Dienstag, März 29, 2016

Meine Meinung zu "I SAW A MAN" von Owen Sheers




Owen Sheers, geboren 1974 in Fidschi, lebt nach einer Zeit in London heute wieder in Wales, wo er auch aufgewachsen ist. Vielseitig talentiert, lässt er sich nur schwer auf eine Form festlegen - zu seinen publizierten Werken zählen Dramen, Libretti, Gedichte und ein Sachbuch. Der Debütroman "Resistance" wurde in zehn Sprachen übersetzt und mit Michael Sheen in der Hauptrolle verfilmt. Sheers wurde u.a. mit dem Somerset Maugham Award, der Hay Festival Poetry Medal und dem Amnesty International Freedom of Expression Award ausgezeichnet. "I Saw a Man" ist sein zweiter Roman und für den französischen Prix Femina étranger nominiert.

Info


Ein atemberaubendes Drama über die Last von Geheimnissen

Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline, die als Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben gekommen ist, erträgt Michael es nicht länger im gemeinsamen Heim in Wales. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus ... und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird.

Ein tiefgreifender, packender Roman über Verlust, Schuld und die heimtückische Natur von Geheimnissen.

Hier komm Ihr zu weiteren Infos und Specials! Ihr könnt dieses Meisterwerk hier kaufen: DVA Verlag

Zum Inhalt
Die Geschichte beginnt mit Michael Turner, der das Haus seiner Nachbarn betritt. Er möchte sich seinen Schraubenzieher für seinen Fechtdegen zurückholen. Michael ist verwundert, dass die Haustüre der Nelsons offen steht. Er überlegt ob er das Haus überhaupt betreten soll. Warum eigentlich nicht? Er ist doch mit der Familie Nelson dick befreundet. Bestimmt ist die offene Tür ein Versehen. Oder, ist etwas passiert?

Lange wusste ich nicht, wo diese Geschichte mich hinführen will. Mal spielt sie sich im Haus der Nelsons ab, mal erleben wir Rückblenden aus Michaels Leben. Seit Michael seine Frau bei einem Dreh in Afghanistan verloren hat, ist er nicht mehr der selbe Mensch. Frauen interessieren ihn nicht mehr. Die Journalistin Caroline war seine große Liebe. Er verlässt ihr gemeinsames Haus in Wales und beginnt einen Neuanfang in London. Dort hofft der Schriftsteller wieder neue Ideen für ein Buch zu bekommen.
Michael ist glücklich darüber, bei der Familie Nelson Anschluss gefunden zu haben. Der steinreiche Banker Josh, seine Frau Samantha und ihre zwei Töchter wachsen ihm schnell ans Herz. Er wird zu sämtliche Partys und Abendessen eingeladen. Mit Josh geht er regelmäßig joggen.

Meine Meinung

Die Ehe der Nelsons kam mir ziemlich frostig vor. Samantha konnte ihren Gästen keine aufrichtige Herzlichkeit entgegen bringen. Oft bekam Michael mit, wenn sich die beiden angifteten. Josh machte auf mich einen sehr einfältigen Eindruck. Überhaupt fand ich, dass die Freundschaft zu Michael zu schnell und innig war. Ich hatte das Gefühl, dass sie damit eine Leere füllen wollten.
Ein schreckliches Ereignis bringt abermals Michaels Leben ins Wanken.
Ich konnte Michael ein Stück weit verstehen. Oft dachte ich mir, bis zu einem bestimmten Punkt hätte ich genauso gehandelt. Aber, nur bis zu einem bestimmten Punkt und nicht weiter!!!
Michael erhält einen Brief, der ihn sehr aufwühlt. Er muss erst überlegen, ob er ihn beantwortet. Den Briefwechsel der entstand fand ich traurig und spannend.
Die Verlogenheit der Protagonisten raubt einem stellenweise den Atem. Nichts ist so, wie es den Anschein hat. Das Lügennetz verhindert die Aufklärung eines Falles.
Josh wurde auf raffinierte Weise aktiv. Das hätte ich ihm nicht zugetraut! Vor allem, die Entdeckung die er macht.

Fazit

Über dieses Buch fiel es mir sehr schwer, etwas zu schreiben. Nur ein Wort zuviel könnte die ganze Spannung rauben. Man sollte in die Geschichte eintauchen und keine Thriller-Erwartungen stellen. Diese hat man nach dem Klappentext gerne. Es handelt sich um eine Tragödie.  Die Story ist auf eine sehr leise Weise spannend. Das Kopfkino stellte sich bei mir besonders nach dem Lesen ein. Der Schreibstil ist flüssig und die Protagonisten gut beschrieben. Das Verhalten der Nelsons und Michael fand ich völlig absurd. Bei einer echten Freundschaft wäre niemals so ein Lügennetz entstanden. Funkstille ja, was der Situation geschuldet wäre.

