflochtenen Erzählungen der Hundertjährigen, die ihr Ikigai-Geheimnis preisgeben. Wer liest? · Jeder, der auf der Suche nach dem Sinn des Lebens ist und für den Gesundheit ein hohes Gut ist.

Besucht Vorablesen und den Ullstein-Verlag! Dort bekommt ihr alle Infos zum Buch und könnt Euer Ikigai finden. 


Meine Meinung

Humor ist unser größtes Kapital!
Was bedeutet Ikigai? Warum gibt es Menschen, die weit über hundert werden? Diese Fragen haben meine Neugierde auf dieses Buch geweckt.
Ikigai ist das Glück, immer beschäftigt zu sein. Damit kann ich dienen. Mir ist nie langweilig. Doch leider lebe ich nicht in einem kleinen Dorf, in dem übermäßiger Stress ein Fremdwort ist. Vielmehr zählt man in meiner Welt zu den Loosern, wenn man nicht täglich einen vollen Terminkalender vorzuweisen hat.
Aber, ich sehe einen Wandel. Immer mehr Menschen erkennen, dass es ein Leben außerhalb Facebook und vollen Terminkalendern gibt. 

In diesem Ratgeber wird uns die Lebensweise der Japaner beschrieben. Ich dachte immer, gerade die Japaner wären ein Volk, dass zuviel arbeitet. Sie arbeiten tatsächlich viel, aber mit Freude. Nicht selten streicht ein Manager selber sein Büro, um bei dieser einfachen Tätigkeit abschalten zu können. Leider ist das aber auch in Japans Großstädten nicht immer der Fall.

In dem Dorf Ogimi gibt es die meisten Hundertjährigen. Sie fahren noch auf dem Fahrrad und legen oftmals weite Strecken zu Fuß zurück. Nach dem Frühstück arbeiten die Meisten in ihrem Garten. Sie ziehen selber ihr Gemüse. Die Ernährung dieser Menschen ist gesund. Fisch, selbst angebautes Gemüse und sogar Schweinefleisch stehen auf ihren Speisezettel. 
Im Dorf wird viel getanzt und Spielabende veranstaltet. Dort ist keiner allein. Man trifft sich regelmäßig. 
Ich konnte mir die Ortschaft bei den Bergen bildlich vorstellen. Die beiden Autoren haben mit Kameras und Aufnahmegeräten vieles festgehalten. Bei Wettkämpfen gegen die betagten Leutchen verloren. Ja, und ausgelacht wurden sie von den Rentnern auch. :-))) Ich habe mir das bildlich vorgestellt und musste auch lachen. Humor ist so ziemlich das Wichtigste, um ein gesundes und langes Leben zu führen. Tanzen lässt die Seele baumeln.

Bitte setzen sie sich nicht zur Ruhe. (Seite 20)


Bei uns in Deutschland reißt man ja Witze, über Rentner die arbeiten. In Japan zählt dies zu den Geheimwaffen für ein langes Leben. Sogar schwere körperliche Tätigkeit wird dort willkommen geheißen. Solange es die Gesundheit zulässt, wird dort geackert. 
Der Gesundheitszustand auf der Insel Ogimi ist der beste Beweis für die Lebenseinstellung der emsigen Alten. 
Es gibt fünf blaue Zonen. Dabei handelt es sich um Orte, bei denen die Menschen sehr alt werden.
1. Okinawa, Japan.
2. Sardinien, Italien
3. Loma Linda Kalifornien
4. Halbinsel Nicoya, Costa Rica.
5. Ikaria, Griechenland.

Alle fünf blaue Zonen haben eins gemeinsam: Die Menschen leben dort in Dörfern und sind auch im hohen Alter aktiv. Die Ernährung ist gesund. Es werden regionale Lebensmittel verzehrt.

Moai bedeutet in Japan Bindungen für ein langes Leben. Lokale Gemeinschaften werden gepflegt.
Beeindruckend finde ich auch, wie dort die Finanzen verwaltet werden.

Die Interviews mit den betagten Leuten fand ich sehr aufschlussreich. Wer erwartet, dass die Geheimwaffen der Bewohner neu sind, irrt sich gewaltig. Eigentlich wissen wir ja, wie wir leben sollen um gesund alt zu werden. Die zehn Ikigai Regeln am Ende sind eine ideale Zusammenfassung. 

