Dienstag, Februar 14, 2017

Meine Meinung zu "Die Liebeserklärung" von Jean-Philippe Blondel

Erklär mir die Liebe! Corentin ist 27 und arbeitet als Assistent seines Patenonkels. Mit ihren Kameras begleiten sie Hochzeitspaare an ihrem großen Tag. Aline, die Corentin vom Aufstehen bis zum Abend filmen soll, bittet ihn, ihr an einen ruhigen Ort zu folgen. Sie will für ihren Bräutigam eine Liebeserklärung aufnehmen. Wie sehr Alines Worte sein Leben verändern werden, ahnt Corentin zunächst nicht. Von nun an bringt er Freunde, Verwandte und mehr oder weniger originelle Protagonisten anderer ausgefallener Hochzeiten dazu, vor der Kamera zu offenbaren, worum es im Leben geht. Feinsinnig und klug erzählt der Bestsellerautor von „6 Uhr 41“ vom Heiraten, von Freundschaft und natürlich von der Liebe. Eine romantische Liebesgeschichte aus Frankreich.


Weitere Infos zum Buch: Hanser-Literaturverlage

Die etwas andere Romantik,  mit französischen Charme.

Meine Meinung

Die Liebeserklärung ist ein außergewöhnlicher Liebesroman. Er handelt von Hochzeiten, die gefilmt werden. Corentin genießt in dieser Geschichte die Hauptrolle. Mit seinem Patenonkel fotografiert und filmt er Paare, die sich das Jawort geben.
Corentin widerfährt ein wunderbares Erlebnis in einer Abstellkammer. Die graue Maus Aline spricht per Video zu ihrem Bräutigam. Corentin filmt die Liebesschwüre und erlebt eine Achterbahn der Gefühle. Er ist so fasziniert, dass er das nun bei jeder Hochzeit praktizieren möchte.

Dachte ich Anfangs dass niemand vor laufender Kamera sein Innerstes nach außen kehren würde, belehrte mich diese Story eines besseren. 
Corentin erfährt Geheimnisse und bekommt teilweise menschliche Abgründe serviert, die jeder Hochzeitstorte spotten.
Nicht jedes Paar ist von einer Ehe wirklich überzeugt. Nicht jedes Paar ist Mann und Frau, so wie sich das gehört. Fragt mal den Bürgermeister!
Nicht jeder Liebesschwur ist für den Bräutigam gedacht. Und nicht jede Ehe hält was sie anfangs verspricht. Aber, das ist uns allen ja nichts Neues.
Nicht jedes Fest verläuft harmonisch. So dann und wann muss da der Hochzeitsfilmer schon einschreiten. Ich denke, wenn man sein Gesicht ständig hinter der Kamera verstecken kann, bekommt man alles mit und entwickelt mehr Mut.

Ich wusste nicht, was ich von Corentin halten soll. Manchmal haben mich seine düsteren Gedanken irritiert. Sie passten irgendwie nicht zu Corentin. Ich würde ihn als Romantiker einstufen. Einen, der damit nicht hausieren geht. Könnte man sonst solch einen Beruf ausüben?
Mit den Frauen ist das so eine Sache. Corentins Freundinnen waren allesamt von seinem eleganten Outfit begeistert. Zumindest so lange, bis sie bemerkt haben, dass es nicht ihnen galt, sondern den Hochzeiten. Ja, und das von März bis September an fast allen Samstag- und Sonntagen. Ein romantischer Beruf, der die eigene Romantik verkümmern lässt.

Der Schreibstil ist locker leicht. Ich weiß nicht warum, aber ich hätte mehr Tiefsinn erwartet. Ich denke, diese Vermutung ist dem Cover geschuldet. Bild und Schrift ließen mich keine solche Leichtigkeit erahnen.
Ich hätte gerne mehr Nähe zu den Protagonisten aufgebaut. Da in der dritten Person geschrieben wurde, war mir das in diesem Roman nicht möglich. 

Zitate aus dem Buch:

>>Nein, sagen Sie nichts, es würde nichts nützen, Sie werden dafür bezahlt, mir Komplimente zu machen, und außerdem würde mir heute kein Mensch die Wahrheit sagen, es ist der Jahrmarkt der Scheinheiligkeiten.<< (Seite 19)

>>Eine Hochzeit muss den beiden Familien gefallen und nicht unbedingt dem Brautpaar!<< (Seite 47)



Fazit

Trotz kleiner Schwächen kann ich  "Die Liebeserklärung" empfehlen. Die Idee, der französische Charme und die Umsetzung konnten mich größtenteils überzeugen. 
Die Geheimnisse, die einige Hochzeitsgäste, Freunde und Verwandte preisgaben, verpassten der Story eine Prise Spannung und Humor.

Ob mir das Ende gefallen hat? Ja, obwohl ich nach den ersten paar Seiten schon so eine Ahnung hatte. 

Ich habe diese Geschichte, mit der etwas anderen Romantik, heute am Valentinstag beendet.
Da man am Valentinstag ja Freude verschenken sollte, werde ich das mit dieser Geschichte nun tun. Wenn das Ganze auch verspätet passiert: Sollte man nicht immer Freude und Liebe verbreiten? Braucht man dazu unbedingt einen Valentinstag? Eine "Liebeserklärung" findet immer Anklang!

Danke Jean-Philippe Blondel

Mein Dank geht an LovelyBooks und Hanser-Literaturverlage für die Bereitstellung des Buches.

"Die Liebeserklärung" wandert nach Österreich.





Kommentare:

  1. ...und ich freue mich schon auf "Die Liebeserklärung", auch wenn ich bereits gesehen habe, dass nicht alle beim Lesewochenende so begeistert waren....DANKE!
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Ich fand es gar nicht mal so schlecht. Ich hatte etwas andere Erwartungen. Freu dich darauf!

      Liebe Grüße und viel Spaß damit. Morgen geht es auf Reisen. Ich brauche noch deine Adresse.

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