Ich empfehle jedem dieses Buch der

- gerne Bücher mit leisen Tönen liest,
- raffinierte Spannung zu schätzen weiß,
- in die seelischen Abgründe von Menschen blicken will,
- erleben will wie ein richtiges Lügennetz gesponnen wird,
- Belletristik vom Feinsten genießen will!

Für mich wieder ein neues Highlight 2016!

Danke Owen Sheers

Von mir eine absolute Empfehlung und 5 Sterne







Gemeinsam lesen



Eben habe ich diese tolle Aktion bei Sonjas Bücherinfos und mehr entdeckt. Hier gehts lang zu Sonja!

Ins Leben gerufen haben es Schlunzenbücher. Hier gehts lang zu Schlunzenbücher

Es geht darum, jeden Dienstag über das aktuelle Buch Fragen zu beantworten.

Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?



ALS HEMINGWAY MICH LIEBTE

Im Sommer 1926 fahren Hemingway und seine Frau Hadley von Paris in ihr Haus in Südfrankreich. Sie verbringen ihre Tage mit Schwimmen, Bridge, Drinks und Hadleys bester Freundin Pauline. Dass sie zugleich Hemingways Geliebte ist, scheint Mrs. Hemingway Nr. 1 in Kauf zu nehmen - vorerst. Bald ist klar: Weder sie noch Pauline wird die letzte Ehefrau sein.
Basierend auf Briefen und anderen authentischen Quellen beschwört Naomi Wood nicht nur die immer wieder scheiternden Ehen des Schriftstellers herauf, sondern auch die Atmosphäre in den Kreisen der Bohème jener Zeit. Eine tragische, herzzerreißende, großartig erzählte Geschichte über das Scheitern vierer Frauen an einem charismatischen Mann und erfolgreichen Schriftsteller.
    Ich bin auf Seite 16





Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Letztlich hat sie ein Brief verraten.

Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken, Gefühle, Zitate usw.)

Ich kann noch nicht soviel dazu sagen, da ich erst auf Seite 16 bin. Nur so viel: Es fängt klasse an!

Hat dich eine Geschichte jemals so geprägt, dass es deine Sicht auf Bücher und deinen Lesegeschmack verändert hat?

Ja, das hat es. "Zwei Frauen" Hat mich damals ziemlich mitgenommen. Es geht um zwei Frauen, die krebskrank sind. Beide haben eine katastrophale Diagnose. Seither lese ich auch Bücher, in denen es um Krankheit und Tod geht. Die letzten Tage von Rabbitt Hayes usw. Diese Bücher sind aber nicht nur traurig. Sie können wirklich Trost spenden.

Die vierte Frage wird jeden Dienstag bei  Schlunzenbücher online gestellt.

Macht doch auch mit. Über Kommentare würde ich mich freuen.






Montag, März 28, 2016

Meine Meinung zu "Wer war Alice" von T. R. Richmond

-



Vita

T. R. Richmond ist ein preisgekrönter Journalist, der für regionale sowie überregionale Zeitungen, Magazine und Webseiten geschrieben hat. Die Übersetzungsrechte von „Wer war Alice“ wurden in über 20 Länder verkauft.

Info

Alice Salmon war erst 25 Jahre alt, als sie eines Morgens leblos im Fluss gefunden wurde. Eigentlich wollte sie am Abend zuvor nur Freunde treffen, stattdessen durchlebte sie die letzten Stunden ihres Lebens. Aber was ist passiert? Ist sie wirklich gestürzt, weil sie zu viel getrunken hat, wie die Polizei vermutet? War es ein tragischer Unfall? Die Nachricht ihres Todes verbreitet sich wie ein Lauffeuer, auch über Facebook und Twitter. Gleich werden Vermutungen angestellt, über sie, ihr Leben und ihren Tod. Auch ihr ehemaliger Professor Jeremy Cooke ist erschüttert. Er macht sich daran, herauszufinden, was in der Nacht tatsächlich geschah, und sammelt alles über Alice. Er schreibt sogar ein Buch über den Fall. Nur warum ist er so engagiert? Was hat er zu verbergen? Was haben ihr Exfreund Luke und ihr Freund Ben mit der Sache zu tun? Und wer war Alice?

