Donnerstag, März 02, 2017

Meine Meinung zu "Loney" von Andrew Michael Hurley

Info zum Buch:

The Loney - ein verregneter, unwirtlicher Landstrich an der nordenglischen Küste. In der Karwoche des Jahres 1976 pilgert eine brüchige kleine Glaubensgemeinschaft aus London dorthin, um in der Wallfahrtskirche der heiligen Anna für ein Wunder zu beten: möge Hanny, äußerlich schon fast ein Mann, doch von kindlichem Gemüt, von seiner Krankheit erlöst werden. Dreißig Jahre später legt ein Erdrutsch bei The Loney die Leiche eines Babys frei. In Hannys jüngerem Bruder Tonto weckt dies Erinnerungen an jene Reise, die er all die Jahre tief in seinem Inneren verborgen hatte. Doch jetzt drängt die Vergangenheit mit Macht an die Oberfläche und droht, ihm den Boden unter den Füßen wegzureißen. Dieser ungewöhnliche, faszinierende Roman erweckt mit stilistischer Brillanz und einem virtuosen Gespür für Zwischentöne Charaktere und Landschaft zum Leben. Zugleich stellt er grundsätzliche Fragen nach dem Wesen von Glauben und Aberglauben, Vertrauen und Hoffnung.



Meine Meinung

Die Geschichte wird aus der Sicht von Tonto erzählt. Ich hatte Schwierigkeiten in die Geschichte einzutauchen. Aber nach ein paar Seiten legte ich das Buch nur noch beiseite, um alltägliche Dinge zu verrichten. Die kleine brüchige Glaubensgemeinschaft hatte mich in ihren Bann gezogen. 

1976

Eine religiöse Gruppe fährt mit ihren neuen Father von London zur nordenglischen Küste "Loney!"
Seine Schäflein betrachten ihn misstrauisch. Hat er doch sogar nichts mit dem verstorbenen Pfarrer Wilfred gemein. 
Auf Loney herrscht eine Düsternis, die einem samt Regen beim Lesen in die Glieder kriecht.
Nicht alle waren mit dieser Reise einverstanden. 
Hanny ist der ältere von zwei Brüdern. Jedoch kann er nicht sprechen und sein Geist ist der eines Kindes geblieben. Sein jüngerer Bruder Tonto kümmert sich liebevoll um ihn.

Viele Dinge auf der Insel muten gruselig an. Hanny und sein kleiner Bruder Tonto haben eine Begegnung mit einem zwielichtigen Ehepaar und einer jungen schwangeren Frau.

Wir haben es hier mit einer Gruppe von Menschen zu tun, die zum Teil sehr fanatisch agieren. Mir kam oft der Gedanke, es mit einer Sekte zu tun zu haben.
Hanny soll erlöst vom Schwachsinn werden und endlich reden. Abhilfe erhofft man sich von der heiligen Anna. Ihretwegen pilgert man schließlich zur Wallfahrtskirche.
Hannys Mutter scheint den extremen Glauben zu brauchen. Menschen die es lockerer sehen, sind in ihren Augen des Teufels.

Beim Lesen dachte ich mir oft, wer es von diesen, ach so Gläubigen, wirklich ernst meint. 
Der neue Father war mir eigentlich sympathisch. Ich denke, vom Fasten hielt er nicht allzu viel. Auch den strengen Glauben von Hannys Mutter konnte er nicht nachvollziehen. 
Menschen, wie sie verschiedener nicht sein könnten, verbringen gemeinsam Zeit in dem düsteren Haus Mooring.
Ich war mir sicher, dass noch einige Dinge ans Tageslicht kommen, die man niemals vermuten würde.
Besonders gespannt war ich, was es mit dem plötzlichen Tod von Father Wilfred auf sich hatte.
Wie beim Klappentext schon erwähnt, wird nach 30 Jahren die Leiche eines Babys gefunden.

Fazit

Father Bernard pilgert mit einer Gruppe Gläubigen an einen Ort, um einen geistig zurückgebliebenen Jungen zu heilen, der nicht sprechen kann. Eine gläubige Mutter kann nicht akzeptieren, dass ihr Sohn nicht der Norm entspricht.

