Dienstag, April 18, 2017

Meine Meinung zu "Den Mund voll ungesagter Dinge" von Anne Freytag

Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie. 

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.
"Freytag erzählt temporeich mit trickreicher Spannung ... Das Buch ist unprätentiös, unverkrampft."
Yvonne Poppek, Süddeutsche Zeitung (21.03.2017)


Ein paar gesagte Dinge von Anne Frytag. KLICK!




Meine Meinung


Die Augen voll ungeweinter Tränen.


Nachdem ich in das Buch hineingelesen habe, war ich mir sicher, dass mir das Buch gefallen wird. Mit einer so emotionalen Story habe ich jedoch nicht gerechnet. Es gibt viele Bücher, die den Leser mit auf die Reise nehmen. Nur wenige Bücher haben es jedoch bisher geschafft, dass ich mich gefühlt habe, als wäre ich ein Teil davon. Mir ging der alte Schlager von Chris Roberts durch den Kopf: >>Du kannst nicht immer siebzehn sein.<< Das stimmt! Aber, bei "Den Mund voll ungesagter Dinge" war ich wieder siebzehn. 400 Seiten lang.

Sophie muss mit ihrem Vater von Hamburg nach München ziehen. Sie ist sehr unglücklich darüber. Ihr Vater Christian hat dort seine große Liebe gefunden. Sophie musste erst Abschied von ihrem besten Freund Lukas nehmen. Lukas hat seine große Liebe in Paris gefunden. Für Sophie ein schwerer Verlust. Lukas ist eigentlich das für sie, was man beste Freundin nennt. Sophie ist eine Einzelgängerin, mit vielen Gedanken im Kopf. Mit vielen ungesagten Dingen im Mund. Sie macht Dinge, die sie eigentlich nicht will. Lukas skypt mit ihr jeden Tag. Es ist für sie ein Ersatz, der sie mit Wehmut erfüllt.

>>Seit er weg ist, bin ich allein. Davor war ich einfach nur seltsam.<< (Seite 12)

Sophie verspürt Sehnsucht nach ihrer Mutter, die sie nie kennengelernt hat. Sie hat sie nach der Geburt verlassen. Sie kann nicht aussprechen, wie sie das mitnimmt. Sie erfindet Dinge, die sie mit ihrer Mutter erlebt hat.

Sophie möchte Christians Freundin hassen. Das ist gar nicht so leicht. Lena ist eine warmherzige Person, die ihr Freiraum gewährt. Lena buhlt nicht um Sophies Sympathie. Lena ist einfach nur feinfühlig. Lena tut das, was ihre eigene Mutter versäumt hat: Sie ist für sie da.

Ich mag Sophie sehr gerne. Sie ist eine direkte Person; jedoch vermeidet sie, die Gefühle anderer Menschen zu verletzen. Sophie kann sich bei der Liebe nicht so fühlen, wie in ihrer Phantasie. Sophie tut Dinge, die sie eigentlich nicht mag.

Lena war mir von Anfang an sympathisch. Sie und ihre beiden Söhne, haben Sophie von Anfang an herzlich in die Familie aufgenommen. Bei Lena darf Mensch sein, wie Mensch ist.

Von Christian habe ich anfangs nicht viel gehalten. Er hätte seiner Tochter mehr helfen müssen. Ich verstehe, dass ein Chirurg wenig Zeit hat. Aber, mehr Mitgefühl hätte er Sophie schon entgegenbringen können.

Sophie freundet sich mit dem Nachbarsmädchen Alex an. Alex hat einen Freund. Alex und Sophie sind von einander fasziniert. Auf einer Party müssen sie sich beim Flaschendrehen küssen. Von da ab ist nichts mehr, wie es vorher war.

Fazit

Ich empfand Sophie sehr reif für ihr Alter. In der Schule bringt sie gute Leistungen. Mit anderen Menschen geht sie meist taktvoll um. Ihre neue Familie hat einen großen Fehler: Sie ist einfach nicht so schrecklich, wie sie sich das vorgestellt hat. Auch der Mischlingshund  Carlos bringt ihr uneingeschränkte Liebe entgegen.

Alex und Sophie verbringen wunderschöne zwei Wochen im Mai. Mit dem Roller fahren sie durch München und zum Zelten an einen See. 
Ich hatte stets das Gefühl, mit dabei zu sein. Ich habe gelacht. Ich habe geweint. Besonders bei einer Szene, so ziemlich am Schluss. Ich habe ein wunderschönes Klavierstück gehört. 
Ich habe vielen Songs aus Sophies Playlist gelauscht. Die Musik und diese wunderbare Geschichte, haben mich an allem teilhaben lassen. Der Schreibstil ist magisch. Emotional und ohne übertriebene Rührseligkeit. Aus der Sicht von Sophie erzählt. 

