Montag, Oktober 05, 2015

Meine Rezension zu "Eine Buchhandlung auf Reisen" von Christopher Morley




Vita

Christopher Morley (1890 - 1957), Amerikaner mit englischem Humor und englischen Wurzeln, war Mitbegründer der Saturday Review of Literature, die er von 1924 - 1940 leitete, und schrieb für die New York Evening Post. Außerdem verfasste er mehr als 50 belletristische Werke und Sachbücher sowie zahlreiche Essays über Literatur.

Info

Die Vorgeschichte zum Leserliebling "Das Haus der vergessenen Bücher": Bevor Büchernarr Roger Mifflin sich dem stationären Buchhandel in Brooklyn zuwendet, ist er als fahrender Buchhändler mit seinem Planwagen in New England unterwegs. Dort trifft er auf die resolute Helen McGill, die gemeinsam mit ihrem Bruder eine Farm bewirtschaftet. Kurz entschlossen kauft sie Mifflin, der das Vagabundendasein gründlich satt hat, den Bücherwagen samt Pferd und Hund ab und entdeckt die wunderbare Welt der Literatur und die Liebe.

Hier könnt ihr mit der außergewöhnlichen Buchhandlung mitreisen:    http://www.hoffmann-und-campe.de/buch-info/eine-buchhandlung-auf-reisen-buch-7569/ 



Meine Meinung

1907

Dachte ich erst nach "Das Haus der vergessenen Bücher" könnte es nicht mehr besser kommen, wurde ich nun eines besseren belehrt!
Die Vorgeschichte zu den vergessenen Büchern ist eine charmante, skurrile und humorvolle Geschichte; eine Hommage an die Literaten der damaligen Zeit.

In diesem Büchlein lernen wir Roger als Bücher-Vagabunden kennen. Mit seinem Bücherwagen reist er quer durch Neuengland und bringt selbst schwer arbeitenden Bauern die Literatur nahe. Für jeden hat er ein passendes Buch in seinem Parnassus. Doch, wie soll er jemals sein eigenes Buch schreiben, wenn er ständig mit Pferd und Hund unterwegs ist?
Er sucht den erfolgreichen Autoren Andrew McGill auf, um ihm seinen fahrenden Buchhandel zu verkaufen. Auf der Sabine-Farm trifft er jedoch nur dessen Schwester Helen an. Helen ist frustriert und beäugt Roger zuerst misstrauisch. Ihr Bruder vernachlässigt die Farm eh schon wegen seiner häufigen Literaturreisen; überlässt ihr schon fast die ganze Arbeit. Da hilft nur eins: Den fahrenden Buchhandel mit samt Hund und Pferd selber kaufen und durch die Lande zu ziehen. URLAUB!!!

Fazit

Es war unheimlich schön, mit Roger und Helen auf Reisen zu gehen. War für Helen Anfangs der Kauf eine Notlösung; so konnte sie im Laufe der Reise ihre wahre Bestimmung entdecken und sogar gute Bücher lesen. Auf der Sabine Farm war ihr das unmöglich, da Brot backen, Wäsche waschen, Haus putzen, kochen und Hühner füttern ihr keine Zeit ließen. 
Roger und Helen verstehen sich sehr gut; was alle, die >Das Haus der vergessenen Bücher> gelesen haben, schon wissen dürften.
Eigentlich wollte Roger sich in den nächsten Zug nach Brooklyn begeben, da er seinen Bruder und das Stadtleben vermisst; nicht zu vergessen den Wunsch ein Buch zu schreiben. 
Doch, Amor hat mit Helen und Roger andere Pläne.
Die Abenteuer, die die beiden erlebt haben, sind einfach nur köstlich. Die korpulente Helen und der kleinwüchsige, rotgesichtige Roger haben so ihre ganz eigene Romantik. Man schließt beide sofort in sein Leserherz. 
Die gemeinsamen Mahlzeiten, im komfortabel ausgestatteten Parnassus und die langen Fahrten bei Sonnenschein, wärmen jedes Leserherz. Helens Bruder konnte nicht glauben, dass Helen freiwillig Haus und Hof verließ und brockte Roger gewaltige Schwierigkeiten ein. Danke Andrew! Durch dich gibt es das >Haus der vergessenen Bücher<!!!


Ein absolutes Lesemuss und 5 Sterne