Samstag, April 02, 2016

Meine Meinung zu "Als Hemingway mich liebte" von Naomi Wood

Vita

NAOMI WOOD, geboren 1983, studierte in Cambridge und promovierte an der University of East Anglia. Ihre Recherchen für diesen Roman führten sie von der British Library zur Library of Congress und zu Hemingways Wohnsitzen und Lieblingsplätzen in Chicago, Paris, Antibes, Key West und Kuba. Sie lebt in London.www.naomiwood.com

Info


Im Sommer 1926 fahren Hemingway und seine Frau Hadley von Paris in ihr Haus in Südfrankreich. Sie verbringen ihre Tage mit Schwimmen, Bridge, Drinks und Hadleys bester Freundin Pauline. Dass sie zugleich Hemingways Geliebte ist, scheint Mrs. Hemingway Nr. 1 in Kauf zu nehmen - vorerst. Bald ist klar: Weder sie noch Pauline wird die letzte Ehefrau sein.
Basierend auf Briefen und anderen authentischen Quellen beschwört Naomi Wood nicht nur die immer wieder scheiternden Ehen des Schriftstellers herauf, sondern auch die Atmosphäre in den Kreisen der Bohème jener Zeit. Eine tragische, herzzerreißende, großartig erzählte Geschichte über das Scheitern vierer Frauen an einem charismatischen Mann und erfolgreichen Schriftsteller.


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Zum Inhalt

Gute 350 Seiten lang habe ich Sommer pur erlebt. Cocktails am Pool und jede Menge Partys. 
Ernest Hemingways Leben war wahrlich nicht langweilig. 

In Atibes 1926 führte der Schriftsteller ein behagliches Leben mit seiner ersten Frau Hadley. Damals waren sie noch arm wie Kirchenmäuse und wurden oft von Freunden unterstützt. Tauben auf dem Dach dienten oftmals als Mittagessen; welches Hadley in ihrer ärmlichen Wohnung zubereitete. Das änderte sich schlagartig, als Ernest einen guter Wurf mit seinem Roman "Fiesta" landete.
Hadley passte eigentlich gar nicht in die Welt von Hemingway. Sie liebte ihren Ernest abgöttisch und fügte sich seinen Wünschen. Sie wusste um die Affäre, die er mit ihrer besten Freundin hatte; lud diese sogar zum gemeinsamen Urlaub ein. 
Ich verrate nichts Neues, wenn ich Euch nun erzähle, dass die Ehe von Ernest und Hadley nicht hielt. Es sollten noch drei weitere Ehefrauen folgen.

Meine Meinung

Dieses Buch ist genauso so, wie es das Cover verspricht. Trotz Krieg und Ernests psychischen Problemen, hat man das Gefühl, beim Lesen ein paar wunderschöne Urlaubstage zu verbringen.
Das Augenmerk liegt hauptsächlich auf Ernests Ehefrauen. Hadley, Pauline (Fife), Martha und Mary.

Obwohl Fife Hadley den Mann ausspannte, blieben die beiden Freundinnen. Fife klagte Hadley sogar ihr Leid, als sie langsam aber sicher von der zukünftigen Ehefrau Nummer 3 abgelöst wurde. Die selbstbewusste Fife gab sich nicht so schnell geschlagen. Doch, Ernest nabelte sich ab und ehelichte alsbald Martha. 
Mit der Schriftstellerin und Kriegsreporterin Martha verband ihn sehr viel. Zwei Schriftsteller in einem Haushalt! Kann das gut gehen? Nein! Die Sicherheit, dass Martha gerade dabei war ihren Ehemann zu verlieren, brachte eine Klopapierrolle. Auf diesem ungewöhnlichen Beweismaterial befanden sich Liebesschwüre für die zukünftige Ehefrau Nummer 4! 
Mary beneidete Martha um ihren beruflichen Werdegang und ihren Mann. Zweiteres sollte sie dann bald bekommen. Für Ernest beendete sie ihr Ehe.
Ernest, mit dem gesunden Appetit auf Unmengen Alkohol, war nun schon von seinem Lebenswandel gezeichnet. Aufgeschwemmt und langsam dem Wahnsinn verfallend, führte er seine letzte Ehe mit Mary.

Die Recherchen der Autorin spiegeln sich im Roman wieder. Die Frauen wurden von ihr sehr gut beschrieben. Vor allem Fife hatte zu 100% so ausgesehen, wie ich sie mir beim Lesen vorgestellt habe. Es gibt im Netz sehr interessante Seiten zu Hemingway und seinen Frauen. Der Schreibstil ist flüssig. Die Protagonisten authentisch.


Fazit

Ernest musste wirklich ein charismatischer Mann gewesen sein. Die Frauenherzen flogen ihm zu, wie die Motten auf das Licht. Meinte man, alle vier Frauen wären abhängige Personen gewesen, irrt man gewaltig. Selbst in den 20 igern hatten die Damen einen guten Beruf. Diesen konnten Hadley und Fife erst einmal nicht mehr ausführen; gebaren sie Ernest doch Kinder. Hadley einen und Fife zwei Söhne. Die Orte, an denen Ernest mit seinen Frauen lebte, waren immer sehr idyllisch und sonnig. 
Das Lesen dieses Buches mutet wie eine niemals endende Party an. Manchmal bekam ich schon einen Schwips, ob der beschriebenen Cocktails. Auch seine Ehefrauen waren allesamt trinkfest. 
Amüsant fand ich, wie Ernests Frauen seiner Untreue auf die Schliche kamen. Dies passierte stets, mit irgendwelchen geschriebenen Worten, an den ungewöhnlichsten Stellen und Orten.

Ich empfehle jedem dieses Buch, der wissen will,

- wie Hemingway seine Frauen kennengelernt hatte,
- wo- und wie er mit den Damen lebte,
- wie sie seiner Untreue auf die Schliche kamen,
- was der Schriftsteller, Reporter, Großwildjäger und Angler im Krieg erlebt hatte,
 -welchen Cocktails er nicht widerstehen konnte
- von welchen Ängsten er geplagt wurde,
- welche Auswirkungen ein verlorener Koffer mit sich brachte,
- wie er seine letzen Jahre verlebte.   



Die Geschichte ist fiktiver Natur; mit einem sehr hohen Wahrheitsgehalt. 
Wir begleiten Hemingway von 1926 bis zu seinem Tod 1961.

Warum ich diesem Buch 5 Sterne gebe? Weil ich mich in diese Geschichte verliebte!

Danke Naomi Wood.


Mein Dank geht an den Hoffmann und Campe-Verlag


Werke von Hemingway:

1925 - In unserer Zeit (Kurzgeschichtensammlung) und die Sturmfluten des Frühlings, (Kurzroman)
1926 - Fiesta


Alle weiteren Bücher von Hemingway findet Ihr auf Wikipedia!

Das meint Sabine von Buchmomente dazu!





Kommentare:

  1. Hallo Gisela,

    eine schöne Rezension über einen Mann, der mir, je mehr ich über ihn erfahre, nicht sympathischer wird!
    Ich werde mal in das Buch reinlesen, ob mir der Sprachstil zusagt.
    Ich wünsche dir eine angenehme Woche,
    lg Barbara!

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    1. Hallo Barbara

      Danke. Der Schreibstil ist unserer Zeit angepasst und flüssig zu lesen. Ja, Hemingway war ein komischer Kauz; ein interessanter komischer Kauz. :-))
      LG, Gisela

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