Fazit


Diesen Ratgeber empfehle ich gerne weiter. Er birgt zwar nicht viel Neues, ist aber wunderbar geschrieben. Vom grünen Tee bis zu sanften Sportarten wird in diesem Buch alles ausführlich behandelt. Der Schreibstil ist flüssig. Jedes Kapitel enthält Tabellen, die alles verdeutlichen. Die verschiedenen Kapitel sind nicht zu lange. 
Abbildungen für sanfte Sportarten ermuntern zum Nachmachen. 

Sanfte Sportarten wie Joga usw. erfreuen sich bei uns schon seit Jahren großer Beliebtheit.
Dieses Büchlein bringt uns die Sichtweisen betagter Menschen in Japan näher. 
Vieles können wir auch in unseren Alltag integrieren. Manches ist jedoch für uns unmöglich, da wir nun mal nicht alle in einem Dorf leben. Nicht jeder kann sich sein Gemüse selber anbauen. Nicht jeder hat seinen Traumjob. Eins können wir jedoch machen. Versuchen unsere Einstellung zu ändern. Unser Ikigai zu finden. Ist es beruflich nicht möglich, dann eben in der Freizeit. 
In den Großstädten Japans sieht es anders aus. Da dürfte bei vielen Menschen das Ikigai auf Eis gelegt sein. Nach meinen Infos gibt es dort sehr wohl Menschen, die sich fast zu Tode arbeiten. Selbstmorde sind da auch keine Seltenheit. Der Kampf um Kariere und Macht lässt sämtliches Ikigai vermissen. Schade!

Danke Francesc Miralles & Héctor García

Mein Dank geht an Vorablesen und den Ullstein-Verlag für die Bereitstellung des Buches.




Francesc Miralles


Francesc Miralles ist ein Multitalent. Er macht Musik, schreibt, wurde vielfach ausgezeichnet, und arbeitete einige Jahre als Indie-Verleger. Heute ist er in seiner Lieblingsstadt Barcelona zuhause.


Héctor García (Kirai)


Héctor García (Kirai) wurde 1981 in Spanien geboren. Nachdem er als Informatiker in der Schweiz gelebt hat, zog er 2004 nach Tokyo, Japan, wo er in der Software- Entwicklung tätig ist. 

Kommentare:

  1. Guten morgen Gisela, so früh am Sonntag hast du schon eine sehr schöne Rezension geschrieben und damit etwas aus dem Buch umgesetzt. Dein eigenes Ikigai des *Schaffens*. Eines haben die Autoren wohl nicht berücksichtigt und zwar die Macht der Gene und Bezug auf das Alter. Das spielt sicher auch eine entscheidende Rolle....
    LG Angerla

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    1. Danke liebe Angela

      Ja, da hast du sicher Recht. Aus diesem Ratgeber kann man sich wertvolle Anregungen holen. Aber, nicht jeder Mensch ist gleich. Mit der Ernährung lumpern wir aber gerne. Da kann man viel ändern. Ich finde dieses Buch klasse. Es gilt für mich jedoch, wie in allen Ratgebern: Nichts ist in Stein gemeißelt. Jeder muss für sich seinen Weg finden.

      Liebe Grüße,
      Gisela

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  2. Hallo Gisela,

    Das hört sich sehr interessant an und werde ich mir merken. Meine Schwester hatte eine Weile in Tokio gelebt und sie hat auch die kleinen japanischen Inseln besucht. Sie war davon total begeistert. Ich glaube, das wäre ein gutes Geschenk für sie. Ich möchte es aber auch lesen.
    Danke für deine Rezension.

    LG Sonja

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  3. Das freut mich liebe Sonja. Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn für uns nicht Alles so leicht umsetzbar ist. Auf so einer Insel würde ich auch gerne mal eine Zeit leben. Vielleicht klappt es mal?

    Deine Schwester wird sich über das Buch freuen. Es enthält natürlich wesentlich mehr, als ich besprochen habe. Wär schon eine Sache, mit 89 die Jüngste zu sein :-))))

    Liebe Grüße,
    Gisela

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