Donnerstag, Mai 28, 2015

Meine Rezension zu "AMY & MATTHEW" Was ist schon normal? Von CAMMIE MCGOVERN

Vita

Cammie McGovern hat bereits Kurzgeschichten und drei Romane für Erwachsene geschrieben, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. AMY UND MATTHEW ist ihr erstes Jugendbuch. Die Autorin ist Mitbegründerin von WHOLE CHILDREN, eine Organisation, die Kinder mit einer Behinderung im Alltag unterstützt. Cammie McGovern lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Amherst, Massachusetts.

Info

Die Geschichte einer großen Liebe, die sich gegen alle Widerstände behauptet
Die 17-jährige Amy ist ein besonderes Mädchen. Sie kann nicht sprechen und nicht ohne Hilfe laufen. Aber sie ist unglaublich klug und wahnsinnig hübsch – zumindest in den Augen ihres Klassenkameraden Matthew, der auch nicht so ist wie die anderen. Vor allem mit Nähe hat Matthew ein Problem. Doch genau die sucht Amy, die genug davon hat, wie ein rohes Ei behandelt zu werden. Im letzten Jahr der Highschool beschließt sie, dass das Leben jetzt beginnen muss. Und sie verliebt sich in den sensiblen Matthew. Dann aber begeht sie auf dem Abschlussball einen verhängnisvollen Fehler und verletzt Matthew zutiefst. Wird er ihr verzeihen?


Zum Inhalt

Amy ist ein sehr mutiges Mädchen, dass sich von ihrer körperlichen Behinderung nicht unterkriegen lässt. Sie kann die normalsten, alltäglichen Dinge nicht ohne Hilfe verrichten. Sie verfügt über eine große Portion Intelligenz; liest gerne anspruchsvolle Bücher.
In der Schule findet sie nur schwer Freunde. Das liegt daran, dass ihr auf Schritt und Tritt Erwachsene zur Seite stehen. In der Schule die Lehrer und daheim ihre Mutter! Da Amy nicht richtig sprechen kann, kommuniziert sie über einen Sprachcomputer, bei dem ständig der Akku aufgeladen werden muss. Ohne Hilfe könnte Amy in der Schule nicht bestehen. Was tun?  Wie kann sie trotz ihrer Behinderung Freunde finden? Amy hat die rettende Idee ......



Zitat aus dem Buch:  >>"Bei dir zu sein bedeutetbei einem Lehrer zu sein."<<



Matthew ist ein schüchterner Junge, der unter einer Zwangs-
Phobie leidet. Eine innere Stimme bringt ihn dazu, sich ständig die Hände zu waschen. Er hat wahnsinnige Angst vor Krankheitskeimen. Er hat Angst, wenn er der Stimme nicht gehorcht, dass irgendeinem Menschen, den er gerne mag, etwas Schlimmes zustößt.
Matthew geht in die gleiche Schule wie Amy. Er findet sie total süß. Einmal findet er den Mut, ihr gehörig die Meinung zu sagen. Das imponiert Amy. Sie merkt jedoch sehr schnell, dass Matthew Angst vor Nähe hat. Amy möchte Matthew ständig in ihrer Nähe haben.
Die rettende Idee von Amy schafft Nähe ......

Meine Meinung

Liebe Amy - lieber Matthew

Da ich euch Beide total ins Herz geschlossen habe, schreibe ich Euch einen Brief.