Die Autorin hat ein brisantes Thema aufgegriffen. Sie räumt mit Vorurteilen auf. Sie gibt der Thematik die Selbstverständlichkeit, die sie auch verdient hat. Ihre direkte Ausdrucksweise gefällt mir. Sie schafft das, ohne dabei taktlos zu werden. Ohne die Romantik zu zerstören. Die Ernshaftigkeit kommt voll zum Ausdruck. Der Sarkasmus von Sophie ist einfach nur köstlich.
Sophie gibt sich nach außen selbstbewusst und unnahbar. >>Es ist schwer, Schwäche zu zeigen, wenn alle denken, dass man stark ist.<< (Seite 290)

Ein Sommer in München mit Regen, Sonne, Lachen, Weinen und viel Liebe. Ein Sommer, der eigentlich nie vergehen sollte. 

Einmal lag Sophie in ihrer "Dienstbotenkammer" auf dem Bett und hat ein Klavierstück gehört. Es war mein Lieblingsstück aus Sophies Playlist. Es hat die melancholische Stimmung von Sophie perfekt eingefangen. "Where is My Mind" von Maxense Cyrin. Warum Dienstbotenkammer? Also, das war so ..... 
Ach ... und Christian! Was ich dir noch sagen wollte ... am Ende fand ich dich super. Warum nicht gleich so?!

Danke Anne Freytag.





Lust auf wunderschöne Klavierklänge? KLICK:  Where is My Mind (Quelle Youtube)

Hier die Meinung von Vanny-Bookalicious









Kommentare:

  1. Liebe Gisela,

    schön, dass dich das bei der LB gekaufte Buch so begeistert hat. Ich war ja beim Kauf dabei :) Die Autorin heißt allerdings Freytag :)- mit e dazwischen ;)
    Nun kannst du dich ja auch auf die anderen Bücher von ihr stürzen..

    Liebe Grüße von Conny :)


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  2. Liebe Conny

    Längst bemerkt und ausgebessert. Ja, das Buch ist ein Traum. Die anderen Büche habe ich alle. Darauf freue ich mich.

    Liebe Grüße,
    Gisela

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  3. Hallo Gisela, die Lesung von Anne Freytag hat mich nicht so begeistert und mitgerissen - DEINE Rezension dazu schon :-) ...ich habe in den nächsten Tagen kaum Zeit und betreue kranke Enkelchen,,,,
    LG Angela

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    1. Auweia Angela

      Da kommst du natürlich nicht zum Lesen. Das Buch kann ich sehr empfehlen. Vielleicht liest du es ja mal. Deine Meinung würde mich interessieren.

      Liebe Grüße und gute Besserung für die Enkelchen,
      Gisela

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  4. Die Autorin und das Buch kenne ich noch nicht. Aber deine Rezension hat mich doch echt neugierig gemacht. Ich werde mir das Buch mal angucken :)

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    1. Liebe Shelly

      Ich könnte mir gut vorstellen, dass dich das Buch auch begeistert.

      Liebe Grüße,
      Gisela

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  5. Hu hu liebe Gisela,

    nun habe ich spontan Deine Rezie gelesen und Du machst mich einfach neugierig auf das Buch (war ich ja eh schon *haha*). Vielleicht kann ich es mir ja zum Geburtstag wünschen!

    Liebe Grüße, Elke.

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    1. Elke, das Buch gefällt dir bestimmt. Ich beneide dich. Du hast das Buch noch vor dir.

      Liebe Grüße,
      Gisela

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  6. Hallo Gisela,
    das hast du so schön geschrieben. Besonders der Satz "die Augen voller ungeweinter Tränen" ... ja, sowas kenne ich :o)
    Mein erstes Buch von Anne Freytag war "Mein bester letzter Sommer". Die Autorin konnte mich damals mit ihrem wundervollen Schreibstil von sich überzeugen. (Natürlich war die Geschichte auch total zauberhaft und die Charaktere total liebeswert). Ich kann mir also vorstellen, dass Anne Freytag dich mit ihren Worten schnell an die Seiten fesseln konnte.

    Die Buchzitate hast du wirklich sehr schön ausgewählt. Die hätte ich mir gewiss auch fürs kleine Zitatenbuch herausschreiben müssen <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Vielen Dank liebe Tanja

      Ich denke, du wirst das Buch auch lesen. Ehrlich gesagt beneide ich dich darum. Du hast diese zauberhafte Geschichte noch vor dir.

      Liebe Grüße,
      Gisela

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    2. Mein bester letzter Sommer wartet auf dem Reader auf mich :-)

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