Ihr müsst unbedingt erfahren wer Alice war, was mit ihr passiert ist! Weitere Infos zum Buch und die Gelegenheit es zu kaufen, findet Ihr hier. Tut es ganz einfach: KLICK! Goldmann Verlag


Meine Meinung

Eigentlich hat mich das Buch nicht von Anfang an interessiert. Ein Thriller, der nur aus Mails, Twitter- Facebook-Postings und Tagebucheinträgen besteht, wollte ich nicht lesen. Doch, egal wo ich hingegangen bin, habe ich dieses super-tolle Cover entdeckt. Wenn ein Cover soooo schön ist, muss nicht dann auch der Inhalt passen? Ich habe es einfach mal gewagt.

Als erstes hatte mich die düstere Atmosphäre in der Geschichte gepackt. Keiner schien irgendwie glücklich zu sein. Alkohol floss in Strömen. Die Autorin hat sich bei den Zeitsträngen von 2001-2012 richtig ausgetobt; was ihr gut gelungen ist und der Story zusätzliche Spannung eingehaucht hat.
Von Alice konnte ich mir von Anfang an ein genaues Bild machen, was mit Sicherheit auch der Abbildung auf dem Cover geschuldet ist. Man sieht ein blasses, zartes Gesicht. Es erscheint einem lebendig. Als ob Alice schlafen würde.
Alice hatte auf mich einen sensiblen Eindruck gemacht. Ich konnte ihre Unsicherheiten nicht verstehen. Die intelligente junge Frau hatte beruflich einiges erreicht, war bei Freunden beliebt. Beruflich hat sich die Journalistin erfolgreich auf Verbrechen spezialisiert. Bei der Liebe hatte sie nicht immer einen Glücksgriff.  Die Frage, ob sie freiwillig bei winterlichen Temperaturen in den Fluss gesprungen war, ließ mich durch die Seiten rasen.
Jeremy Cooke war mir von Anfang an nicht ganz geheuer. Seine Selbstverliebtheit kannte keine Grenzen. Auf den Professor in Antrophologie passte der Spruch: >>Genie und Wahnsinn liegen oft dicht beieinander.<<
Seine Besessenheit von Alice, (vor allem nach ihrem Tod) kannte keine Grenzen. Er sammelte alle Informationen im Netz, um über Alice ein Buch zu schreiben. Ich war gespannt, was von dem Professor ans Tageslicht kommen würde.
Die Frage ob sich Alice umgebracht hatte oder ob es ein Unfall war, zieht sich durch die ganze Geschichte. Mal hatte ich ihren Exfreund Luke in Verdacht, mal ihren Freund Ben. Auch Jeremy Cooke traute ich einen Mord zu. 
Alice deckte, kurz vor ihrem Tod, ein Geheimnis ihrer Mutter auf. Ihre beste Freundin Megan konnte sie nicht erreichen. Jede Mail blieb unbeantwortet. 
Per Internet waren alle Mutmaßungen über Alices Tod zu verfolgen. Die Journalistin hatte nach ihrem Ableben  selber für Schlagzeilen gesorgt. 

Fazit

Alice war eine junge Frau, die all ihre Gefühle in einem Tagebuch verewigte. Ihr Tod hatte ihre Angehörigen und Freunde ratlos zurückgelassen. In der Geschichte kommt sehr deutlich zur Geltung, dass unser Leben sich zu einem sehr großen Teil via Internet abspielt. Kaum einer ist noch zu 100% anonym. Zu Zeiten von Facebook und Co ist dies auch kaum mehr möglich; es sei denn man besitzt weder Handy noch PC! 
Besonders der Alkohol-  und Drogenkonsum spielte in diesem Fall eine große Rolle. 
Meine Bedenken, dass das Buch nur Mails, Briefe und Blogeinträge beinhaltet, haben sich beim Lesen in Luft aufgelöst. Alles geschieht in einer wunderbaren Sprache und schönen Zitaten. >>Eine Lüge ist um die halbe Welt, ehe die Wahrheit die Stiefel anhat.<< (Seite 431)
An Lügen mangelte es in diesem Thriller wahrlich nicht. Ob mir das Ende gefallen hat? Es hat mich verärgert! Warum bin ich nicht selber darauf gekommen?
Danke T.R. Richmond

Absolute Empfehlung von mir und 5 Sterne


Mein Dank geht an den Goldmann Verlag


Donnerstag, März 24, 2016

Überraschungspost mit kleinem Rätsel :-) Gewinner bekommt von mir ein Überraschungsbuch!

