Montag, Februar 08, 2016

Meine Meinung zu "In Liebe, für immer" von Hannah Beckerman

Vita

Hannah Beckerman studierte Englisch und Literatur in London und arbeitete danach für die BBC in London und Bangladesh. Heute lebt sie als Journalistin und Autorin mit ihrem Mann und ihrer Tochter in London. In Liebe, für immer ist ihr erster Roman.

Info


Ein Jahr nach Rachels unerwartetem Tod, haben Max und Ellie den Verlust immer noch nicht überwunden. Und genauso ergeht es Rachel. Gefangen an einem Platz zwischen Himmel und Erde, darf sie ab und an noch einen Blick auf das Leben ihrer Familie werfen. Sie muss mitansehen, wie die beiden sich in ihrem neuen Leben ohne sie einrichten. Als Max dann von seinen Freunden dazu gedrängt wird, sich auf die Suche nach einer neuen Frau zu machen, merkt Rachel, dass sie noch nicht bereits ist, ihren Mann loszulassen. Obwohl sie für Max und Ellie nur das Beste will ...
Ein anrührender Roman über Liebe, Trauer und das Loslassen

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Meine Meinung

Wie ich auf dieses Buch gekommen bin? Erstmal ist mir das Cover ins Auge gestochen. Der Klappentext konnte mich dann restlos überzeugen. Ich war jedoch nicht auf eine so emotionale Geschichte vorbereitet. Obwohl ich schon sehr viele Bücher gelesen habe, in denen es um Krankheit, Sterben und Trauer ging, war "In Liebe, für immer" eine totale Überraschung für mich. 
In dieser Geschichte erleben wir nicht nur die Trauer der Hinterbliebenen; auch die Sorgen und Nöte der verstorbenen Rachel werden uns nahe gebracht.

Rachel hatte einen unentdeckten Herzfehler und wurde ohne Vorwarnung aus dem Leben gerissen. Sie feierte mit ihrem Mann Max und ihrer kleinen Tochter Ellie Max beruflichen Aufstieg zum Rektor. Rachel bekommt einen Herzanfall und stirbt in den Armen ihres Mannes.

Sehr sensibel behandelt die Autorin das Thema Trauer. Die kleine Ellie hat, trotz dem Verlust der Mutter, ein gutes soziales Umfeld. Zwei Omas und ein Opa sind sehr bemüht um das Wohlergehen von Ellie. Max ist ein Vater, der seine Tochter in die Trauer voll mit einbezieht. Er redet mit ihr über ihre Ängste und tut alles, um seinen >>Engel<< glücklich zu machen. Er  weicht keiner noch so schwierigen Frage der kleinen Ellie aus. 
Max bekommt viele Ratschläge. Er sieht sich jedoch lange nicht in der Lage, diese anzunehmen. Seine Rachel war seine große, perfekte Liebe. Er verspürt nicht die geringste Lust mit Freunden auszugehen. 

Rachel ist nach ihrem Tod von einer endlosen, wabernden Weiße umgeben, die sich immer wieder lichtet und ihr einen Blick auf ihre Lieben frei gibt. Sie fühlt sich unendlich einsam. Sie versteht nicht, warum sie immer wieder  einen Einblick auf das Leben ihrer Familie bekommt. Helfen kann sie ihrem Mann und der Tochter nicht. Völlig isoliert wird sie immer wieder Zeugin von einem Leben, dass ohne sie weiter geht. Es bricht Rachel das Herz Max und Ellie leiden zu sehen. Sie muss feststellen, dass sie Angst davor hat, vergessen zu werden. Einerseits möchte sie ihre Familie glücklich erleben; anderseits hat sie Angst davor, dass das ohne sie passiert.

Nicht nur Trauer und Leid von Max und Ellie finden in dieser Geschichte Beachtung. Alle Verwandten und Freunde werden mit einbezogen. Die Sichtweise jedes Einzelnen wird von der Autorin sehr gut beschrieben.
Mir hat sehr gut gefallen, dass jeder seine Meinung offen und ehrlich gesagt hat. Streitereien haben jedoch nie zu einem Bruch in der Familie und im Freundeskreis geführt.


Fazit

Ich möchte nicht zuviel von dieser Geschichte verraten. Sie ist so anders als alles was ich bisher gelesen habe. Ich hoffe, dass die Geschichte von Rachel reine Fiktion ist. Wer kann schon genau sagen, was nach unserem Tod passiert? Ich würde niemals zusehen wollen, wie meine Hinterbliebenen weiter leben und mich nicht wahrnehmen. Für Rachel war es oft die Hölle.
Bei diesem Buch konnte man das Hintergrundwissen der Autorin, zu dieser Thematik, bei jeder Seite spüren. 
Uns wird vor Augen geführt, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss, mit seiner Trauer umzugehen. Es gibt in der Geschichte auch mal Passagen zum Schmunzeln. 
Trotz des traurigen Themas kommt dieses Buch sehr optimistisch rüber; zeigt es doch auch wieder die sonnigen Zeiten des Lebens.
Man hat das Gefühl beim Lesen alles selber zu erleben.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr gefühlvoll.

Eine Empfehlung von mir an Alle, die diesem schwierigen Thema nicht aus dem Weg gehen,
die sich in einer ähnlichen Situation befinden und sich damit auseinandersetzen wollen,
die keine Angst vor ihren eigenen Emotionen haben.

Danke Hannah Beckerman
5 Sterne