Sonntag, März 01, 2015

Meine Rezension zu "HELDENTAGE" von Sabine Raml



Über die Autorin

Sabine Raml wurde im Ruhrgebiet geboren und wuchs dort größtenteils auf einem Campinglatz zwischen Schnecken und Bäumen auf. Bereits als Kind entwarf sie ihre erste Zeitschrift und verteilte sie in der Nachbarschaft. Trotz anderer Berufe blieb das Schreiben ihre große Leidenschaft. Die Autorin lebt in Berlin in der Nähe eines Waldes und mehrerer Campingplätze. Sie liebt Pasta, Feigenmarmelade und Yoga.

Produktbeschreibung

Lea ist fünfzehn und hat viele Träume: Sie will schreiben. Sie will rennen, ohne je außer Puste zu sein. Sie will so wunderschön sein wie ihre beste Freundin Pola. In ihren Träumen ist Lea eine Heldin. Im richtigen Leben klappt es manchmal nicht: Gerade hat sich Lenny, Leas erster Freund, von ihr getrennt. Sie vermisst ihn schrecklich. Leas Mutter versinkt in ihren eigenen Problemen und kann Lea nicht helfen. Aber es gibt ja noch Pola und die Clique und einen tollen neuen Jungen an der Schule, der sich unbegreiflicherweise für Lea interessiert ... Im Laufe eines langen Sommers findet Lea heraus, dass sie eigentlich doch auch eine Heldin ist, jeden Tag ein bisschen.


Zum Inhalt

Heldentage ist wieder so ein Buch, das ich auf einen Tag gelesen habe. 
Lea ist fünfzehn und hat ein schweres Leben. Sie leidet unter Asthma und ihre Mutter ist alkoholkrank , seitdem ihr Vater beide verlassen hat.
Lea hält ihre Probleme geheim. Niemand soll wissen, in welch erbärmlichen Verhältnissen sie leben muss. Nicht mal ihrer besten Freundin Pola vertraut sie sich an. 
Jeden Tag muss sie für ihre Mutter die "Flaschenpost" erledigen. Geld für Nahrungsmittel bleibt da kaum noch übrig. Lea muss den Haushalt erledigen und sich um ihre Mutter kümmern. Hunger ist für sie kein Fremdwort!
Lea hat viele Ängste. Eine davon ist das Küssen. Obwohl sie in ihren Freund Lenny verliebt ist, schämt sie sich davor ihn zu küssen. Dafür gibt es viele Gründe .....
Als sie mit Lenny wieder einmal verabredet ist, findet sie nur das lederne Freundschaftsband von ihm vor. Keine Spur von ihrem Freund. Lea kennt sich nicht mehr aus. Hat Lenny Schluss gemacht mit ihr? Wenn ja, warum???? 

Meine Meinung

Als ich ein paar Seiten gelesen habe, sind meine Gedanken zu meiner Kindheit gewandert. Wenn ich von der Schule gekommen bin, war das Erste, dass ich von meiner Mutter gehört habe: "Wasch dir die Hände und setz dich an den Tisch. Das Essen ist fertig!" So ging das bis zu meinem Auszug vom Elternhaus. Wie peinlich war mir das, wenn Freunde von mir dieses Bemuttern mitbekommen haben. Ist doch schließlich total uncool. Wäre nur damals schon das Buch in meinem Besitz gewesen .......

Lea hat mir sehr leid getan. Wegen ihrer Mutter konnte sie ihre Freizeit nicht genießen. Ständig war sie gehetzt, hungrig und total ausgepowert. Ihre vielen Ängste haben sie regelrecht zermürbt.
Lennny, Lenny, Lenny! Leas Gedanken werden von ihrem Ex, (oder Nochfreund?,) beherrscht. Mit ihrer Mutter kann sie über ihre Probleme ja nicht reden. Die spricht nur von sich, ohne Punkt und Komma. Einzige, tägliche Kommunikation mit ihrer Mutter über das Handy: >>Bring bitte Bier und Zigaretten mit vier F und zwei P<<

Oft hab ich mir Sorgen um Leas Atemprobleme gemacht. Besonders einmal ........
Ich konnte nicht verstehen, warum niemand das Elend von Lea bemerkt hat. Weder ihr Arzt noch ihre Lehrer schienen Augen im Kopf zu haben. Auch den Kioskbesitzer, bei dem Lea immer Alkohol anschreiben lassen hat, würde ich mehr gerne mal vorknöpfen.
Als Lea einmal gründlich die Schnauze voll hat, steigt sie auf ihren Lieblingsbaum im Park. Sie sitzt dort stundenlang. Dann kommt es zum Eklat ........

Fazit

Diese Geschichte ist unheimlich traurig. Ich habe mich oft gefragt, wie Lea es so lange aushalten konnte. Ihre Gedanken fuhren ständig Achterbahn.
Die Autorin hat einen wunderschönen Schreibstil. Sie hat mit Worten gespielt und unheimlich schöne Sätze gezaubert. >>Es ist ganz still und grün und es riecht gut. Das Paradies?<< Besonders gut gefallen hat mir, dass ich mir alles bildlich vorstellen konnte. Leas Mutter sprach immer ohne Punkt und Komma. Die Autorin hat die Dialoge von ihr ohne Punkt und Komma geschrieben! 
Das Ende lässt hoffen, dass Leas Mutter ihre Probleme in den Griff bekommt und Lea eine Leben führen kann, dass ihrem Alter entspricht. Genau weiß ich es jedoch nicht. Aber eines weiß ich ganz gewiss. Lea hätte alles dafür gegeben einmal diesen Satz von ihrer Mutter zu hören: " Lea, wasch dir die Hände und setz dich an den Tisch. Essen ist fertig"!"

Ich gratuliere Sabine Raml zur ihrem wundervollen Debüt. Liebe Sabine, bitte mehr davon.

5 Sterne