Hallo liebe Verfolger :-)

Heute kam, von meiner lieben Bücherfreundin Biggi, diese Bücherpost an. Ich habe mich sehr gefreut, da ich nicht so schnell damit gerechnet habe. Nun möchte ich meine Freude mit Euch teilen. Was passt auf diesem Foto so ganz und gar nicht zum Buch? :-)))))
Unter den richtigen Antworten verlose ich ein Überraschungsbuch. Welches? SAG.ICH.NICHT! Sonst ist es doch kein Überraschungsbuch mehr. :-)

Was Ihr dafür tun müsst?

1. Einen Kommentar mit der richtigen Antwort hinterlassen. Mit vollständigen Namen.
2. Volljährig sein.
3. Ohne Bücher nicht leben können.
4. Zur Kenntnis nehmen, dass der Rechtsweg ausgeschlossen ist; keine Bahrauszahlung möglich.
4. Der Gewinner muss sich innerhalb 3 Tagen melden, da sonst erneut verlost wird.
5. Follower auf meinem Blog sein.

Daten werden nur für die Verlosung benutzt!!!

Das Rätselraten beginnt heute, 24.03.16 und endet Ostermontag, 28.03.16.

Viel Glück :-) FROHE OSTERN!



Tipp von mir: BEIM SUCHEN BILD ANKLICKEN!!!



Montag, März 21, 2016

Meine Meinung zu "Das letzte Nashorn" von Lodewijk Van Oord

Vita

Lodewijk van Oord, geboren 1977 in Madrid, ist zwar Holländer, hat aber die meiste Zeit seines Lebens nicht in den Niederlanden gelebt. Er ist Lehrer und unterrichtete u.a. in Wales und Afrika. Zurzeit arbeitet er an einer internationalen Schule in Duino in der Nähe von Triest. „Das letzte Nashorn“ ist sein erster Roman, der von der holländischen Presse begeistert aufgenommen wurde.

Info

Ein witzig-hintergründiger Roman über uns und die Letzten ihrer Art

Der Amsterdamer Privatzoo Artis kämpft ums Überleben. Der neue jung-dynamische Direktor Edo Morell will daher aus dem beschaulichen Tierpark ein attraktives „Afrika an der Amstel“ machen, Schwerpunkt bedrohte Nashörner. Dabei soll ihm die südafrikanische Spezialistin Sariah helfen. Die engagierte Tierschützerin weiß, dass diese Tiere sich nur in geschützter Umgebung fortpflanzen. Edo ist zwar auch an Fortpflanzung interessiert – doch er versucht, daraus einen spektakulären Event zu machen. Aus Berlin lässt er den Nashornbullen Albrecht einschweben, den letzten seiner Art. Aber das ganze Unternehmen erweist sich doch als viel komplizierter als gedacht. Nicht nur Albrecht scheint überfordert zu sein.

„Das letzte Nashorn“, leichtfüßiger Roman mit Tiefgang, kommt zur rechten Zeit. Denn die Frage, wie wir mit Tieren umgehen wollen und sollen, treibt uns alle um.
Hier könnt Ihr eine Reis nach Afrika an der Amstel buchen. Ihr findet dort auch weitere Infos zum Buch. KLICK:  KNAUS - VERLAG

Zum Inhalt
Eigentlich habe ich mich noch nie mit Nashörnern befasst. Das ist das wunderbare an Büchern; befasst man sich doch immer wieder aufs neue mit anderen Themen.
Die Größe des Menschen ist so sichtbar, dass sie sich sogar aus einem Elend ableiten lässt, denn was für Tiere Natur ist, das nennen wir Menschen Elend. (Pascal, Pensées)
Der neue Zoodirektor Edo Morell entwirft einen Masterplan, um den Zoo "Artis" neues Leben einzuhauchen. Es soll ein Afrika an der Amstel entstehen. Als Attraktion kauft er das letzte männliche Nashorn Albrecht. Albrrecht soll die zwei Nashorndamen Ursula und Angela schwängern. Zu Verstärkung stellt er Sariah ein. Sariah ist eine südafrikanische Nashornexpertin. Ihr Vater ist Südafrikaner und ihre Mutter stammte aus den Niederlanden. Sariah nimmt den Job an.
Meine Meinung
Edo Morell ist für mich ein größenwahnsinniger Mann, der nur die Besucherzahlen und Geld im Kopf hat. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Tiere ihm völlig gleichgültig sind. Sariah hingegen sorgt sich in erster Linie um das Wohl der Tiere. Die vor dem Aussterben bedrohten Nashörner haben sie dazu gebracht, Südafrika zu verlassen. Von ihrem Vater erntet sie dafür kein Verständnis. Dem betagten Südafrikaner bricht es das Herz. Nashörner gehören nach Afrika und nicht in den Zoo! >>Du kannst Afrika verlassen. Aber pass auf, dass Afrika dich nicht verlässt.<< (Seite 26)
Zwischen Edo und Sariah knistert es von Anfang an. Edo schafft es immer wieder Sariah von seinen Geschäftsideen zu überzeugen. Die sensible Sariah muss einige Geschehnisse aus Südafrika verarbeiten. Die neue Aufgabe kommt ihr gerade recht. Edo hat sein Ziel erreicht. Er erhält die notwendigen Gelder, und der Umbau für "Afrika" beginnt. Dann ist es so weit. Per Hubschrauber wird das Nashorn Albrecht eingeflogen.
Ich habe mich beim Lesen oft gefragt, ob man ein Nashorn wirklich in einen Zoo stecken sollte. Leider gibt es ja in Zoos viele Tiere, die man ihrer Heimat beraubt. So lange eine Tierart mit diesem Leben zurecht kommt, kann man es akzeptieren. Aber, als Besucher kann ich nicht beurteilen, ob ein Tier dort glücklich ist.
Die Geschichte hat einige humorvolle Passagen. Ich denke nur mal an die Aktivitäten von Albrecht, denen er sich Nachts mit Inbrunst gewidmet hat. Auch die Art und Weise, mit der Edo einmal dem Nashorn gleichgestellt sein wollte. Nachts auf einer Bank wurde Sariah Zeugin und konnte ihren Augen und Ohren nicht mehr trauen.
Aus dem geschiedenen Edo wurde ich nicht schlau. Wie er teilweise mit Sariah umgegangen ist, konnte ich nicht verstehen. Frank ist Vorstandsvorsitzender des Zoos. Der Ex-Politiker ist nicht verheiratet und hat keine Kinder. Für ihn ist Edo wie ein Sohn. Er bewundert den Ehrgeiz, mit dem Edo den Zoo in die grünen Zahlen bringt.
Frank war mir sympathisch. Leider hat er mich dann doch noch sehr enttäuscht. 
Fazit
Sollte mir auf der Straße ein Nashorn begegnen, laufe ich schreiend davon, und hoffe, dass ich schnell genug bin. So ist das Denken von "MENSCH!" In dieser Geschichte wird aber wieder mal klar, dass es das "Nashorn" ist, dass von der Spezies "MENSCH" Angst haben muss. Das Aussterben einiger Nashornarten geht auf deren Konto. Mit dem fadenscheinigen Argument Nashorn vor dem Aussterben zu retten; in einen Zoo zu stecken, kann ich nichts anfangen. Zumindest vermittelt diese Geschichte ein anderes Bild. Ich selbst habe zu wenig Ahnung davon. Wenn es um Geld geht, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass einiges in dieser Geschichte der Wahrheit entspricht.
Der Schreibstil ist flüssig. Die Geschichte sehr spannend. Es gibt immer wieder mal humorvolle Geschehnisse. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen.
Ob mir das Ende gefallen hat? Nein! Ich fand es total traurig. Die Geschäftsideen von Edo haben mich maßlos wütend gemacht. Besonders die am Ende der Geschichte.
Ich empfehle jedem dieses Buch der
- mal was über Nashörner erfahren möchte,
- dabei sein will, wenn sie Nachts aktiv werden,
- wissen will, warum FKKler eventuell keine Menschen sind,
- ein paar Stunden lang einen Zoospaziergang machen möchte,
- wissen will, wie wir mit Tieren umgehen sollten
- sich vor Augen führen will, wie oft wir dabei versagen.
Ab heute sehe ich einen Zoobesuch mit anderen Augen. Besonders wenn ich ein Nashorn sehe.  Hoffen wir, dass Nashörner niemals komplett aussterben.
Danke  Lodewijk Van Oord
5 Sterne

Mein Dank geht an den KNAUS - VERLAG 

                        
                          


Samstag, März 19, 2016

Meine Meinung zu "Die Glücklichen" von Kristine Bilkau

Vita

Kristine Bilkau, 1974 geboren, war 2008 Finalistin des Literaturwettbewerbs Open Mike in Berlin und 2009 Stipendiatin der Autorenwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin. 2010 erhielt sie das Stipendium des Künstlerdorfes Schöppingen und 2013 nahm sie an der Bayerischen Akademie des Schreibens des Literaturhauses München teil. Sie arbeitet als Journalistin und lebt mit ihrer Familie in Hamburg. Ihr erster Roman „Die Glücklichen“ wurde vom Feuilleton gefeiert und mit dem Franz-Tumler-Preis, dem Klaus-Michael-Kühne-Preis und dem Hamburger Förderpreis für Literatur ausgezeichnet.

