Dienstag, Dezember 22, 2015

Meine Meinung zu "In all den Jahren" von Barbara Leciejewski

Vita

Barbara Leciejewski wurde 1965 in einem kleinen Ort in Rheinland-Pfalz geboren und zog nach glücklich beendeter Schullaufbahn nach München. Hier studierte sie Literaturwissenschaft, Linguistik und Theaterwissenschaft, arbeitete in diversen Theaterjobs und wurde schließlich Cutterin beim Synchron, wo sie mehrere Jahre lang tätig war. Mit diesem Werdegang hatte sie ihre wesentlichen Interessensgebiete abgedeckt: Literatur, Theater, Film. Eins fehlte noch: das Schreiben.
Der langjährige Wunsch, der im Teenageralter noch ganz vernünftig als unrealistisch und kindisch verworfen worden war – Bücher schreiben –, wurde nach Jahren wiederbelebt und mit Hartnäckigkeit und der Wieso-eigentlich-nicht-und-wenn-nicht-jetzt-wann-dann-Attitüde der gereiften Erwachsenen verfolgt.
Heute konzentriert sich die Autorin vor allem darauf.
Sie lebt nach wie vor mit ihrer Familie in München.

Info

Elsa und Finn leben Tür an Tür in München. Sie sind Freunde. Beste Freunde. Und allen Zweifeln ihrer Umwelt, allen Versuchungen und allen Gefühlen zum Trotz, wollen sie das auch bleiben, denn schließlich enden die meisten Liebesbeziehungen doch in einer Trennung: Aus Nähe wird Besitzanspruch, aus Zuneigung Gleichgültigkeit und so weiter. Man kennt das.
Nein, Elsa und Finn wollen die bleiben, die sie sind, egal was auch passiert. Und es passiert so einiges, das ihre innige Freundschaft ins Wanken bringt, mal zur einen und mal zur anderen Seite hin.
Der Roman schildert auf humorvolle, spannende und bewegende Weise diese ungewöhnliche und tiefe Freundschaft über einen Zeitraum von zwanzig Jahren hinweg, ihre Höhen und Tiefen, komische, glückliche und dramatische Momente und stellt dabei immer wieder die Frage: Wie viel Liebe verträgt eine Freundschaft?

Ein wunderbarer Liebesroman der Münchener Autorin. Eine klare Leseempfehlung für Fans von Cecelia Ahern ("Für immer vielleicht")!

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Meine Meinung

Knapp 450 Seiten lang habe ich Elsa und Finn auf ihren ungewöhnlichen Lebensweg begleitet. Es gibt in diesem Buch keine einzige Seite, die langweilig ist. Man wird von Anfang an in die Geschichte hineingezogen. Schon der Beginn verspricht Lesevergnügen pur.
Was würdet Ihr sagen, wenn der neue Nachbar bei Euch im Adamsgewand klingelt? Elsas Nachbar hat genau "DAS" praktiziert. Tür zu - Schlüssel in der Wohnung. Ab zur Nachbarin um zu telefonieren. Manch einer würde sich nun die Hand vor seine Weichteile halten. Der Künstler Finn sieht darin jedoch keine Notwendigkeit; genießt vielmehr die Sprachlosigkeit seiner Nachbarin. Was hat die eigentlich für eine Gesichtsfarbe? Ist das tatsächlich dunkelrot?

Von da an kreuzen sich die Wege der Beiden immer wieder. Die schüchterne Schauspielerin und Synchronsprecherin Elsa und der Maler Finn könnten unterschiedlicher nicht sein. Jeder in ihrem Umfeld bemerkt die tiefe Zuneigung, die sie füreinander empfinden. Beide haben jedoch sämtliche Argumente dagegen. Es ist doch "NUR" eine tiefe Freundschaft. Man hilft sich doch "NUR" gegenseitig. Einer hat vom anderen den Wohnungsschlüssel.

Elsa gewinnt im Lauf der Jahre immer mehr Selbstbewusstsein. Mit ihrer rauchigen und sexy Stimme glänzt sie als Synchronsprecherin. Finn malt einzigartige Bilder. Nach seinem Nacktauftritt bei Elsa begegnen sie sich das erste Mal wieder bei einer Ausstellung seiner Gemälde. Elsa ist fasziniert von Finns Talent. Sie macht auch die Bekanntschaft der älteren Dame Edda. Edda gehört die etwas verkommene Villa, die sie Künstlern kostenlos zu Verfügung stellt. Elsa und Edda freunden sich an. Für Elsa ist Edda eine sehr wertvolle Gesprächspartnerin. Jedoch muss Elsa feststellen, dass die Geschichten um Eddas verstorbenen Mann Max, jedes Mal eine andere Version haben. Warum das so ist, erfährt man so ziemlich am Ende der Geschichte.
Elsa lernt Menschen aus dem Filmgeschäft kennen, die an sie glauben und ihr gute Rollen auf der Bühne und im Fernsehen verschaffen. Darunter auch der Frauenheld David. David finde ich, trotz seinem Verschleiß an Frauen, sehr liebenswert. 

20 Jahre beste Freunde! Gibt es so was wirklich zwischen Mann und Frau?

Fazit

Elsa und Finn sind zwei total sympathische Protagonisten. Manchmal möchte man sie beide solange schütteln, bis sie endlich begreifen, was wir Leser von Anfang an ahnen.
Beide haben immer wieder Partner: Beide wollen sich nicht zu fest binden. Beide wollen die Nähe des anderen nicht missen. Beide halten uns Leser auf Trapp!

Die Autorin hat eine außergewöhnliche Liebesgeschichte geschrieben, die beste Unterhaltung bietet. 
In dieser Geschichte geht es auch um Demenz. Ich bin mir nicht im Klaren darüber, ob ein demenzkranker Mensch kurz vor seinem Tod noch ein Gespräch führen kann. Ich habe jedoch gelesen, dass Demenzkranke kurz vorher noch über klare Momente verfügen. 

Humor, Dramatik, Spannung und sehr viel Gefühl haben mich überzeugt. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig. Die Idee des Buches einfach nur genial. 
Ein großer Verrat schockiert Elsa und uns Leser. Eine Beichte, die Elsas Sympatie für diese Person zwar erschüttert, aber nicht kaputt macht. Elsa muss von liebgewonnenen Menschen Abschied nehmen. 
Das Ende hat mich zufrieden zurück gelassen.
Ein Tipp am Ende noch: Bei Einsamkeit kann das Gewächs Farn Abhilfe schaffen! Warum? Lest selber!!!
Unbedingt lesen!!!!

Danke Barbara Leciejewski 

5 Sterne




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