Eine düstere Atmosphäre ist ständiger Begleiter in dieser Geschichte.
Die Erzählung spielt überwiegend im Jahr 1976. Sie wird aus der Sicht von Tonto erzählt. 
Tonto hat in der Gegenwart einiges zu verarbeiten.
Mir hat der Schreibstil und seine speziellen Protagonisten eine schlaflose Nacht beschert.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten bin ich freiwillig mit gepilgert und habe das Gruseln gelernt. 
Sturm und Regen peitscht über das Haus  hinweg, indem sich Menschen befinden, von denen ich lange nicht wusste, wie ich sie einordnen muss. Sind sie verlogen, fanatisch, abhängig oder einfach nur böse? 
Rund um Mooring ist es düster. Vor allem im Wald .....

Ob mir das Ende gefallen hat? Ich kann nicht ja sagen. Aber, das gesamte Buch ist ein richtiges Highlight für mich. Mit so einem fantastischen Buch habe ich nicht gerechnet. 

Ich empfehle "Loney" auch Lesern, die nichts von der Kirche halten. Für mich ist das Buch eine Mischung aus Drama, Thriller, Fanatismus, Horror und Mystery.

Danke Michael Hurley

Mein Dank geht an bücher.de und Ullstein-Buchverlage









Kommentare:

  1. Ich fands auch so richtig düster und find es kommt besonders gut im Herbst wenn der Regen um die Dächer peitscht. Ich war auch von dem Buch sehr angetan 😊 Tolle Rezension!

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    1. Hallo Ramona.

      Stimmt. Bei uns hat es auch geregnet, als ich es gelesen habe. Ein wirklich klasse Buch.

      Liebe Grüße,
      Gisela

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  2. Huhu Gisela,

    oh man, jetzt hast du mich doch sehr neugierig auf das Buch gemacht. Eigentlich dachte ich vom Klappentext her, dass wäre nichts für mich, aber ich bin immer wieder auf der Suche nach Gänsehautbüchern. Werde da mal ein Auge drauf halten.

    Liebe Grüße
    Silke

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    1. Hallo Silke

      Ich habe das Buch lange vor mir hergeschoben. Zweimal damit angefangen und wieder zur Seite gelegt. Aber, es wäre schade gewesen, wenn ich es nicht gelesen hätte. Ein tolles Buch mit noch tolleren Charakteren. Ich wäre sehr gespannt auf deine Meinung. Für mich war die Geschichte ein richtige Überraschung.

      Liebe Grüße,
      Gisela

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  3. Liebe Gisela,

    bei dem Buch gehen die Meinungen auf amazon ja auch stark auseinander ;) Aber freut mich, dass es dir gefallen hat. Trotz deiner interessanten Rezi ist es aber nicht so meins.

    Liebe Grüße von Conny :)

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  4. Hallo Conny

    Ich weiß. Das ist wieder eins von den Büchern, wo man in der richtigen Stimmung sein sollte. Ich könnte mir schon vorstellen, dass dir Loney gefällt. Mir hat weder der Klappentext noch das Cover zugesagt. Ehrlich, wenn es mir nicht zugesendet worden wäre, hätte ich es nicht gekauft und gelesen.Noch dazu habe ich es überhaupt nicht mit religösen Wahn. Die Geschichte ist klasse geschrieben. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Den Autoren merke ich mir.

    Liebe Grüße,
    Gisela

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  5. Hallo Gisela, ich denke kaufen würde ich das Buch auch nicht. Und religiöser Fanatismus stösst mich richtig ab,,,,
    Einen guten Wochenstart für Dich!
    Angela

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    1. Hallo Angela

      Es ist ein klasse Buch. Das könnte dir auch gefallen. Wie du gelesen hast, mir hat es Anfangs auch nicht zugesagt. Es hat sich gelohnt, dass ich nicht aufgegeben habe.

      Liebe Grüße,
      Gisela

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