Info

Ein großes Generationsporträt unserer Zeit

Isabell und Georg sind ein Paar. Ein glückliches. Wenn die Cellistin Isabell spätabends von ihren Auftritten mit dem Orchester nach Hause geht oder der Journalist Georg von seinem Dienst in der Redaktion auf dem Heimweg ist, schauen sie oft in die Fenster fremder Wohnungen, dringen mit ihren Blicken in die hellen Räume ein. Bei abendlichen Spaziergängen werden sie zu Voyeuren. Regalwände voller Bücher, stilvolle Deckenlampen, die bunten Vorhänge der Kinderzimmer. Signale gesicherter Existenzen, die ihnen ein wohliges Gefühl geben. Das eigene Leben in den fremden Wohnungen erkennen. Doch das Gefühl verliert sich.

Mit der Geburt ihres Sohnes wächst nicht nur ihr Glück, sondern auch der Druck und die Verunsicherung. Für Isabell erweist sich die Rückkehr in ihren Beruf als schwierig: Während des Solos zittern ihre Hände, nicht nur am ersten Abend, sondern auch an den folgenden. Gleichzeitig verdichten sich in Georgs Redaktion die Gerüchte, der Verlag würde die Zeitung verkaufen. Währenddessen wird ihr Haus saniert. Im Treppenhaus hängt jetzt ein Kronleuchter, im Briefkasten liegt eine Mieterhöhung. Für die jungen Eltern beginnt damit ein leiser sozialer Abstieg. Isabell und Georg beginnen mit einem Mal zu zweifeln, zu rechnen, zu vergleichen. Jeder für sich. Je schwieriger ihr Alltag wird, desto mehr verunsichert sie, was sie sehen. Die gesicherten Existenzen mit ihren geschmackvollen Wandfarben sagen jetzt: Wir können, ihr nicht. Was vertraut und selbstverständlich schien – die Cafés, Läden, der Park, die Spielplätze mit jungen Eltern –, wirkt auf einmal unzugänglich. Gegenseitig treiben sich Isabell und Georg immer mehr in die Enge, bis das Gefüge ihrer kleinen Familie zu zerbrechen droht. 

Kristine Bilkau zeichnet in ihrem Debütroman »Die Glücklichen« das präzise Bild einer nervösen Generation, überreizt von dem Anspruch, ein Leben ohne Niederlagen zu führen, die sich davor fürchtet, aus dem Paradies vertrieben zu werden.
"Kristine Bilkau hat einen fabelhaft gelungenen Debütroman geschrieben, ebenso takt- wie kunstvoll, ganz ohne Händezittern und sehr lesenswert."
Hans-Jürgen Schings / Frankfurter Allgemeine Zeitung (02.05.2015)

Hier könnt Ihr die Glücklichen kaufen und bekommt weitere Infos! KLICK: Luchterhand Literaturverlag


Zum Inhalt
Kristine Bilkau hat einen Roman geschaffen, in dem ich mich das eine oder andere Mal wieder gefunden habe. Auch ich spaziere mit meinem Mann abends und schaue für mein Leben gerne in die Fenster von anderen Leuten. Wenn ich dann auch noch Regalwände sehe, vollgepackt mit Bücher, dann sind mir diese Menschen, obwohl ich sie nicht kenne, sympathisch. 
Isabell und Georg führen ein Leben, wie es in unserer Zeit nicht ungewöhnlich ist. Existenzangst ist für viele Menschen kein Fremdwort; zumal sie oft nicht unbegründet ist. Zitternde Hände machen der Cellistin Isabell das Leben schwer. Sie traut sich mit niemanden darüber reden. Frisst ihre Ängste in sich hinein, was das Ganze noch schlimmer macht. Denkt, ihr Problem rührt von einem schmerzenden Arm. Denkt ihre Schulter ist schuld. Nur ja nicht das Kind beim Namen nennen! Nachdem Georg seinen Job verloren hat, wird ihre Liebe auf eine harte Probe gestellt. Georg versucht mit der Situation positiv umzugehen. Bringt seinen Sohn Matti in den Kindergarten, während Isabell zur Rhea geht.
Während Georg sich gut vorstellen kann, mit weniger Geld auf dem Land ein neues Leben zu beginnen, klammert Isabell an alten Gewohnheiten. Sie will nicht akzeptieren, dass ihnen nicht mehr so viel Geld zur Verfügung steht. Differenzen sind vorprogrammiert.

Meine Meinung
Isabell fand ich oftmals ziemlich zickig und verwöhnt. Ich hatte das Gefühl, sie schob Georg gerne den schwarzen Peter zu. Das Thema Geld schob sie auf die Seite und gab mehr aus, als der momentanen Situation zuträglich war. Sie hatten einfach zu wenig miteinander geredet. Ihre Gefühle für sich behalten. Man kann ja verstehen, dass Jobverlust ein Drama ist. Beide konnten sich jedoch nicht damit abfinden, eventuell einen anderen Job anzunehmen. Vor allem Georg wollte nicht unter Wert arbeiten. In der heutigen Zeit nicht unbedingt die richtige Einstellung. Gut fand ich, dass Georg sehr bemüht war, dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen; eventuell einen gänzlich neuen Anfang zu wagen. Georg fiel auch der Verlust von Luxusartikel nicht so schwer.
Ihrem Sohn ließen sie sehr viel Liebe und Zuwendung zukommen. Die Ängste von Isabell und Georg waren für mich nachvollziehbar. Vor einem sozialen Abstieg haben Millionen Menschen Angst.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, und bringt die Problematik unserer Zeit nüchtern auf den Punkt. Bei einer Situation konnte ich zu 100% mitfühlen!

ACHTUNG!!!!SPOILER!!!!
Georg musste die Wohnung seiner Mutter ausräumen. Er brachte es nicht übers Herz, Möbel usw. in einen Container zu schmeißen. Diese Situation ist mir nicht unbekannt und hat mich beim Lesen voll gepackt. Auch Georg wollte lieber sehen, wenn die Besitztümer seiner Mutter auf andere Menschen übergingen. SPOILER ENDE!!!

Fazit
Das Buch "Die Glücklichen" ist mitten aus dem Leben gegriffen. Isabells und Georgs Fühlen und Denken spielt sich in Millionen von Köpfen ab. Jeder Mensch kann sich in diesem Buch wiederfinden. Dazu muss man nicht arbeitslos sein. Die Autorin greift mehrere Alltagsprobleme auf. Vom lästigen Verwandschaftsbesuch bis zur Renovierung des Hauses ist so ziemlich alles dabei. In dieser Geschichte werden eigene Emotionen wachgerüttelt.
Ob mir das Ende gefallen hat? JA!
Meine Gedanken als ich das Buch beendet hatte: >> Glück ist, wenn ich es trotz Krisen immer noch verspüre."
Der Schreibstil der Autorin hat Erkennungswert. Ich gratuliere Kristine Bilkau zu ihrem Debüt. Danke für die tollen Lesestunden.
5 Sterne

Mein Dank geht an den Luchterhand Literaturverlag















Mittwoch, März 16, 2016

Meine Meinung zu "Ein Platz in deinem Herzen" von Amy Hatavany

Vita

Amy Hatvany wurde 1972 in Seattle geboren und studierte an der Western Washington University Soziologie. Nach einer Reihe sehr unterschiedlicher Jobs, von denen sie einige mochte, andere wiederum gar nicht, beschloss sie schließlich, sich ganz dem Schreiben zuzuwenden. Amy Hatvany lebt mit ihrer Familie in Seattle.

Zum Inhalt

Die Liebe einer Mutter. Das Geheimnis eines ganzen Lebens …

Als die fünfunddreißigjährige Kelli unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, hinterlässt sie zwei Kinder – und ein lange gehütetes Geheimnis. Der kleine Max und die dreizehnjährige Ava ziehen zu ihrem Vater Victor, der sich gerade mit seiner neuen Freundin Grace verlobt hat. Ava ist außer sich vor Trauer; und Grace, die selbst nie Kinder wollte, kann ihr, trotz allen Mitgefühls, die Mutter nicht ersetzen. Gemeinsam finden die beiden heraus, dass die Liebe vielleicht nicht alle Wunden heilt, man das größte Glück jedoch auch im zweiten Anlauf finden kann.
Wussten Sie, dass Amy Hatvany in der dritten Klasse die beste Seilspringerin war?
Hier bekommt Ihr alle Infos zum Buch. Hier könnt Ihr Euch dieses wunderschöne Herzensbuch kaufen! KLICK!  blanvalet-verlag

Zum Inhalt
Nachdem Victor seine Frau Kelli verlassen hat, möchte er sich ein neues Leben mit seiner neuen Liebe Grace aufbauen. Grace ist der totale Gegensatz zu Kelli. Sie steht mit beiden Beinen im Berufsleben und braucht keinen Mann zum Überleben. Sie hat sich fest vorgenommen, keine Kinder in die Welt zu setzen.Kelli ist nervlich sehr labil und hängt an ihren beiden Kindern. Der kleine Max und der Teenager Ava sind ihr ganzer Lebensinhalt. Mit der Trennung von Victor kommt sie nicht klar. Nachdem Victor ihr von seiner Verlobung mit Grace erzählt hat, bricht ihre Welt endgültig zusammen. Kelli kommt unter ungeklärten Umständen ums Leben. Grace sieht sich nun der bisher größten Herausforderung ihres Lebens konfrontiert, als beide Kinder zu ihr und Victor ziehen.
Meine Meinung
Die Geschichte geht unter die Haut. Besonders Kelli ist mir sehr nahe gegangen. Von ihr wird in der dritten Person erzählt. Die verschiedenen Zeitstränge sind der Autorin mühelos gelungen. So erfahren wir einmal aus Kellis Kindheit, Teenagerzeit und aus ihrem Leben als erwachsene Frau. Kelli musste sehr viel Negatives in ihrem 35 jährigen Leben mitmachen. Ihre Eltern sind für mich der beste Beweis, dass gläubig sein und in die Kirche gehen, noch lange keinen mitfühlenden Menschen macht. Wie sie sich ihrer Tochter gegenüber verhalten haben, hat mir mehr wie einmal Tränen in die Augen getrieben. Victor hat sich einen guten Namen in seinem Restaurant gemacht. Auch von ihm wird in der dritten Person erzählt.  Obwohl er seine Frau sehr liebt, hält er ein Leben mit ihr nicht mehr länger aus. Die viele Arbeit und das Nörgeln seiner Frau werden ihm zuviel. Seine beiden Kinder liebt er abgöttisch und holt sie jedes zweite Wochenende zu sich. Grace ist eine sehr liebenswerte Person, die beruflich mit Frauen in Not zu tun hat. Sie versucht, nach dem Tod von Kelly, für die beiden Kinder eine Stütze zu sein. Von ihr wird aus der Ich-Perspektive erzählt.Max ist ein drolliger, kleiner Kerl. Ava befindet sich mitten in der Pubertät. Aus der Ich-Perspektive erfahren wir viel von ihren Sorgen und Nöten.Die Situation war für alle mehr als schwierig. In der Geschichte wird deutlich aufgezeigt, wie sehr die Kinder und unter dem Tod der Mutter leiden.
Fazit
Ein Platz in deinem Herzen hat einen Platz in meinem Herzen gefunden. Die Protagonisten sind authentisch dargestellt, mit allen Ecken und Kanten. Victor fand ich manchmal etwas zu aggressiv. Oft war ich der Meinung , er mutet Grace zuviel zu. Graces Verhalten fand ich wiederum sehr beeindruckend. Bei ihr hatte ich das Gefühl, sie könnte eine fabelhafte Mutter sein. Von einer Minute auf die andere sich um zwei trauernde Kinder zu kümmern, ist bestimmt nicht ohne. Das Geheimnis um Kellis Vergangenheit verpasst der Geschichte eine spannende Note. Besonders Ava muss unter den vielen Ungereimtheiten ihrer Mutter leiden.Die Autorin beschreibt sehr mitfühlend die Probleme, die sich nach dem Tod der Mutter ergeben; besonders für Grace, die eigentlich nie Kinder wollte. Man erfährt viel über die Kindheit von Victor, Kelli und Grace, was einem ein besseres Verständnis für deren Handlungen vermittelt. Besonders die Zerissenheit von Victor kommt gut zur Geltung. Obwohl er Kelli verlassen hat, geht ihm ihr Tod sehr nahe. Insgesamt eine durch und durch stimmige Geschichte, die mich sehr überrascht hat. Ohne Kitsch und zuviel Rührseligkeit, wird diese emotionale Geschichte erzählt. Der flüssige Schreibstil ermöglicht einem, sich gut in die Personen hineinzuversetzen.Ob mir das Ende gefallen hat? Ja und Nein! Es gibt ein paar Dinge, die ich gerne noch erfahren würde. Ich denke, in diesem Fall bringe ich mit meinen Gedanken die Geschichte zu Ende. Ich bin mir fast sicher, was diese liebenswerte Familie noch alles machen wird ......
Danke Amy Hatavany
Unbedingt lesen. Ich vergebe 5 Sterne



Mein Dank geht an den  blanvalet-verlag