Sonntag, März 29, 2015

Meine Rezension zu 89/90 von Peter Richter



Über den Autor

Peter Richter wurde 1973 in Dresden geboren und ist dort aufgewachsen. 1992 machte er an der Kreuzschule das Abitur. Er begann zunächst mit einer Druckerlehre und studierte dann in Hamburg und Madrid Kunstgeschichte. Danach arbeitete er beim Deutschlandfunk in Köln, beim Deutschlandradio Berlin und als Redakteur und Kolumnist im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Seit Sommer 2012 ist Peter Richter Kulturkorrespondent der Süddeutschen Zeitung in New York. Als Buchautor wurde er mit Titel wie 'Blühende Landschaften' und 'Deutsches Haus' bekannt.

Zum Inhalt

89/90

Das Lebensgefühl einer rebellischen Generation am Ende der DDR

Sie sind der letzte Jahrgang, der noch alles mitmachen darf - damals in Dresden vom Sommer vor der Wende bis zur Wiedervereinigung: die lauen Freibadnächte und die Ausweiskontrollen durch die "Flics" auf der "Rue", die Konzerte im FDJ-Jugendklub "X. Weltfestspiele" oder in der Kirche vom Plattenbaugebiet, wo ein Hippie, den sie "Kiste" nennen, weil er so dick ist, mit wachsamem Blick Suppe kocht für die Punks und ihre Pfarrerstöchter.

Sie sind die Letzten, die noch "vormilitärischen Unterricht" haben. Und sie sind die Ersten, die das dort Erlernte dann im Herbst 89 erst gegen die Staatsmacht anwenden. Und schließlich gegeneinander. Denn was bleibt dir denn, wenn du zum Fall der Mauer beiträgst, aber am nächsten Tag trotzdem eine Mathe-Arbeit schreiben musst, wenn deine Freundin eine gläubige Kommunistin ist und die Kumpels aus dem Freibad zu Neonazis werden?

Von der Unschuld des letzten Sommers im "Tal der Ahnungslosen" bis zu den Straßenschlachten rund um die deutsche Einheit: Peter Richter beschreibt in seinem autobiografischen Roman das chaotische Ende der DDR aus der Sicht eines damals Sechzehnjährigen - pointiert, authentisch und sprachlich brillant. Coming of Age im Schatten von Weltgeschichte.




Meine Meinung


Peter Richter hat einen Roman mit autobiographischen Zügen geschrieben, über die letzten Monate in der ehemaligen DDR! Oftmals mit einer kräftigen Prise Humor gewürzt. Die Erlebnisse, die er mit seinen Freunden hatte, waren bildlich beschrieben. Ich weiß jetzt auch, dass das Küssen aus Frankreich importiert wurde. Schokolade und Zigaretten schmecken nicht zusammen. Das habe ich auch gewusst :-)

Man erfährt in diesem Buch Dinge, die so nirgends dokumentiert wurden.
Wer noch nicht volljährig war, durfte nach der Wende noch nicht selbst entscheiden. Aber dann ....
Über den Trubel, den der Mauerfall ausgelöst hat, bin ich immer wieder fasziniert. Da wird einem immer wieder vor Augen geführt, was für ein großes Stück Geschichte ganz Deutschland mit erlebt hat.
Man erfährt viel über die Jugendlichen. Wie sie in dieser Zeit getickt haben. Die Politik kommt auch nicht zu kurz.. Besonders interessant; jedoch auch traurig, fand ich den Epilog.


Eigentlich wäre 89/90 ein Buch ganz nach meinem Geschmack gewesen. Leider haben mich die ständigen Abkürzungen der Namen total genervt. Für mich besteht ein Name nicht nur aus einem Buchstaben.
Fast auf jedem Ende einer Seite waren Erklärungen zum Nachlesen. Das hat meinen Lesefluss erheblich gestört. Mir wäre lieber gewesen, wenn die Erklärungen gleich in Klammer daneben gestanden hätten.

Fazit

Der Schreibstil von Peter Richter ist einfach nur klasse. Schade, dass die oben genannten Punkte, mein Lesevergnügen geschmälert haben. Bestimmt gibt es viele Leser, die genau aus diesen Gründen dieses Buch lieben. Eines konnte ich auch aus diesem Buch wieder rauslesen: Selbst zu DDR-Zeiten gab es glückliche Momente!

Danke Peter Richter


Ich vergebe 3 1/2  Sterne


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