An Amy

Liebe Amy

Du hast von deinem Leben geschrieben und ich bin total an den Seiten geklebt. Ich hatte in meiner Schulzeit nie eine Klassenkameradin, mit einer körperlichen Behinderung. Du kannst nur über Sprachcomputer mit anderen Menschen reden. Deine Mimik ist stark eingeschränkt. Mit all diesen Handicaps kommst du trotzdem zurecht. Nicht nur das; du hast deinem besten Freund Matthew viel geholfen. Hast ihn dazu gebracht, sich seinen Ängsten zu stellen. 
Deine Mutter hat mich oft genervt. Ich fand es genial, wie du dich durchgesetzt hast. RESPEKT!!!
Gut fand ich von deiner Mutter, dass sie es geschafft hat, dich in eine ganz normale Schule gehen zu lassen.
Ich bin der Meinung, so was sollte es öfter geben. Du bist schließlich ein kluges Köpfchen.
Beim Abschlussball hast du Bockmist gemacht. Ich habe mit dir mitgefiebert. Ich hatte Angst, dass du deinen besten Freund verlieren könntest. 
Amy. du hast so viel mitgemacht. Viele andere Menschen wären daran zerbrochen. Du bist eine starke Persönlichkeit. Vielen Dank, dass du uns deine Geschichte schonungslos offen erzählt hast. Ich habe viel daraus gelernt. Ich würde gerne mehr von dir lesen. Vielleicht bis bald?


An Matthew


Lieber Matthew

Als allererstes Mal: Du bist ein total cooler Typ! Es gibt so viele Menschen mit Ängsten. Du warst jedoch klug genug, auf deine beste Freundin zu hören. Ich habe mit dir gelitten, wenn du wieder einen Panikanfall hattest. Die Aufgaben, die dir Amy gestellt hat, hast du alle mit Bravour gemeistert.
Du hast es ja auch nicht gerade leicht. Deine Eltern sind geschieden und deine Mutter ist oft sehr traurig. Ich mag deine Mutter. Sie war immer stolz auf dich. Besonders einmal .....
Besonders gut gefällt mir, dass du kein oberflächlicher Junge bist. Du hast von Anfang an die Schönheit von Amy gesehen. Du hast sie immer unterstützt. 
Als Amy beim Abschlussball einen großen Fehler gemacht hat, hatte ich Angst, du würdest ihr nicht verzeihen .....
Du bist ein toller Junge und ich hoffe, ich lese nochmal was von dir. Vielleicht bis bald?

Fazit

Wieder einmal durfte ich ein wunderschönes Jugendbuch lesen. Ja, ich liebe Jugendbücher, da sie meistens eine Botschaft enthalten.
Beim Lesen dachte ich mir .... warum hält man körperlich behinderte Menschen von uns fern? Sie wären doch für uns etwas ganz Normales, wenn wir täglich mit Ihnen zu tun hätten.
Ich weiß, dann müsste so viel umgestellt werden. Aber das könnte man hinkriegen!
Diese Geschichte hat uns gezeigt, dass ein körperlich behinderter Mensch eine große Hilfe für andere Menschen sein kann.
Die Autorin hat einen wundervollen Schreibstil. Sie hat dieses ernste Thema liebevoll behandelt, ohne dabei zu rührselig zu werden. Man bekommt einen Einblick, auf das Leben von behinderten Menschen.
Puh ... was soll ich sagen? Es war keine leichte Kost; aber wunderschön. Das offene Ende hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Ich würde gerne wissen, wie Amy mit ihrem Fehler den sie gemacht hat, auf weite Sicht zurecht kommt. Es gibt soooo Vieles, dass ich noch wissen möchte!

Ich bin gespannt, ob es einen zweiten Teil geben wird. Gute 350 Seiten waren mir nicht genug. Ich will mehr!
Vielleicht bis bald Frau McGovern?

Eine absolute Empfehlung und 5 Sterne




Sonntag, Mai 17, 2015

Meine Rezension zu "Die Widerspenstigkeit des Glücks" von Gabrielle Zevin

Vita

Gabrielle Zevin wurde in New York geboren und studierte Literatur in Harvard. Sie hat bereits mehrere Romane und Drehbücher veröffentlicht, die in über zwanzig Sprachen übersetzt und mit vielen Preisen ausgezeichnet wurden. Heute lebt die Autorin in Los Angeles.

