Donnerstag, April 13, 2017

Meine Meinung zu "Ein bisschen wie Unendlichkeit" von Harriet Reuter Hapgood

»So ist es, wenn man jemanden liebt.
So ist es, wenn man um jemanden trauert.
Ein bisschen wie Unendlichkeit.«

Als die Ferien anfangen, möchte Gottie eigentlich nur unter dem Apfelbaum liegen, in die Sterne schauen und über das Universum nachdenken. Sie kennt jede Theorie zu Raum und Zeit und kann alles mit einer Formel erklären. 
Außer, warum ihr bester Freund Thomas, der vor einigen Jahren weg­gezogen war, plötzlich wieder auftaucht. Warum niemand ihre Verzweiflung über den Tod ihres Großvaters Grey versteht. Und warum sie in Flashbacks ganze Szenen ihres Lebens erneut durchlebt. Verliert sie den Verstand oder wird sie wirklich in die Vergangenheit versetzt? Und wie kann sie in der Gegenwart bleiben – bei Thomas, dessen Küsse ihr Universum verändern?

Ein großes, bewegendes Debüt über den Schmerz und die unendliche Schönheit des Lebens



Lust auf einen Blick in die Unendlichkeit? Den könnt Ihr hier bekommen: Fischerverlage


Das Gottie H. Oppenheimer-Prinzip und der Apfelbaum.

Meine Meinung

Ich habe mich spontan in dieses wunderschöne Cover verliebt. Auf dem Foto sieht es nicht ganz so schön aus, wie es in Wirklichkeit ist.
Nicht nur das Cover ist schön. Auch die Geschichte ist einfach nur wunderbar. Mathematik und Physik sind ja nicht so mein Ding. Bei Gottie (Margot) Oppenheimer,  dreht sich jedoch alles darum. Da kommen wir jetzt auch schon zu dem einzigen Kritikpunkt,  den ich habe. Stellenweise haben mich Gotties Berechnungen genervt. Das intelligente Mädchen hat mich damit manchmal ganz schön durcheinander gebracht. Das dürfte für Leser, die Mathematik lieben,  jedoch kein Problem sein.

Gottie hat ihre Mutter nie kennengelernt, da diese kurz nach der Geburt gestorben ist. Der Tod von ihrem Großvater hat sie in ein dunkles Loch gestoßen. Mit mathematischen Formeln ist sie bestens vertraut. Ihre Trauer überfordert sie jedoch maßlos. Ihr verrückter Großvater Grey war wie ein Vater für sie. Er konnte ihre Leidenschaft für das Universum und Mathematik verstehen. Wäsche schmiss er zum Trocknen auf den Apfelbaum im Garten.

Unglücklich verliebt zieht sich Gottie immer mehr zurück. Keiner versteht ihre Trauer. Die beste Freundin Sof wird ihr auch von Tag zu Tag fremder. Keiner weiß um ihre heimliche Liebe zu einem Jungen, der sie in ihrer schlimmsten Zeit im Stich gelassen hat.
Als ihr bester Freund Thomas von Kanada nach England zurückkehrt, empfindet Gottie wieder mehr Freude am Leben. Sie sieht die Sterne wieder leuchten. Mit Thomas verbringt sie wieder Zeit, auf dem heißgeliebten Apfelbaum.

Gottie war mir auf Anhieb sehr sympathisch. Ihre Trauer um den Großvater hat ihr Leben zu einem dunklen Loch werden lassen. Ein Wurmloch, welches sie immer öfter in die Vergangenheit katapultiert hat. Sie war sich nicht mehr sicher, ob sie den Verstand verliert. Die Vermutung lag auch für mich nahe. Die hübsche 17 jährige verfügt trotz Trauer, über eine große Portion Humor. Den braucht sie aber auch, bei der skurrilen Familie. Sie ist der Meinung, die einzige Vernünftige im Hause Oppenheimer zu sein.
Die Familie Oppenheimer ist liebenswert und total verrückt. Ihr Bruder Ned spielt in einer Band. Ihr Vater ist ein liebevoller Mensch, der jedoch in seinem eigenen Universum zu leben scheint. Er arbeitet in der Bücherscheune, die Greys ganzer Stolz war. In dem Antiquariat fühlt sich auch Gottie wohl. 

Fazit

Das Universum und seine zahlreichen Geheimnisse hauchen dem Roman eine eigentümliche Romantik ein. Eine Familie, bei der jeder für sich versucht, mit der Trauer umzugehen.
Ich bin nur so durch die Seiten geflogen. War Teil des Universums, das Gottie in ihrer Geschichte erschaffen hat. Wollte wissen, was es mit dem Wurmloch auf sich hat. War jedesmal gespannt, in welchem Jahr sie gelandet ist. 
Der Schreibstil mutet poetisch an. Es wird aus der Sicht von Gottie erzählt. 
Das Meer, Sternenhimmel und ein Apfelbaum. Menschen mit Erkennungswert. 
Ich verzeihe Gottie ihre mathematischen Berechnungen. Alles andere in dem Buch war einfach nur schön. Ein Tagebuch von Grey bringt Spannung in die Story.

Das Gottie H. Oppenheimer-Prinzip habe ich nicht ganz verstanden. Und irgendwie doch.
Die Berechnung des Weltschmerzes ... ich wusste gar nicht, dass es das gibt.
Aber eins weiß ich. "Ein bisschen wie Unendlichkeit" ist eins der schönsten Jugendbücher, die ich je gelesen habe.  Ein warmer Sommerregen und eine Portion Eis. Dazu eine zarte Liebe.  Das macht jedes Universum zu etwas Besonderen.
Ob mir das Ende gefallen hat? Muss ich erst noch berechnen .... :-))))

Danke Harriet Reuter Hapgood



Kommentare:

  1. Hallo Gisela,

    das Buch hatte ich gestern noch in der Hand und erst einmal beschlossen, dass ich es nicht unbedingt brauche, auch wenn es wunderschön aussieht und toll klingt. Jetzt muss ich diese Gedanken wohl revidieren und packe das Buch zurück auf meine Wuli.

    Schöne Rezi, die mich sehr neugierig macht. <3

    Ich wünsche dir schöne Ostertage!

    Liebe Grüße
    Silke

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  2. Danke liebe Silke

    Ich habe mir bei diesem Buch keine Notizen gemacht, da ich nicht wusste, ob ich es bewerten will. Ich habe viel Negatives gehört, wegen den mathematischen Formeln. Aber, trotz dieser Formeln ist das Buch was ganz Besonderes. Schade, dass ich es schon gelesen habe. Du hast es noch vor dir.

    Schöne Ostertage und liebe Grüße,
    Gisela

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  3. Guten Morgen

    Sehr schöner Beitrag und das Buch klingt spannend und interessant. Ich kannte es bis jetzt noch nicht aber werde es mir kaufen :)

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  4. Hi Gisela,
    mit deiner Rezi weckst du Interesse an dem Buch, zwar liegt es nicht so ganz auf meiner Linie, aber neugierig bin ich schon.
    Ich wünsche dir frohe Ostertage
    Liebe Grüße Walli :-)

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    1. Liebe Walli, schlag ruhig mal eine andere Richtung ein. Das habe ich schon oft gemacht.

      Liebe Grüße,
      Gisela

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  5. Liebe Gisela,
    das Buch hat es leider nicht auf meine Leseliste geschafft, weil ich selbst noch einen großen Verlust zu verarbeiten habe und es mir zu schwermütig vorkam. Jetzt lese ich gerade "Ein fauler Gott" wo eine Mutter um ihren Sohn trauert bzw. ein Junge um seinen Bruder. Aber es geht. Und anscheinend hat "Ein bisschen wie Unendlichkeit" doch so etwas ganz Besonderes. Ich muss es mir nochmal ansehen.
    LG Ingrid

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    1. Liebe Ingrid

      Das mit deinem Verlust tut mir leid. Ich denke aber, dass dir dieses Buch zu gegebener Zeit gefallen könnte.

      Alles Liebe für dich,
      Gisela

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  6. Huhu Gisela,
    mit den etwas verrückten Charakteren und auch mit dem romantischen Flair hattest du mich ja. Ich finde das Cover des Buches sieht schon sehr schön aus.
    In Mathe war ich damals in der Schule ganz gut. Ob mir das in einem Buch gefallen würde, weiß ich nicht so genau. Das müsste man einfach mal testen :o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Liebe Tanja, ich denke, das Buch könnte dir gefallen. Es ist wa Besonderes.

      Liebe Grüße,
      Gisela

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  7. Hallo Gisela,
    mir gefällt diese verrückte Familie, der romantische Touch und die Formeln; aber etwas mit Trauerbewältigung möchte ich gerade nicht lesesn.
    Das Cover sieht wirklich schön aus.
    LG, Daniela

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    1. Danke für deinen Besuch, Daniela.

      Vielleicht magst du es ja später mal lesen.

      Liebe Grüße,
      Gisela

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  8. Oh, sowas romantisches möchte ich auch mal wieder lese. Ich probiere mich gerade durch die russische Literatur und lese viel Dostojevski, was alles andere als leichte Kost ist, vielleicht sollte ich dieses Buch danach lesen

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