Dienstag, April 28, 2015

Meine Rezension zu "Maistöcke" von Britta Orlowski



Vita

... wurde im Jahr 1966 geboren – eine Schnapszahl ich weiß, meine Eltern hätten gleich stutzig werden sollen. Stattdessen zogen sie mich mit viel Liebe, Wärme und schönen Geschichten auf. Sie nahmen meine zahlreichen kreativen Experimente gelassen hin und nährten meine ohnehin uferlose Fantasie noch mit zauberhaften Erzählungen über Spielzeug, welches zum Leben erwacht, sobald ich des abends eingeschlafen sei.
So wuchs ich also in meiner Geburtsstadt Rathenow auf, absolvierte die zehnklassige polytechnische Oberschule und erlernte den Beruf der stomatologischen Schwester in der Kreispoliklinik.
Ich angelte mir einen netten Mann, dem ich sage und schreibe im taufrischen Alter von fünf Jahren zum ersten Mal begegnete und ihn sogleich aus tiefstem Herzen verabscheute. Zum Glück änderte ich später meine Meinung - wir heirateten und gründeten eine Familie. Ihm verdanke ich meine lieben Söhne, die überhaupt die schönsten Babys der Welt waren.
Im Erziehungsurlaub wurde mir rasch langweilig. Beim Aufräumen stieß ich auf die Manuskripte aus meiner jugendlichen Sturm- und Drangzeit. Ich begann erneut Geschichten zu schreiben - nur so für mich. Wenige Jahre später infizierte ich mich mit dem Patchworkvirus und hänge seitdem an der Nadel. Doch auch das Schreiben ließ mich nicht mehr los. Nach einigen Überlegungen kam ich zu dem Schluss, dass es bestimmt einen Weg gibt, beide Hobbies zu verbinden. So entstand mein erster Roman „Rückkehr nach St. Elwine“.
Da mir der Abschied von meinen Hauptfiguren am Ende so schwer fiel, war die Idee geboren, daraus mehr zu machen. Eine lockere Serie, mit in sich abgeschlossenen Geschichten, die stets am gleichen Ort, dem fiktiven Küstenstädtchen in der Chesapeake Bay, spielen. Nach langem Suchen habe ich ein begeisterungsfähiges Verlagsteam gefunden. 


Kurzinhalt

1889

Bevor sich Levke in ihrem neuen Zuhause im Havelland einleben kann, wird sie Witwe. Albträume quälen sie. Wieso glaubt sie, dieses fremde Dorf zu kennen?
Als sich unlösbare Todesfälle häufen, sucht Levke nach Antworten. Ist Jack the Ripper für das Morden verantwortlich? Welches Geheimnis birgt die Kräuterfrau Jordis? Und was hat es mit dem Quilt der verlorenen Seelen auf sich?
Das größte Rätsel aber gibt ihr der attraktive Seemann mit den violetten Augen auf: Silas Böttcher, der plötzlich wieder in Bützer lebt. Hoffentlich begeht Levke keinen folgenschweren Fehler, indem sie ihm vertraut, denn etwas an ihm geht ihr tief unter die Haut.

"Eine fesselnde, emotionale Geschichte - wie ein kraftvolles Gemälde aus einer vergangenen Zeit." Iny Lorentz



Zum Inhalt

Ich war in Bützer und da hat es mir gut gefallen. Das Jahr 1889 hatte schon ein kleines bisschen Ähnlichkeit, mit unserer Zeit. Automobile waren in aller Munde. Das Weltwunder schlechthin. :-)))

Aber mehr noch haben mich die Protagonisten begeistert. Meine größte Sympathie galt der Kräuterfrau Jordis. Sie war eine richtige Kapazität in der Heilkunde. Für jede Unpässlichkeit hatte sie das passende Kraut parat. Jordis war eine emanzipierte Frau, was für damalige Verhältnisse nicht selbstverständlich war. Bildhübsch und intelligent war sie; jedoch machte sie von ihrer Person nie viel Aufhebens. Sie legte keinen Wert darauf, im Mittelpunkt zu stehen.

Levke fand ich total süß. Sie konnte noch so richtig rot werden. Besonders dann, wenn sie einen bestimmten Mann beim Baden im See beobachtete. Frisch verwitwet war sie in das Kapitänshaus in Bützer eingezogen. In dem Haus ihres verstorbenen Mannes fühlte sie sich auf Anhieb wohl. Levke fand in Bützer schnell Freundinnen. Mit ihnen frönte sie ihrer Leidenschaft, dem Quilten. Einmal im Monat fand in ihrem Haus ein Treffen statt. Da wurde genäht und die Neuigkeiten vom Ort ausgetauscht. 
Alles hätte für Levke so schön sein können .... wären da nicht die dramatischen Ereignisse passiert ......
Levke wurde von schrecklichen Träumen geplagt ......


Silas hatte nach einem schlimmen Vorfall Bützer jahrelang den Rücken gekehrt und sich als Seemann verdingt. Der attraktive Müllerssohn hätte jede Frau haben können. Sein Augenmerk hatte  jedoch nur einer gegolten.
Für Silas war die Rückkehr nach Bützer nicht einfach. Viele mysteriöse Dinge waren passiert ...

Meine Meinung

Ich liebe die Geschichten von Britta Orlowski. Mit ihrem frechen, flüssigen Schreibstil hat sie mein Leserherz erobert. Es ist ihr gelungen, einen historischen Roman so zu schreiben, dass er sich lesen lässt wie Butter. Ich bin kein Fan von Handarbeiten; jedoch wäre ich sehr gerne bei der Quiltrunde dabei gewesen. Manchmal hatte ich beim Lesen das Gefühl, ich wäre selber in Bützer. Beinahe wäre ich in den See hinter Levkes Haus gesprungen!!! Aber nur, weil Silas schon darin schwamm :-)))
Über Levke und Silas musste ich oft schmunzeln. Kein Wunder! Wurden doch Silas Weichteile auf humorvolle Weise auf die Schippe genommen. Ich habe Tränen gelacht.
Die alte Dorfratsche Meta hat auch ihr Fett weg bekommen. Zum Brüllen!!
"Maistöcke" ist jedoch nicht nur lustig. Jede Menge Verbrechen haben der Story Spannung eingehaucht.
Das harmonische Dorfleben konnte ich mir sehr gut vorstellen und hatte stets den Duft von frisch gebackenem Brot in der Nase. Der Bäcker Gustav  und sein Sohn spielten  in der Geschichte eine sehr große Rolle. Für Gustav war Silas wie ein Sohn.

Fazit

Wer gerne einen historischen Roman lesen möchte, der einem auf lockere Art das Jahr 1889 näher bringt, der ist mit "Maistöcke" bestens beraten. Spannung, Gefühl, Übersinnliches und Humor sind garantiert. Knappe 450 Seiten habe ich mich gut unterhalten gefühlt. 
Was mich am meisten fasziniert hat; ich wusste wirklich erst am Ende, was passiert ist. 
Ehe ich es vergesse .... stellenweise konnte ich beim Lesen nicht mehr richtig sitzen. Warum? Das müsst Ihr selber herausfinden. Mir hat ja auch keiner vorher was gesagt .......

Absolute Empfehlung von mir und 5 Sterne



Habt Ihr Lust, mit Silas eine Runde schwimmen zu gehen? Dann springt mal hier rein: http://www.bookshouse.de/buecher/Maistoecke___Buetzer_History/



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