Info

Ein bezaubernder Roman und ein modernes Märchen
Amelia ist Verlagsvertreterin und lernt dabei die eigenwilligsten Buchhändler kennen. Genau so einer ist A. J. Fikry. In seinem Herzen haben nur turmhohe Bücherstapel Platz. Bis er einen ungebetenen Gast entdeckt: Eines Morgens sitzt die zweijährige Waise Maya in der Kinderbuchecke seiner Buchhandlung. Gegen seinen Willen nimmt sich A. J. des kleinen Mädchens an, das sein Leben kurzerhand auf den Kopf stellt. Und auch Amelia wird er nicht so schnell vergessen können …


Zum Inhalt


A. J. Fikry ist ein liebenswerter Eigenbrötler. Nachdem er seine Frau bei einem Autounfall verloren hat, verfällt er dem Alkohol. Als er einmal seinen Rausch ausschläft, verschwindet ein wertvolles Buch, das seinen Ausstieg aus dem Arbeitsleben ermöglichen hätte sollen. Der Buchhändler hat nicht mehr viel Freude an seinem Buchladen.
Das wertvolle Buch ist weg; dafür bekommt er einen Brief und die zweijährige Maya. Das süße Mädchen hat eine verzweifelte Frau in seinem Laden ausgesetzt.

Amelia ist Verlagsvertreterin und lernt  viele schrullige Buchhändler kennen. Sie hat den Auftrag A. J. den neuen Katalog vorzustellen. Als sie die Buchhandlung auf der Ostküsteninsel Alice Island betritt, ist sie erst einmal schockiert, über die am Boden gestapelten Bücher. Der Buchhändler A. J. erweist sich als total unfreundlicher Nerd. Und trotzdem ... sprühen da nicht irgendwie Funken?

Meine Meinung

Ich habe mich auf Anhieb in dieses Cover verliebt. Der Klappentext hat mir ein Buch versprochen, das zu hundert Prozent auf uns Leseratten zugeschnitten ist. Ich habe mich nicht getäuscht!
Ein paar Seiten habe ich gebraucht, um mit der Geschichte warm zu werden. Der Erzählstil ist sehr
 eigen. Fast schon sachlich. Trotzdem hat mich die Story voll gepackt. Wie kann man ein Buch so nüchtern schreiben; dennoch so viel Wärme vermitteln? Die Autorin hat das geschafft.


A. J. war mir sehr sympathisch. Er hat sich auf Anhieb in die kleine Maya verliebt. Die Kleine hat ihn seinen Verlust, von der wertvollen Ausgabe Tamerlane, vergessen lassen. Die Verantwortung tut ihm regelrecht gut und hält ihn vom Alkohol fern. Ich war sehr gespannt, ober er das Kind behalten wird (darf)!

A. J. liebt Short Storys. Amelia liebt die Biographie Späte Blüte von Leon Friedman. A. J. mag keine Autorenlesungen in seinem Buchladen. Amelia schafft es, dass A. J. Leon Friedman zu einer Lesung einlädt. Ich war sehr überrascht, was da an´s Tageslicht kam .....

Die Protagonisten in dieser Geschichte wirken glaubhaft . A. J. und Amelia unterhalten sich viel über Literatur. Des öfteren sind Bemerkungen über Buchtitel gefallen, die ich sofort erkannt habe. Lambiase ist ein geschiedener Polizist, der die Liebe zur Literatur entdeckt hat. Ja, nicht nur zur Literatur! Er lernt die unglückliche Schwägerin von A.J. näher kennen ..........
Amelia stellt fest, dass A.J. eigentlich ein ganz Lieber ist .......

Fazit

Ein Buch über Bücher, das mich begeistert hat. Protagonisten mit denen ich gerne mal einen Bummel durch Bücherläden machen würde. Noch lieber wäre mir ein Besuch bei Island Books!
Ein Schreibstil der nüchtern anmutet und doch so emotional ist.
Autoren die alles andere als erfolgreich und seriös sind und uns einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen.
Das widerspenstige Glück zeigt uns genau den Weg zu selbigen.
Das Ende hat mir wieder einmal den Griff zu Taschentüchern beschert. Ich war richtig fassungslos!
Ich empfand es als Cliffhanger. Eine Fortsetzung könnte ich mir gut vorstellen. Liebe Gabrielle Zevin, wird es eine geben?

