Freitag, Februar 05, 2016

Meine Meinung zu "Die allgemeinen Geschäftsbedingungen meines Lebens" von Robert Glancy



Robert Glancy wurde in Sambia geboren und wuchs in Malawi auf. Mit vierzehn zog er von Afrika nach Edinburgh und studierte später Geschichte in Cambridge. Er lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Neuseeland.

Info

Unfassbar komisch, scharfsinnig und tiefgründig. Genau die Art Buch, die ich absolut liebe.” Gavin Extence
“Dieses großartige Debüt ist absolut lesenswert. Fußnoten waren niemals so süchtig machend.“ Matt Haig

Frank hatte einen Autounfall.* Der Arzt verkündet ihm, dass er seine Milz verloren hat, doch Frank glaubt, dass nicht nur die fehlt. Er vermisst seine Erinnerung – über diejenigen in seinem Umfeld, über die Geschichte, die sie teilen, und über die Geschehnisse, die zu seinem Unfall führten. Das einzige, an das er sich erinnern kann, ist, dass er ein Vertragsanwalt ist, der auf Kleingedrucktes – AGBs** – spezialisiert ist.
Nach seinem Unfall beginnt Frank die Einzelteile seines früheren Lebens – und seines früheren Selbst – zusammensetzen. Aber das Bild, das entsteht – von seiner Ehe, seiner Familie und seiner Karriere, für die er Jahre geopfert hat – ist alles andere als schön. Könnte es sein, dass die AGBs, unter denen Frank lebt, nicht ganz zu seinen Gunsten sind?***
Frank, der Mann fürs Kleingedruckte, will nicht mehr. Während er versucht, die Knoten zu lösen, die sein Leben so eng zusammengezurrt haben, muss er erfahren, dass der Teufel tatsächlich im Detail bzw. im Kleingedruckten steckt – und dass es niemals zu spät ist, sein eigenes Schicksal umzuschreiben.****

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* Scheinbar einen sehr ernsten.
** Also Wörter, die nie jemand liest.
*** Und womöglich niemals waren?
**** Selbst wenn man bei einer klitzekleinen Fußnote beginnt.

Hier kommt Ihr zu den AGBs:  


Die ganz besonderen AGBs eines Mannes, der sich erst verlieren musste um sich wieder zu finden!

Meine Meinung

Alleine schon die Grundidee dieses Buches hat mir keine Wahl gelassen. Das Leben in AGBs aufteilen habe ich zuvor noch nie gelesen- oder erlebt. Ich musste es lesen. 
Franks kleinstes Problem ist die Milz, die er bei einem Autounfall verloren hat. Vielmehr interessieren ihn die Puzzleteile seines Lebens, die er langsam aber sicher zusammensetzen muss. Wer ist die Frau die er irgendwann mal geheiratet hat? Warum ist er in der Kanzlei seines Vaters nicht gleichberechtigt?  Von seinem Bruder scheint er nicht sonderlich begeistert zu sein. Der übergewichtige, aus dem Mund stinkende Anwalt zeigt wenig Gewissen, wenn es um die Verträge geht, die er abwickelt. Frank ist sich sicher, dass vieles nicht im Sinne seines verstorbenen Vaters geschieht. 
Der Schreibstil des Autoren ist flüssig und trieft nur so von Ironie. Ganz nüchtern werden wir in die AGBs von Franks Leben eingeführt. Sein Bruder Oscar hat bei mir regelrechten Ekel ausgelöst. Wie Oscar zu seiner schönen Frau  Nina gekommen ist, verstehe ich nicht. Nina ist Französin und hat eine sehr warmherzige Art.
Die Geschichte zeigt uns, dass Anwälte nicht immer die ehrlichsten Menschen sind. Aber mal ganz ehrlich, das wussten wir vorher schon. Die Erzählstränge spielen sehr oft in der Vergangenheit. Wir erleben mit, wie sich Frank in seine Frau verliebt. Eine Frau, die noch Ideale hat und dafür kämpft. Eine Frau, die nicht mehr viel mit dieser Idealistin zu tun hat. Eine Frau, die Franks Herz nicht mehr erreichen kann. Eine Frau deren Kariereleiter oberste Priorität hat. 
Einen Vertrauten hat Frank in dem langjährigen Mitarbeiter Doug gefunden. Doug hilft ihm die fehlenden Puzzleteile seines Lebens zusammenzusetzen. So erzählt die Geschichte mal in der Gegenwart mit Doug und den Erzählungen aus der Vergangenheit. Frank erfährt, dass Anwalt nicht sein Berufswunsch war. 
Fazit

Wer mal ein Buch lesen möchte, dass dem Einheitsbrei ein Schnippchen schlägt, liegt bei "Die allgemeinen Geschäftsbedingungen meines Lebens" goldrichtig. Die verschiedenen Kapitel sind in AGBs aufgeteilt. Frank fand ich sympathisch. Mir hat sehr gut gefallen, wie er sich an sein neues Leben herangetastet hat. Er hat das Kleingedruckte in den Verträgen zusätzlich mit eigenen Worten gewürzt. So manches mal konnte Frank mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Gefühlsduselei hat in dieser Geschichte keinen Platz gefunden. Trotzdem finde ich Frank sehr warmherzig. Seine Gefühle kommen echt rüber und man merkt einfach, dass Anwalt sein nicht Franks Lebenssinn ist. Die Fußnoten am Ende des Buches finde ich einfach nur gut.
Meine persönlichen AGBs zu diesem Buch:
Außergewöhnlich
Knallhart
Ironisch
Gnadenlos ehrlich
Grandios
Unbedingt lesen
5 Sterne
Danke Robert Glancy


Kommentare:

  1. Das klingt ein bisschen nach meinem Humor - das schau ich mir mal genauer an. :)

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    1. Liebe Jane

      Ich würde es dir schicken, habe es mir aber als Ebook bei bücher de gekauft. Ich könnte mir vorstellen, dass dir die Geschichte gefällt.

      Liebe Grüße, Gisela

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