Sonntag, Januar 29, 2017

Meine Meinung zu "Mein Leben als Zucchini" von Giles Paris

Das Buch zum gleichnamigen Animationsfilm

Nicht jeder hat das Glück, ein Waisenkind zu sein!

Zu diesem Schluss kommt der kleine Icare, Spitzname Zucchini, als er nach dem tragischen Tod seiner Mutter in ein Waisenhaus eingewiesen wird - denn hier kann er zum ersten Mal nach Herzenslust leben. Zucchinis Glück scheint vollkommen, als die grünäugige Camille ins Waisenhaus kommt. Doch die Glücksfee hält noch ein letztes Geschenk bereit...

Gilles Paris‘ einfühlsam aus der Sicht eines Neunjährigen erzählter Roman ist eine wunderbare Liebeserklärung an die Kinder – an ihre unsentimental klare Weltsicht, ihren geradlinigen Mut und ihre Bereitschaft vorbehaltlos zu lieben. Eine Geschichte voller Poesie, fein changierend zwischen lebensklugem Humor, Nachdenklichkeit und Situationskomik und Hoffnung. Dieses lebenskluge Buch erinnert daran, wie großmütig und nachsichtig die Kinder dieser Welt mit den Erwachsenen sind.


Eine Runde knuddeln, lachen und weinen gefällig? Hier lang. KLICK: Knaus-Verlag





Eines mal vorweg, bevor Ihr diese Besprechung lesen werdet. Ich gebe Euch den guten Rat, lest die Rezi nicht, bevor Ihr die Geschichte gelesen habt. Die Erwartungen könnten eventuell zu hoch werden. Mich hat sie positiv überrascht. Sie hat sich in mein Herz geschlichen. Sie hat mich ganz einfach tief berührt. Lasst Euch einfach ohne Vorkenntnisse in die Geschichte fallen! Das Cover kann mich nach wie vor überhaupt nicht begeistern. Die Aufmachung ist zwar nett gestaltet, jedoch kann ich mit Animitationsfiguren nicht viel anfangen. Trotzdem, ich werde mir den Film im Kino ansehen. Vielleicht kann mich ja auch der Film für sich einnehmen.
Ihr wollt trotzdem meine Meinung zum Buch wissen? 


Zum Inhalt


Der kleine Zucchini möchte den Himmel erschießen. Er findet eine Pistole im Schlafzimmer seiner Mutter. Die Mutter sitzt den ganzen Tag vor dem Fernseher und trinkt ihre "Bierchen!" Als sie im Garten die Schüsse hört, versucht sie Zucchini die Pistole abzunehmen. Im Gerangel löst sich ein Schuss. Nun ist die Mama selber im Himmel.
Zucchini versteht noch nicht die ganze Tragweite von dem Vorfall. Die Mama schläft bestimmt und wird bald wieder aufwachen. Dann wird sie bestimmt böse auf ihn sein. Er versteckt sich im Speicher.
Da werden Nachbarn auf die tote Mutti im Garten aufmerksam und verständigen die Polizei.

Meine Meinung

Noch nie hat mich ein Kind in einem Roman so berührt wie Zucchini. Der kleine Knirps hatte bei seiner Mutter nichts zu lachen. Sie kümmerte sich nicht um den Kleinen und schimpfte ihn für Dinge, die er nicht verbrochen hat. Zucchini musste sich sein Essen selber machen und putzte stets das ganze Haus. Seine ungepflegte Mutter trank ihre Bierchen und sah fern. Sie interessierte sich für keine Elternabende und kümmerte sich nicht darum, ob Zucchini überhaupt in die Schule geht.

Nachdem Zucchini seine Mutter versehentlich erschossen hat, versteckt er sich. Hat Angst vor der Schimpfe der Mutter.
Da erscheint der Gendarm Raymond und nimmt ihn mit aufs Revier.

