Montag, Januar 18, 2016

Meine Meinung zu "H wie Habicht" von Helen McDonald




Der Spiegel-Bestseller

Der Tod ihres Vaters trifft Helen unerwartet. Erschüttert von der Wucht der Trauer wird der Kindheitstraum in ihr wach, ihren eigenen Habicht aufzuziehen und zu zähmen. Und so zieht das stolze Habichtweibchen Mabel bei ihr ein. Durch die intensive Beschäftigung mit dem Tier entwickelt sich eine konzentrierte Nähe zwischen den beiden, die tröstend und heilend wirkt. Doch Mabel ist nicht irgendein Tier. Mabel ist ein Greifvogel. Mabel tötet.

»Um einen Greifvogel abzurichten, muss man ihn wie einen Greifvogel beobachten, erst dann kann man vorhersagen, was er als Nächstes tun wird. Schließlich sieht man die Körpersprache des Vogels gar nicht mehr – man scheint zu fühlen, was der Vogel fühlt. Die Wahrnehmung des Vogels wird zur eigenen. Als die Tage in dem abgedunkelten Raum vergingen und ich mich immer mehr in den Habicht hineinversetzte, schmolz mein Menschsein von mir ab.«

Ein Buch über die Erinnerung, über Natur und Freiheit - und über das Glück, sich einer großen Aufgabe von ganzem Herzen zu widmen.

»[Macdonalds] anschaulicher Stil – verblüffend und außerordentlich präzise – ist nur ein Teil dessen, was dieses Buch ausmacht. Die Geschichte vom Abrichten Mabels liest sich wie ein Thriller. Die allmählich und behutsam anwachsende Spannung lässt den Atem stocken ... Fesselnd.« Rachel Cooke Observer

* New York Times Bestseller
* Costa Award für das beste Buch des Jahres 2014
* Samuel Johnson Prize


Hier könnt Ihr Bekanntschaft mit dem Habicht machen:   Allegria-Ullstein Verlag



Zum Inhalt

H wie Habicht ist ein Buch, bei dem ich mir nicht sicher bin, was ich davon halten soll. Ich bewerte hier nur den Schreibstil. Das Buch ist sehr interessant. Ich weiß gar nicht mehr, wann mich ein Buch das letztes Mal derart gefesselt hat. Ich habe viele tolle Bücher gelesen, aber H wie Habicht finde ich sensationell.

Helen McDonald verliert ihren Vater. Eine Herzattacke reißt ihn von einer Sekunde auf die andere aus dem Leben.
Helen beschreibt sehr genau ihre Trauer. Ich konnte ihre Aussagen gut nachvollziehen. Sie konnte nicht fassen, dass das Leben ganz normal weiter läuft. Die Menschen gehen einkaufen und zur Arbeit. Nach so einer persönlichen Tragödie kann man das nicht fassen.

Helen hat schon einige Falken trainiert. Nach dem Tod ihres Vaters braucht sie eine neue Herausforderung. Sie will einen Habicht zähmen.

Meine Meinung

Einerseits konnte ich Helen gut verstehen; anderseits habe ich stellenweise an ihrem Verstand gezweifelt.
Warum muss "MENSCH" einen Greifvogel zwingen dem Menschen zu gehorchen? 
Habichte waren durch Menschenhand schon vom Aussterben bedroht. Durch Menschenhand wurde der Bestand wieder hergestellt. Zweiteres hätte es nicht gebraucht, wenn man der Natur seinen Lauf gelassen hätte.

Es handelt sich um zwei Geschichten in einem Buch. Einmal erzählt T.H. White von der Zähmung seines Habichts und dann wieder Helen McDonalds.
Beide brauchen den Habicht um eine große Lücke in ihrem Leben zu füllen. Wenn der Schullehrer White von seinem Umgang mit dem Habicht erzählt hatte, wurde mir stellenweise schlecht. Dieser Mann hatte wirklich null Ahnung. Er hielt sich selber für einen Perversen. Die Liebe zu Männern hatte er unterdrückt. Er traute sich nicht dazu zu stehen.1936 war das mit Sicherheit ein Problem. Doch, was könnte ein Habicht daran ändern?

Der Alltag von Helen dreht sich nur noch um ihren Habicht Mabel. Ausgeschlossen von der Aussenwelt studiert sie Mabels Verhalten. Immer wieder ruft sie sich Whites Erfahrungen ins Gedächtnis und erkennt dessen Fehler.
Ich fand es total interessant, wie Helen ihre junge Habichtdame erzog. Die Willenskraft die sie aufbrachte grenzte schon an Besessenheit. Teilweise identifizierte sie sich selber mit einem Habicht. 
Klar, die Natur ist so. Man kann Videos anschauen, in denen ein Habicht seine Beute holt. Ich könnte mir jedoch niemals vorstellen, ein Kaninchen aus seinem Bau zu ziehen und es einem Habicht zum Fraß vorzulegen. Helen konnte das. Sie erledigte viele Dinge für ihren Habicht, vor denen sie sich später ekelte. 
Helen spielte manchmal mit ihrem Habicht. Das kann man glauben oder nicht.


Fazit

Das Buch war für mich ein Pagetuner. Ich habe von der Thematik Greifvögel keine Ahnung. Ich möchte auch kein Urteil über Helen fällen; bin jedoch der Meinung, dass es andere Möglichkeiten gibt, seine Trauer zu bewältigen.
Ich selber pflege Nymphensittiche daheim. Vor einigen Wochen ist mir einer entflogen. Wie der Habicht in diesem Buch, hat er die Freiheit genossen. Als ich ihn das letzte Mal sah, saß er ganz oben auf einem sehr hohen Baum und hat Wind und Sonne genossen. Er konnte ja nicht wissen, dass ihm dieser Ausflug wahrscheinlich das Leben kostet. Normalerweise ist seine Heimat Australien. "Mensch" hat ihn seiner Freiheit beraubt. Der Urinstinkt hat trotzdem überlebt. 
Die Irrtümer über Vögel sind weit verbreitet. Kleinere Vögel gelten bei Menschen sehr oft als dumm. Greifvögel als Mördervögel. 
Ich kann nicht behaupten, dass mir diese Geschichte Habichte näher gebracht hat. Sie sollten ganz einfach ihren normalen Lebensraum haben dürfen, ohne dass der Mensch eingreift.
Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen. Der Schreibstil ist einfach nur magisch. Die Autorin bedient sich einer wunderbaren Ausdrucksweise. Die abwechselnden Erzählungen von Helen und White haben die Biografie zu etwas Besonderem gemacht. Habichte sind durchaus schöne Vögel. Man braucht jedoch nur nachzulesen, wer sich mit diesem Greifvogel schon geschmückt hat. 
Helen ist einen steinigen Weg gegangen. Zeitweise konnte sie nicht mal mehr Konversation mit Menschen betreiben. Sie musste erst wieder einen Weg finden zu 100% Mensch zu werden.
Für White war sein Habicht Gost ein Ventil um seine Aggressionen in den Griff zu bekommen.
Ich würde niemals eine Habicht halten wollen. Aber, ich verstehe diese Vögel jetzt besser.
Natur sollte einfach Natur bleiben! 
Egal was ich von Menschen halte, die Habichte und andere Greifvögel halten: Dieses Buch ist mein erstes Highlight 2016! 

Wer Vögel wirklich liebt sperrt sie nicht ein.
@ irgendwann gelesen. Autor ist mir unbekannt.

Danke Helen McDonald.

Ich vergebe 5 Sterne und eine klare Empfehlung.




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