Donnerstag, März 02, 2017

Meine Meinung zu "Der schönste Grund, Briefe zu schreiben" von Ángeles Doñate

Info zum Buch

Ein Wohlfühlroman für alle Liebhaber von Briefen und Büchern und ein Liebesroman der ganz besonderen Art von der spanischen Autorin Ángeles Doñate.
Im kleinen spanischen Dorf Porvenir soll die Postfiliale geschlossen werden. Der Postbotin Sara wird ein Job in der Stadt angeboten – fern von ihrer Heimat und den Menschen, die sie liebt. Das aber kann Saras Nachbarin, die 80-jährige Rosa, keinesfalls zulassen: Briefe müssen her, also beginnt sie zu schreiben und bittet den Empfänger, dasselbe zu tun. Schon bald reicht eine Briefkette durch ganz Porvenir, enthüllt Schicksale und Leidenschaften – und füllt die Postfiliale. 
Eine neue Chance für Sara - und eine neue Liebe?



Das Buch ist hier erhältlich.




Briefe sind der schönste Grund, dieses Buch zu lesen!






Meine Meinung


Dieses Buch wird als Wohlfühlroman bezeichnet. Da kann ich nur zustimmen. 
Gleich am Anfang habe ich die Bekanntschaft mit der 80-jährigen Rosa und der Briefträgerin Sara gemacht. Die rothaarige Sara weiß nicht, wie lange sie noch als Postbotin in dem beschaulichen Örtchen Porvenir arbeiten darf. Sie soll nach Madrid versetzt werden.
Rosa und Sara sind dicke Freundinnen. Die alte Dame hat vor fast 40 Jahren Sara auf die Welt geholfen. Rosa hat eine zündende Idee, wie man Saras Versetzung nach Madrid verhindern könnte. Ein Kettenbrief muss in Gang gesetzt werden. Die Postmenge muss unbedingt in die Höhe schnellen.

Diese Thematik hat mich sehr interessiert. Ich denke, in jeder Stadt und in jedem Ort,  werden Postfilialen geschlossen. Leider oftmals ohne Rücksicht auf Menschen, die auf diese Ämter angewiesen sind.
Die Autorin erzählt sehr warmherzig. Die Protagonisten wachsen einem ans Herz. Ich konnte mit Sara richtig mitfühlen. Sie wollte Porvenir nicht mit ihren drei Kindern verlassen. In diesem Ort, wo jeder jeden kennt und Nachbarschaftshilfe groß geschrieben wird, fühlt sie sich wohl. Sarah hat eine Chatt-Bekanntschaft, bei der sie sich immer alles von der Seele schreiben kann.
Rosa trägt ein tragisches Geheimnis in sich. Sie ist auch die erste, die mit der Briefkette beginnt.

Eigentlich handelt es sich in diesem Roman nicht nur um Briefe. Vielmehr schreiben sich die Bewohner von Porvenir ihr Leid von der Seele. Dies passiert in einer wundervollen, teils poetischen Sprache und anonym. 
Manchmal dachte ich mir, nun ist die Kettenbrief-Aktion gescheitert. Nicht jeder, der solch einen Brief erhalten hat, ist der große Briefschreiber. Nicht jeder konnte spontan sein Herz öffnen. 

>>Ungesagte Worte sind wie Anker, die uns an die Tiefe ketten.<< (Seite 16)

Ich durfte mit vielen liebenswerten Menschen Bekanntschaft machen. Allen voran konnte mich die ruppige Dichterin Mara Polsky für sich einnehmen. Die Wahl-Amerikanerin hat sich wie eine Einsiedlerin in Porvenir verschanzt. Wenn auch die Einfälle zum Dichten bei ihr rar geworden sind, kommt sie doch in den Genuss,  einen besonderen Fan kennen zu lernen. 
Unter der rauen Schale der betagten Lady, befindet sich ein weiches Herz. Bei einer bestimmten Szene musste ich Tränen lachen. Frau Dichterin verfügt über einen exzellenten Humor.

Alma und Alex verleihen der Geschichte etwas Zartes. Sie bringen das Leserherz zum Überlaufen. Beide haben eine zündende Idee, welche Porvenir bereichern dürfte.

Eine begnadete Köchin, die nicht schreiben kann, versorgt Porvenir mit leckeren Gerichten und ihrer mütterlichen Art.

>>Kochen ist, wie ein Bild zu malen.<< (Seite 115)

Keine Angst! Zu brav ist die Geschichte nun auch wieder nicht. Käme man sonst in Berührung mit einer Sex-Hotline?

                                           Fazit


Briefe können unheimlich berühren. Das geschriebene Wort ist durch keine Mails zu ersetzen.
Briefe sind der schönste Grund, dieses Buch zu lesen.
Briefe ermöglichen es uns, eine warmherzige Dorfgemeinschaft kennen zu lernen.
Briefe ermöglichen uns, geheimste Sehnsüchte und Wünsche, in Worte zu fassen.
Briefe geben uns die Möglichkeit, einen geliebten Menschen um Verzeihung zu bitten.

"Der schönste Grund, Briefe zu schreiben" handelt von Menschen, die mit ihren geschrieben Worten helfen wollen. 

Da dies ein Roman ist, beschäftige ich mich nicht mit der Frage, ob ein Kettenbrief Wunder vollbringen kann. Aber eins weiß ich: Wie versprochen erzeugt er ein Wohlgefühl! Der Schreibstil ist flüssig und jedes Kapitel beginnt mit einem Vers.
Ich habe mich sehr, sehr wohl gefühlt.

Mein Lieblingszitat: Ich schreibe Gedichte, weil ich nicht anders kann. Wenn ich wach bin, träume ich von Worten. wenn ich schlafe, schreibe ich sie.<< (Seite 47/48)


Ich gratuliere Ángeles Doñate zu ihrem Debüt.

Mein Dank geht an Andrea Koßmann, durch die ich auf dieses Buch aufmerksam geworden bin.











Kommentare:

  1. Hu hu liebe Gisela,

    nun habe ich Deine Rezie gelesen. Sehr schön :-) Ich kann Dir voll und ganz zustimmen!

    Liebe Grüße, Elke.

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  2. Danke Elke :-)

    Es ist aber auch ein wunderbares Buch.

    Liebe Grüße,
    Gisela

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  3. Liebe Gisela,

    ja, auch deine Rezi ist schön. Ein richtiger Wohlfühlroman, da stimme ich dir voll zu. Gut, dass du das Buch für eine Leserunde vorgeschlagen hast, sonst hätte ich echt was verpasst.

    Liebe Grüße von Conny ♥

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    1. Habe ich gerne gemacht. Mein SuBermarkt soll ja kleiner werden ;-)

      Hab übrigens noch einen tollen Vorschlag, für eine spätere Leserunde. Werde Elke mal anschreiben. Das Buch bekommt ihr bestimmt in der Biblo.

      Auf in die nächste Leserunde,
      Gisela

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  4. Hallo Gisela , ich habe das Buch vor einiger Zeit geschenkt bekommen und werde es demnächst lesen. Deine gute Rezension hat mich dazu motiviert,,,,
    Herzliche Grüsse und eine schönes Lese-We,,, ich war ein igle Zeit nicht da und muss nun viel nachholen,,,aber Bücher sind ja geduldiger als Menschen ;-)!
    Angela

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