Donnerstag, Mai 07, 2015

Meine Rezension zu "EIN DIKTATOR ZUM DESSERT" von Franz.Oliver Giesbert

Vita


Franz-Olivier Giesbert, 1949 in Wilmington (USA) geboren, lebt seit seinem dritten Lebensjahr in Frankreich. Nach der Ausbildung zum Journalisten arbeitete er zunächst im Feuilleton von Paris-Normandie, bis er sich 1971 mit dem Nouvelle Observateur dem politischen Journalismus zuwandte. Ab 1998 war er Chefredakteur von Le Figaro, ab 2000 von Le Point. Außerdem moderiert er literarische Sendungen im Fernsehen. Seit 1977 schreibt er Romane und Biografien, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde und die in viele Weltsprachen übersetzt wurden.


Info


Politisch unkorrekt, humorvoll und geistreich
Rose ist 105 Jahre alt, eine begnadete Köchin mit einem kleinen Restaurant in Marseille. Sie hat den Genozid an den Armeniern, die Schrecken der Nazizeit und die Auswüchse des Maoismus erlebt. Deshalb hat sie vor nichts und niemandem mehr Angst. Für den Fall, dass ihr jemand blöd kommt, trägt sie immer einen Colt in der Tasche. Sie lässt sich von Mamadou, ihrem jugendlichen Gehilfen im Restaurant, auf dem Motorrad durch Marseille kutschieren, hört Patti Smith, treibt sich im Internet  auf Singlebörsen herum und denkt auch im biblischen Alter immer nur an das Eine. Und sie meint, dass sie nun alt genug ist, ihre Memoiren zu schreiben: Um das Leben zu feiern und die Weltgeschichte das Fürchten zu lehren.



Meine Meinung

Eigentlich habe ich eine liebe Omi erwartet, die gerne mal in den Arm genommen wird und sich den trockenen Rücken graulen lässt. Aber ... die fast 105jährige Rose ist auch gegen mehr nicht abgeneigt. Obwohl sie nicht mehr ganz so gut auf den Beinen ist, schlägt sie schon mal einen Straßendieb in die Flucht. Klar, mit einem Colt in der Tasche!

Bei dieser Geschichte muss ich mich wirklich beim Rezensieren beherrschen. Ich würde für mein Leben gerne sämtliche Zitate aus dem Buch verwenden. Noch nie hab ich ein Buch in den Händen gehalten, mit so vielen humorvollen und geistreichen Zitaten.
Als Rose anfängt ihr Leben auf Papier zu bringen, erfahren wir viel Geschichte aus dem zwanzigsten Jahrhundert. Die gebürtige Armenierin hat viel Schlimmes erlebt und gesehen. Es war das Jahrhundert, mit den meisten Toten!
Am 18. Juli, 1907 wurde Rose in einem Kirschbaum geboren. Ich weiß, das hört sich komisch an. Lest das Buch; dann wisst Ihr Bescheid.
Ihre glückliche Kindheit am schwarzen Meer, sollte nicht lange andauern .....

Rose erzählt uns ausführlich über die Wirren der Kriege, die sie mit erlebt hat. 
Oft dachte ich mir beim Lesen, wie abgebrüht Rose doch ist. Egal welche Verluste sie erleiden muss, sie schüttelt sich wie ein nasser Hund und beginnt wieder von vorne. 
Der Aufenthalt in einem Harem hat ihr einst das Leben gerettet. Rose war in jungen Jahren bildhübsch und wusste ihre weiblichen Reize gut einzusetzen. Ihr gesegneter Appetit auf Männer war ihr mehr als einmal hilfreich.

Ja, man sagt ja immer; so wie man isst so liebt man. Rose ist eine begnadete Köchin und hat einen gesegneten Appetit. Selbst Adolf Hitler war von ihren Kochkünsten begeistert. Adolf hatte einen sehr empfindlichen Magen. Wusstet Ihr das? Er litt sehr stark unter Flatulenzen. So, genug aus Adolfs Nähkästchen geplaudert ........

Rose Erlebnisse führen uns nach Frankreich, Deutschland, Amerika und China. Eigene Speiselokale  und Männer pflastern ihren Weg ......

Fazit

In dieser Geschichte wird uns das zwanzigste Jahrhundert aus der Sicht von Rose präsentiert. Die Judenverfolgung spielt eine große Rolle.
Ich denke, vieles entspricht der Wahrheit; einiges ist der Fantasie des Autoren zuzuschreiben.
Der Schreibstil ist flüssig und man rast nur so durch die Seiten. 
Die Protagonisten sind bildlich beschrieben. 
Bei Rose hat mich gar nichts mehr gewundert. Die Liebe hat sie, als junges Ding von 60 Jahren, neu entdeckt ......

Mich würde ja interessieren, ob es wirklich einen Menschen gibt, der so viel erlebt hat wie Rose. Kann man tatsächlich mit so vielen Verlusten optimistisch bleiben? Wie kann ich Euch Rose am besten beschreiben? Indem ich Euch ihre Rede zu ihrem 105. Geburtstag verrate. ACHTUNG! SPOILER!!



1. Lebt jeden Tag auf diesem Planeten, als wäre es euer letzter.
2. Vergesst alles, aber verzeiht nichts.
3. Rächt einander
4. Traut der Liebe nicht: Man kennt ihren Anfang, aber nicht ihren Ausgang.
5. Lasst niemals was in eurem Glas, in eurem Teller oder hinter euch.
6. Schwimmt gegen den Strom. Nur tote Fische schwimmen mit ihm.
7. Geht lebendig aus dieser Welt.


Vielen Dank Herr Giesbert. Ich habe jedes einzelne Wort genossen.

Eine klare Empfehlung von mir und 5 Sterne






Lasst es Euch am besten von Rose selber erzählen:





Kommentare:

  1. Das klingt toll, kommt gleich auf meine Wunschliste! So ein Buch hätte ich hinter dem Cover gar nicht vermutet!

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  2. Hallo Anne

    Stimmt, hinter dem Cover vermutet man was anderes.

    LG, Gisela

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