Vielen Dank für dieses wundervolle Buch.

Eine absolute Empfehlung von mir und 5 Sterne

Was? Ihr habt kein Glück? Dann klickt einfach mal hier drauf! So widerspenstig ist das Glück gar nicht. Es ist noch jede Menge für Euch da: http://www.randomhouse.de/Paperback/Die-Widerspenstigkeit-des-Gluecks-Roman/Gabrielle-Zevin/e476747.rhd





Donnerstag, Mai 14, 2015

Meine Rezension zu "HUNDERT TAGE GLÜCK" von Fausto Brizzi

Vita

Fausto Brizzi (Autor)
Fausto Brizzi, geboren 1968 in Rom, ist Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent. "Hundert Tage Glück" ist sein erster Roman. Er begeisterte Verlage weltweit und erscheint in 23 Ländern.



Info

Lucio Battistini ist mit seinem Leben eigentlich zufrieden: Er hat eine Frau, die er liebt, zwei Kinder, die er vergöttert, und sein Schwiegervater backt die besten Doughnuts Roms. Doch dann wird bei Lucio Krebs diagnostiziert – und plötzlich hat er nur noch 100 Tage ... Um seine Frau dazu zu bringen, ihm seinen Seitensprung zu verzeihen. Um festzustellen, dass ein richtig gutes Eis besser hilft als jeder Psychologe. Um seinen Kindern Italien zu zeigen. 100 Tage, um nicht aufzugeben. 100 Tage, um anzufangen zu leben. 100 Tage, um glücklich zu sein.


Zum Inhalt

Lucio hat einen großen Fehler gemacht. Er hat seine Frau betrogen. Lucio hat noch einen gravierenden Fehler begangen. Er hat seine körperlichen Beschwerden ignoriert. Lucio bekommt nun  für seine Fehler die Quittung. Seine Frau will nichts mehr von ihm wissen. Diagnose beim Arzt: Krebs im fortgeschrittenen Stadium. 

Lucio erstellt eine Liste, was er noch alles erreichen will. An erster Stelle: Seine Frau zurück gewinnen ......... 
Da er sich nun mit seiner Krankheit stark befasst, im Internet recherchiert, weiß er in etwa wie viel Zeit ihm noch bleibt. Er zählt von nun an "HUNDERT TAGE" rückwärts.


Meine Meinung

Diese Geschichte ist eine richtige Achterbahn der Gefühle. Mir hat Lucio oft sehr leid getan. Seine Frau Paola kann ihm seinen Fehltritt nicht verzeihen. Oft dachte ich mir beim Lesen: "Mensch Paola, reiß dich doch auch ein bisschen zusammen. Du hast einen warmherzigen Mann, der unheilbar krank ist. Er hat doch auch so viele positive Eigenschaften!! Verzeih ihm endlich!" 

Sehr sympathisch ist mir Lucios Schwiegervater. Der leidenschaftliche Bäcker macht ihm keine Vorwürfe und ist immer für ihn da. Umgekehrt genauso. Lucio verhilft dem Witwer zu einer neuen Liebe .......
Mit den Beiden gibt es viel zu lachen .....

Die Freunde von Lucio haben es in sich. Man kann sich keine besseren wünschen. Mit ihnen kann er offen über seine Krankheit sprechen. Mit ihnen verbringt er noch einige wunderschöne Stunden. Mit ihnen kann er einen großen Teil seiner Vorsätze verwirklichen.

Tränen hat es mir in die Augen getrieben, wie er sich von seinen Kindern verabschiedet hat. Seine beiden Lieblinge wissen nichts von seiner Krankheit. Er unternimmt mit ihnen und Paola eine Reise.
Wird Paola nun endlich einlenken? Paola, auf dieser Reise wartet eine große Überraschung auf dich .......

Fazit

Ich denke, diese verdammte Krankheit macht uns allen Angst.
Diese Geschichte berührt einen genau da, wo es wirklich weh tut. Trotzdem kommt sie auch sehr positiv rüber. Man kann lachen, weinen, wütend und hoffnungsvoll sein. Wäre Lucios Diagnose besser ausgefallen, wenn er gleich zum Arzt gegangen wäre? Ich denke, das weiß man nie. Irgendwie hatte ich das Gefühl, er hat es geahnt. Lucio hat erst mal seinen Freund Umberto konsultiert. Umberto ist Tierarzt! Ich finde, daran erkennt man wie viel Angst dahinter steckt.

Lucio hat auch einen neuen Freund kennengelernt, mit einem aussergewöhnlichen Geschäft. Die Idee, die dahinter steckt, finde ich so genial, dass ich sie mir in jeder Stadt wünschen würde. Damit wäre manch einsamen Menschen sehr geholfen.

Einzig der Wassersport in dieser Geschichte hat mich nicht interessiert. Ansonsten kann ich Lucios Erzählung jedem an´s Herz legen.
Der Schreibstil von Fausto Brizzi ist wunderschön. Er spricht den Leser direkt an. 
Das Cover hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Eine Eiswaffel gefüllt mit einer Wolke. Ein richtiger Hingucker! Eine Portion Eis ersetzt so manche Psychotherapie! Lieber Lucio ... da gebe ich dir Recht!
Kennt Ihr das Gefühl, wenn man Verzweiflung im Bauch hat? Genau das hatte ich, als Lucio sich von seiner Familie verabschiedet hat und seinen Weg allein weiter gegangen ist ..........

Haltet Taschentücher parat, stellt Telefon und Klingel ab und lasst Euch die Geschichte von einem Mann erzählen, der "HUNDERT TAGE GLÜCK" erlebt hat. Er wird persönlich mit Euch sprechen!

Vielen Dank Fausto Brizzi.

Ich vergebe 5 Sterne



Hier gibt es "HUNDERT TAGE GLÜCK" für Euch: HUNDERT TAGE GLÜCK  Einfach draufklicken!





Donnerstag, Mai 07, 2015

Meine Rezension zu "EIN DIKTATOR ZUM DESSERT" von Franz.Oliver Giesbert

Vita


Franz-Olivier Giesbert, 1949 in Wilmington (USA) geboren, lebt seit seinem dritten Lebensjahr in Frankreich. Nach der Ausbildung zum Journalisten arbeitete er zunächst im Feuilleton von Paris-Normandie, bis er sich 1971 mit dem Nouvelle Observateur dem politischen Journalismus zuwandte. Ab 1998 war er Chefredakteur von Le Figaro, ab 2000 von Le Point. Außerdem moderiert er literarische Sendungen im Fernsehen. Seit 1977 schreibt er Romane und Biografien, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde und die in viele Weltsprachen übersetzt wurden.


Info


Politisch unkorrekt, humorvoll und geistreich
Rose ist 105 Jahre alt, eine begnadete Köchin mit einem kleinen Restaurant in Marseille. Sie hat den Genozid an den Armeniern, die Schrecken der Nazizeit und die Auswüchse des Maoismus erlebt. Deshalb hat sie vor nichts und niemandem mehr Angst. Für den Fall, dass ihr jemand blöd kommt, trägt sie immer einen Colt in der Tasche. Sie lässt sich von Mamadou, ihrem jugendlichen Gehilfen im Restaurant, auf dem Motorrad durch Marseille kutschieren, hört Patti Smith, treibt sich im Internet  auf Singlebörsen herum und denkt auch im biblischen Alter immer nur an das Eine. Und sie meint, dass sie nun alt genug ist, ihre Memoiren zu schreiben: Um das Leben zu feiern und die Weltgeschichte das Fürchten zu lehren.



Meine Meinung

Eigentlich habe ich eine liebe Omi erwartet, die gerne mal in den Arm genommen wird und sich den trockenen Rücken graulen lässt. Aber ... die fast 105jährige Rose ist auch gegen mehr nicht abgeneigt. Obwohl sie nicht mehr ganz so gut auf den Beinen ist, schlägt sie schon mal einen Straßendieb in die Flucht. Klar, mit einem Colt in der Tasche!

Bei dieser Geschichte muss ich mich wirklich beim Rezensieren beherrschen. Ich würde für mein Leben gerne sämtliche Zitate aus dem Buch verwenden. Noch nie hab ich ein Buch in den Händen gehalten, mit so vielen humorvollen und geistreichen Zitaten.
Als Rose anfängt ihr Leben auf Papier zu bringen, erfahren wir viel Geschichte aus dem zwanzigsten Jahrhundert. Die gebürtige Armenierin hat viel Schlimmes erlebt und gesehen. Es war das Jahrhundert, mit den meisten Toten!
Am 18. Juli, 1907 wurde Rose in einem Kirschbaum geboren. Ich weiß, das hört sich komisch an. Lest das Buch; dann wisst Ihr Bescheid.
Ihre glückliche Kindheit am schwarzen Meer, sollte nicht lange andauern .....

Rose erzählt uns ausführlich über die Wirren der Kriege, die sie mit erlebt hat. 
Oft dachte ich mir beim Lesen, wie abgebrüht Rose doch ist. Egal welche Verluste sie erleiden muss, sie schüttelt sich wie ein nasser Hund und beginnt wieder von vorne. 
Der Aufenthalt in einem Harem hat ihr einst das Leben gerettet. Rose war in jungen Jahren bildhübsch und wusste ihre weiblichen Reize gut einzusetzen. Ihr gesegneter Appetit auf Männer war ihr mehr als einmal hilfreich.

Ja, man sagt ja immer; so wie man isst so liebt man. Rose ist eine begnadete Köchin und hat einen gesegneten Appetit. Selbst Adolf Hitler war von ihren Kochkünsten begeistert. Adolf hatte einen sehr empfindlichen Magen. Wusstet Ihr das? Er litt sehr stark unter Flatulenzen. So, genug aus Adolfs Nähkästchen geplaudert ........

Rose Erlebnisse führen uns nach Frankreich, Deutschland, Amerika und China. Eigene Speiselokale  und Männer pflastern ihren Weg ......

Fazit

In dieser Geschichte wird uns das zwanzigste Jahrhundert aus der Sicht von Rose präsentiert. Die Judenverfolgung spielt eine große Rolle.
Ich denke, vieles entspricht der Wahrheit; einiges ist der Fantasie des Autoren zuzuschreiben.
Der Schreibstil ist flüssig und man rast nur so durch die Seiten. 
Die Protagonisten sind bildlich beschrieben. 
Bei Rose hat mich gar nichts mehr gewundert. Die Liebe hat sie, als junges Ding von 60 Jahren, neu entdeckt ......

Mich würde ja interessieren, ob es wirklich einen Menschen gibt, der so viel erlebt hat wie Rose. Kann man tatsächlich mit so vielen Verlusten optimistisch bleiben? Wie kann ich Euch Rose am besten beschreiben? Indem ich Euch ihre Rede zu ihrem 105. Geburtstag verrate. ACHTUNG! SPOILER!!



1. Lebt jeden Tag auf diesem Planeten, als wäre es euer letzter.
2. Vergesst alles, aber verzeiht nichts.
3. Rächt einander
4. Traut der Liebe nicht: Man kennt ihren Anfang, aber nicht ihren Ausgang.
5. Lasst niemals was in eurem Glas, in eurem Teller oder hinter euch.
6. Schwimmt gegen den Strom. Nur tote Fische schwimmen mit ihm.
7. Geht lebendig aus dieser Welt.


Vielen Dank Herr Giesbert. Ich habe jedes einzelne Wort genossen.

Eine klare Empfehlung von mir und 5 Sterne






Lasst es Euch am besten von Rose selber erzählen: