Donnerstag, Oktober 01, 2015

Meine Rezension zu "Das Haus der vergessenen Bücher" von Christopher Morley

Vita

Christopher Morley (1890 - 1957), Amerikaner mit englischem Humor und englischen Wurzeln, war Mitbegründer der Saturday Review of Literature, die er von 1924 - 1940 leitete, und schrieb für die New York Evening Post. Außerdem verfasste er mehr als 50 belletristische Werke und Sachbücher sowie zahlreiche Essays über Literatur.
Info

New York, 1919. Roger Mifflin hat seine größte Leidenschaft, das Lesen, zum Beruf gemacht. In seinem Antiquariat in Brooklyn findet man ihn dort, wo der Tabakrauch am dichtesten ist. Unterstützt wird er von seiner ebenso patenten wie resoluten Ehefrau und seinem Hund Bock - Bock wie Boccaccio. Bücher sind Mifflins Leben. Von Werbemaßnahmen für sein Geschäft will er allerdings nichts wissen, und so lässt er den jungen Aubrey Gilbert, angestellt bei der Grey Matter Agency, ziemlich abblitzen, als der ihm seine Dienste anbietet. Dennoch freunden sich die beiden an, und bald kommt Gilbert täglich ins Geschäft. Was auch an Mifflins neuer Hilfskraft liegen mag - der schönen Titania Chapman, deren Leben in Gefahr zu sein scheint. Und das gilt nicht nur für ihr Leben ...

Hier könnt Ihr in See stechen und die bezauberndste Buchhandlung in New York besuchen:

http://www.atlantikverlag.de/christopher-morley-das-haus-der-vergessenen-buecher/


Meine Meinung

PARNASUSS
R. UND H. MIFFLIN
BÜCHERFREUNDE WILLKOMMEN
IN DIESEM GESCHÄFT SPUKT ES

Als ich das gelesen habe, wollte ich unbedingt diesen Bücherladen besuchen. Ob er nur in diesem Buch im Jahr 1919 existiert  .... oder existiert hat? 
Roger Mifflin, ein kleiner, rundlicher und kahlköpfiger Buchhändler liebt Bücher auf eine ganz besondere Weise. Er ist der Meinung, dass man für ein Buch nicht werben darf, da ein Buch durch Mundpropaganda seinen Weg finden muss. In seinem Laden in Brooklyn befinden sich nur alte verstaubte Bücher, die Roger über alles liebt.
Oft musste ich beim lesen schmunzeln; schützt Roger doch niemals seine Bücher vor Nikotin. Wenn man ihn in seinem Laden finden will, muss man dahin gehen, wo der Rauch am dichtesten ist.
Ich gebe zu, mir haben sämtliche Autoren und Buchtitel, die in diesem Buch erwähnt wurden, gar nichts gesagt, was meine Lesefreude aber in keinster Weise gemindert hat. Ich habe gelesen, dass ein paar davon fiktiv sind.
Der Schreibstil spiegelt das Jahr 1919 wieder, was mir sehr gut gefallen hat. Gerne hätte ich mich von Roger zum Abendessen einladen lassen und seiner Theorie über das "Geschirrspülen" gelauscht. Mit seiner Frau Helen und dem Hund Bock führt er ein harmonisches Leben. 
Gäste sind dem warmherzigen Ehepaar jederzeit willkommen. Nach einem leckeren Essen liest Roger gerne bei einem knisternden Kaminfeuer aus einem guten Buch vor. Roger betrachtet seine Bücher als Medizin. Da gebe ich ihm vollkommen Recht! Ein Buch, das zur derzeitigen Lebenssituation passt, kann wirklich wahre Wunder vollbringen.
Aubrey Gilbert hat kein Glück bei Roger, da dieser dieser auf jegliche Werbemaßnahmen verzichtet, und Aubrey somit keinen Auftrag ergattern kann. Trotzdem, auch Aubrey zieht es immer wieder auf magische Weise in den aussergewöhnlichen Bücherladen. Als Mifflin die Tochter von einem Freund als Hilfskraft einstellt, entwickelt Aubrey kriminalistische Fähigkeiten ...
Da verschwindet Rogers Lieblingsbuch von Oliver Cromwell ....

Fazit
Ich habe mich in diesem Buch wahnsinnig wohlgefühlt; ich war mitten im Geschehen. Ich habe die Leseabende und die geistreichen Zitate von Roger genossen. Das Geheimnis um das verschwundene Buch hat der Geschichte eine kriminalistische Note verpasst. Die Protagonisten kamen alle authentisch und sympathisch rüber. Roger hat für seine Einstellung zu Büchern gerne verminderten Umsatz in Kauf genommen. Seine lustige und liebenswerte Art hat sich in mein Leserherz geschlichen. Ein Buch über Bücher, auf so liebevolle Weise geschrieben, dass man es nicht mehr aus der Hand legen möchte. Antiquariate haben mich bisher nicht sonderlich interessiert; was sich nach diesem Büchlein geändert hat.
Rogers persönlichen Werbeslogan werde ich nie vergessen: >>Geistige Unterernährung ist ein ernstes Leiden. Wir haben die richtige Medizin für sie!<<
Ich weiß, der Autor ist längst verstorben .....  trotzdem: Danke Christopher Morley
Ich verschreibe jedem Bücherwurm, ( oder Menschen, die noch gar nicht wissen, dass sie einer sind), dieses Buch und vergebe 5 Sterne




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