Den warmherzigen Raymond habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Das Mitgefühl, das er für den kleinen Zucchini hat, kann man zwischen den Zeilen spüren.
Er nimmt dem Kleinen die Angst und fährt ihn in ein Kinderheim. Zucchini wird dort mit offenen Armen aufgenommen Er kann nur nicht leiden, dass er mit seinem richtigen Namen Icare angesprochen wird. Er heißt jetzt schließlich Zucchini!
Raymond verspricht ihm, ihn regelmäßig zu besuchen.

Die Dialoge sind oft zum Schmunzeln. In dem Heim geht man mit den Kindern sehr gut um. Man verhätschelt sie und vermittelt ihnen viel Wärme und Geborgenheit. Jedes der Kinder hat traumatische Erlebnisse hinter sich. Manche haben keine Eltern mehr. Andere wiederum wissen nicht, wo ihre Eltern sich befinden.
Trotz der traurigen Thematik ist die Geschichte sehr witzig. Sie ist berührend und wunderbar erzählt.
Jedes einzelne Kind ist gut beschrieben. Ich habe von jedem Kind ein genaues Bild im Kopf.
Zucchini blüht in dem Heim richtig auf. An seine Mutter denkt er nur noch selten.
Er bekommt gutes Essen und schläft in einem sauberen Bett. Man interessiert sich für ihn. Sieht in ihm das kleine Kind, das er ist. Geburtstage werden gefeiert. Es gibt Schockoladenkuchen und alles was ein Kinderherz begehrt. Dann bekommt das Heim Familienzuwachs. Ein kleines Mädchen, welches Zucchinis Herz höher schlagen lässt.

Raymond hält sein Versprechen und besucht Zucchini regelmäßig. Nicht nur das ....

Fazit

Manchmal muss man seine wahre Familie verlieren, um eine Richtige zu bekommen.
Die Heimbetreuer, ( von Zucchini Heimwehstreuer genannt) unternehmen viel mit den Kindern.
Das Personal hat seine eigenen Sorgen und Nöte. Niemals wird es jedoch an den Kindern ausgelassen.
So ein Heim ist wirklich wünschenswert. Ich habe mich oft gefragt, ob es so ein Kinderparadies wirklich gibt.

Das Cover hat mich nicht angesprochen. Weder vor- noch nach dem Lesen des Buches. Animationsfiguren sind nicht so meine Sache. Der Inhalt gleicht dieses Defizit jedoch wieder aus.
Ausgleich ist eigentlich der falsche Ausdruck für diese emotionale, kluge und witzige Geschichte.
Zucchini hat viele Fragen, mit denen er alle nervt. Uns Leser bringt er damit zum Lachen. Die Logik, die er manchmal hat, ist einfach nur köstlich.

>>Die Kirche ist das Haus vom lieben Gott, aber der ist dort nie. Das wundert mich nicht, denn in seinem Haus ist es immer mörderisch kalt. Der liebe Gott ist nicht doof.<< (Seite 82)

>>Blos weil man nie fragt, weiß man noch lange nicht alles.<< (Seite 209)

Die Mitarbeiter sind alles andere als perfekt. Perfekt ist jedoch die Liebe, die sie den Kindern geben.

Ob mir das Ende gefallen hat? JA! Und wie .....

Danke Giles Paris


Mein Dank geht an den Knaus-Verlag für die Bereitstellung des Buches.


Gilles Paris (Autor)

Gilles Paris ist Pressechef eines großen Pariser Verlagshauses. 1991 hat er seinen ersten Roman veröffentlicht: "Papa et Mama sont mort" wird derzeit verfilmt. Sein zweiter Roman "Autobiografie einer Pflaume" war auf Anhieb ein Bestseller.

Melanie Walz (Übersetzerin)

Melanie Walz, geboren 1953 in Essen, wurde 1999 mit dem "Zuger Übersetzer-Stipendium", 2001 mit dem "Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis" und 2015 mit dem Übersetzerpreis der Stadt München ausgezeichnet. Sie ist die Übersetzerin von u. a. Antonia Byatt, John Cooper-Powys, Lawrence Norfolk.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen