Dienstag, März 29, 2016

Meine Meinung zu "I SAW A MAN" von Owen Sheers




Owen Sheers, geboren 1974 in Fidschi, lebt nach einer Zeit in London heute wieder in Wales, wo er auch aufgewachsen ist. Vielseitig talentiert, lässt er sich nur schwer auf eine Form festlegen - zu seinen publizierten Werken zählen Dramen, Libretti, Gedichte und ein Sachbuch. Der Debütroman "Resistance" wurde in zehn Sprachen übersetzt und mit Michael Sheen in der Hauptrolle verfilmt. Sheers wurde u.a. mit dem Somerset Maugham Award, der Hay Festival Poetry Medal und dem Amnesty International Freedom of Expression Award ausgezeichnet. "I Saw a Man" ist sein zweiter Roman und für den französischen Prix Femina étranger nominiert.

Info


Ein atemberaubendes Drama über die Last von Geheimnissen

Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline, die als Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben gekommen ist, erträgt Michael es nicht länger im gemeinsamen Heim in Wales. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus ... und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird.

Ein tiefgreifender, packender Roman über Verlust, Schuld und die heimtückische Natur von Geheimnissen.

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Zum Inhalt
Die Geschichte beginnt mit Michael Turner, der das Haus seiner Nachbarn betritt. Er möchte sich seinen Schraubenzieher für seinen Fechtdegen zurückholen. Michael ist verwundert, dass die Haustüre der Nelsons offen steht. Er überlegt ob er das Haus überhaupt betreten soll. Warum eigentlich nicht? Er ist doch mit der Familie Nelson dick befreundet. Bestimmt ist die offene Tür ein Versehen. Oder, ist etwas passiert?

Lange wusste ich nicht, wo diese Geschichte mich hinführen will. Mal spielt sie sich im Haus der Nelsons ab, mal erleben wir Rückblenden aus Michaels Leben. Seit Michael seine Frau bei einem Dreh in Afghanistan verloren hat, ist er nicht mehr der selbe Mensch. Frauen interessieren ihn nicht mehr. Die Journalistin Caroline war seine große Liebe. Er verlässt ihr gemeinsames Haus in Wales und beginnt einen Neuanfang in London. Dort hofft der Schriftsteller wieder neue Ideen für ein Buch zu bekommen.
Michael ist glücklich darüber, bei der Familie Nelson Anschluss gefunden zu haben. Der steinreiche Banker Josh, seine Frau Samantha und ihre zwei Töchter wachsen ihm schnell ans Herz. Er wird zu sämtliche Partys und Abendessen eingeladen. Mit Josh geht er regelmäßig joggen.

Meine Meinung

Die Ehe der Nelsons kam mir ziemlich frostig vor. Samantha konnte ihren Gästen keine aufrichtige Herzlichkeit entgegen bringen. Oft bekam Michael mit, wenn sich die beiden angifteten. Josh machte auf mich einen sehr einfältigen Eindruck. Überhaupt fand ich, dass die Freundschaft zu Michael zu schnell und innig war. Ich hatte das Gefühl, dass sie damit eine Leere füllen wollten.
Ein schreckliches Ereignis bringt abermals Michaels Leben ins Wanken.
Ich konnte Michael ein Stück weit verstehen. Oft dachte ich mir, bis zu einem bestimmten Punkt hätte ich genauso gehandelt. Aber, nur bis zu einem bestimmten Punkt und nicht weiter!!!
Michael erhält einen Brief, der ihn sehr aufwühlt. Er muss erst überlegen, ob er ihn beantwortet. Den Briefwechsel der entstand fand ich traurig und spannend.
Die Verlogenheit der Protagonisten raubt einem stellenweise den Atem. Nichts ist so, wie es den Anschein hat. Das Lügennetz verhindert die Aufklärung eines Falles.
Josh wurde auf raffinierte Weise aktiv. Das hätte ich ihm nicht zugetraut! Vor allem, die Entdeckung die er macht.

Fazit

Über dieses Buch fiel es mir sehr schwer, etwas zu schreiben. Nur ein Wort zuviel könnte die ganze Spannung rauben. Man sollte in die Geschichte eintauchen und keine Thriller-Erwartungen stellen. Diese hat man nach dem Klappentext gerne. Es handelt sich um eine Tragödie.  Die Story ist auf eine sehr leise Weise spannend. Das Kopfkino stellte sich bei mir besonders nach dem Lesen ein. Der Schreibstil ist flüssig und die Protagonisten gut beschrieben. Das Verhalten der Nelsons und Michael fand ich völlig absurd. Bei einer echten Freundschaft wäre niemals so ein Lügennetz entstanden. Funkstille ja, was der Situation geschuldet wäre.

Ich empfehle jedem dieses Buch der

- gerne Bücher mit leisen Tönen liest,
- raffinierte Spannung zu schätzen weiß,
- in die seelischen Abgründe von Menschen blicken will,
- erleben will wie ein richtiges Lügennetz gesponnen wird,
- Belletristik vom Feinsten genießen will!

Für mich wieder ein neues Highlight 2016!

Danke Owen Sheers

Von mir eine absolute Empfehlung und 5 Sterne







1 Kommentar:

  1. Hi Gisela, da hast du ein Buch gelesen, das auch auf meiner Leseliste steht. Deshalb bitte nicht böse sein, dass ich die Rezi nicht so genau lese. Dein Fazit wird aber vermutlich dazu führen, dass das Buch in mein Regal wandert. Dankeschön.
    Das Lieb meiner Schwester hat mir sehr gut gefallen. Ich lese zwar hauptsächlich Krimis, an Zeitgeschichte bin ich aber auch sehr interessiert.
    Liebe Grüße walli :-)

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