Donnerstag, September 17, 2015

Meine Rezension zu "Das verdammte Chaos im Mikrokosmos" von Anke Weber

Covergestaltung  Cornelia Niere

Vita


Anke Weber, Jahrgang 1967, lebt im niedersächsischen Aller-Leine-Tal bei Hannover. Um Menschen, deren Geschichten und das Schreiben hat sich das Leben der Autorin schon immer gedreht. Nach einem Sozialpädagogik-Studium wurde sie Journalistin und arbeitete viele Jahre beim Radio. Heute schreibt sie Kolumnen über ihr geliebtes Landleben für die Zeitung und vor allem Geschichten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Anke Weber liebt Hundepfoten-Geruch und die Magie von Notizbüchern. 

Info

Willkommen im Leben!

Inspiriert von einem Spruch auf einer Cornflakes-Packung und aus Angst, das geliebte Zuhause zu verlieren, beschließt die 16-jährige Milla, den Tod ihres Großvaters, bei dem sie aufgewachsen ist, zu verheimlichen. Milla vergräbt die Leiche im Garten und vertraut sich nur ihren besten Freunden an. Kurz darauf lernt sie Tim kennen. Auch Tim wird bald sterben, und Milla plant gemeinsam mit ihm sogar die Details seiner Beerdigung. Doch je besser sie Tim kennenlernt, desto mehr fühlen die beiden sich zueinander hingezogen und entdecken, wie wunderschön das Leben sein kann.

Originell und liebenswert, optimistisch und lebensbejahend mit einer sympathischen Heldin und einem coolen Typ zum Verlieben! Ein Buch über den Tod, Freundschaft und die erste große Liebe!


Hier könnt Ihr die Bekanntschaft mit einem besonderen Kosmos machen:




Meine Meinung

Als ich den Klappentext gelesen habe, war mir sofort klar, dass es sich um ein außergewöhnliches Buch handeln muss. Ich hatte ein richtiges Gespür!!! Diese warmherzige Geschichte wird noch lange in mir nachwirken.

Kann man sich das überhaupt vorstellen, dass der eigene Opa stirbt und man ihn im Garten heimlich beerdigt? Muss so ein Mensch nicht total skrupellos sein?
Nein, muss er nicht! Im Gegenteil!!! Ich denke, so einen warmherzigen Abschied bekommt selten ein Mensch.
Milla entdeckt ihren Opa tot auf dem Sofa liegend. Der Fernseher läuft und sie sitzt neben Opa und hält seine Hand. Die Wärme, die von Opas Hand ausstrahlt, kann nur ihre eigene sein. Draußen scheint der Mond und irgendwann schläft Milla ein. Als sie wieder aufwacht kann sie nicht gleich realisieren, dass sie keinen Großvater mehr hat. Ihre Eltern hat sie als kleines Mädchen verloren. Nun, mit 16 Jahren ist ihr Opa auch verstorben. Milla gerät in Panik! Muss sie nun in ein Waisenhaus? Milla möchte auf jeden Fall in ihrem Haus weiter leben. Was tun? Den Opa im Garten beerdigen und seinen Tod geheim halten. Sie mailt ihrer besten Freundin, dass ihr Opa und sie krank sind. Sie kann nicht zur Schule kommen. Besuch will sie keinen, da sie Niemanden anstecken will.

Milla buddelt ein großes Loch im Garten und achtet darauf, dass Licht auf das Grab fällt.
In einer mit Holzpaneelen ausgekleideten Grube beerdigt sie ihren heißgeliebten Opa und hält eine zu Herzen gehende Rede für ihn.

Opa ist beerdigt und kein Mensch weiß etwas davon. Sie darf nicht öffentlich trauern und weiß nicht wohin mit ihren Gefühlen. Wie lange kann sie es geheim halten? Was soll sie ihrem Onkel erzählen, der regelmäßig Opa besucht? 
Viele Dinge im Haus erinnern sie an ihn. Da hilft nur eins: Das Haus muss renoviert werden ....

Fazit

Die Trauer, die Milla durchlebt, ist durch die Seiten spürbar. Die Einsamkeit springt einen förmlich an und man möchte Milla einfach nur drücken.
So hoffnungslos scheint ihre Situation jedoch nicht zu sein, da ihre beste Freundin, Justus und seine Schwester und die Mexikanerin Carlit ihren Weg kreuzen und zu Verbündeten werden. 
Als Milla übersieht,  sich einen Praktikumsplatz zu besorgen, bewirbt sie sich kurzfristig in einem Beerdigungsinstitut. Sie hat Glück und Karin Kunze stellt sie ein. Die Bestatterin ist eine liebenswerte Person und bald eine weitere Freundin von Milla. Karin hat sofort Vertrauen zu Milla und übergibt ihr den Auftrag, für einen 18 jährigen Krebspatient die Beerdigung zu organisieren ...

Denkt jetzt bitte nicht, dass es sich hier um ein Trauerkloß - Buch handelt. Ganz im Gegenteil!!
Milla genießt den Sommer und macht viele tolle Bekanntschaften. Die Dialoge sind oft sehr witzig und haben mich zum schmunzeln gebracht. Milla beherzigt den Spruch auf einer Cornflakespackung und tut was sie für richtig hält. Schwimmen, grillen,  Party feiern, sich verlieben und leckere Nudeln kochen. 
Besonders süß fand ich ihren Onkel. Warum? Das erzähle ich Euch jetzt nicht. 
Ich habe die liebenswerte Milla und ihre Freunde ins Herz geschlossen.
Ich weiß nicht, ob so etwas im realen Leben funktioniert. 
Eines weiß ich jedoch ganz bestimmt: Millas Geschichte wird Euch gefallen. Sie wird Euch genauso packen wie mich. Ihr werdet den Sommer mit Milla ebenso genießen.
Der Schreibstil ist flüssig und die Protagonisten bildlich beschrieben.
Meine Erkenntnis: Mit guten Freunden kann einem nichts passieren.
Der bunte Sarg auf dem Cover mutet etwas makaber an; spielt jedoch in der Geschichte eine große Rolle, die Millas Leben auf positive Art verändern wird,

Vielen Dank Anke Weber, für diese Geschichte,  die mal wirklich so ganz anders ist und wunderschön.

Eine absolute Empfehlung und 5 Sterne







Kommentare:

  1. Liebe Gisela,
    eine tolle Rezi! Natürlich musste ich sofort bei dir vorbeischauen, nachdem du geschrieben hast, dass du den Titel auch gelesen hast! Klasse, dass wir uns in der Bewertung einig sind. Ich hoffe, es ist OK, dass ich deine Rezi bei mir verlinke?!
    Liebe Grüße
    Anka

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