Freitag, Dezember 12, 2014

Meine Rezension zu "Das Leben ist ein listiger Kater" von Marie-Sabine Roger



Von der Autorin des Bestsellers Das Labyrinth der Wörter

Jean-Pierre wacht auf und kann sich an nichts erinnern. Er ist in die Seine gefallen, ein junger Mann hat ihm das Leben gerettet. Jetzt liegt er im Krankenhaus, ein Alptraum für den menschenscheuen Einzelgänger. Über zu viel Besuch kann sich der verwitwete Rentner “ohne Kinder oder Hund” eigentlich nicht beklagen. Aber alleine ist er trotzdem nie, ständig fällt ihm jemand auf die Nerven: Die vierzehnjährige Maëva hat es auf seinen Laptop abgesehen, um “schnell mal Facebook zu checken”. Maxime, ein junger Polizist, versucht herauszufinden, wie Jean-Pierre in der Seine gelandet ist – und schon bald entdecken die beiden ihre gemeinsame Leidenschaft für Schwarzweißfilme. Der gutherzigen Krankenschwester Myriam wächst der alte Griesgram mit Galgenhumor so ans Herz, dass sie ihn zu ihrem Lieblingspatienten ernennt. Und dann ist da noch Camille, der Student, der Jean-Pierre aus der Seine gefischt hat. Allen zusammen gelingt es nach und nach, Jean-Pierre zurück ins Leben zu holen – und für einen Neuanfang ist es bekanntlich nie zu spät.


                                        Das Becken in Zimmer 28


Das war wieder mal eins von den Büchern, bei denen man sich wünscht, dass sie nie zu Ende gehen. Das Cover und der Klappentext haben mir gar keine andere Wahl gelassen. Ich musste es lesen! Ich bin glücklich darüber. Es ist eins meiner Highlights in diesem Jahr.

Zum Inhalt


Jean-Pierre wacht in einem Krankenhaus auf. Er kann sich nicht daran erinnern, dass er aus der Seine gefischt wurde. Sämtliche Schläuche und Verbände zieren seinen Körper. Völlig bewegungslos muss er im Bett liegen. Für Jean-Pierre ein Albtraum. Der alte Mann ist ein Einzelgänger und gewöhnt, dass er sein Leben ohne andere Menschen meistert.
Trotzdem verzweifelt er nicht. Er hat einen goldenen Humor, um den ich ihn oft beneidet habe. Die Gedankengänge von Jean-Pierre haben bei mir regelrechte Lachkrämpfe ausgelöst.
Jean-Pierre hat eine ziemlich direkte Art. Sein Retter, der Student Camille, hat diese am eigenen Leib erfahren. Als Camille Jean-Pierre im Krankenhaus besucht hat, hat er Jean-Pierre von seinem Leben erzählt. Die Fragen die Jean-Pierre darauf an ihn gestellt hat, haben Camille verunsichert und verärgert. Der alte Kauz versucht jedoch, alles wieder in Ordnung zu bringen. Wird es ihm gelingen?

Der Polizist Maxime besucht ihn im Krankenhaus, um die Unfallursache zu klären. Beide sind sich auf Anhieb sympathisch. Maxime besucht Jean-Pierre auch weiterhin. Bei dem jungen Polizisten werden Erinnerungen wach......

Maëva  ist Jean-Pierres Krankenhausgeist! Sie geht Jean-Pierre buchstäblich auf den Geist. Sie betritt einfach sein Krankenzimmer und benutzt seinen PC! Die unförmige, Kaugummi kauende Mademoiselle treibt ihn fast in den Wahnsinn. Jean-Pierre holt sich; über die herzliche Krankenschwester Myriam, Informationen über das junge Mädchen...

Sein Bruder Hervé ist eigentlich genauso wortkarg wie er. Trotzdem besucht er Jean-Pierre  regelmäßig und versucht ihm eine Stütze zu sein.

Meine Meinung

Jean-Pierre gehört zu den Menschen, die egal wie schroff sie sind, eine Anziehungskraft auf andere Menschen ausüben. Maëva hat sich stets zu ihm hingezogen gefühlt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es ausschließlich der PC ist, der sie immer wieder in sein Krankenzimmer geführt hat.

Besonders schön fand ich, dass man aus Jean-Pierres Leben viel erfahren hat. Er hatte alle Zeit der Welt und nutzte diese, um mit einem Buch zu beginnen. Jean-Pierres Leben war nicht immer leicht, doch er ist seinen Weg gegangen. Er hat sich nie an Regeln und Verbote gehalten. Man nannte ihn den "Schrecklichen"! Seit seine Frau Anna gestorben war, hatte keine Beziehung mehr funktioniert. Von Kindern ist er "verschont" geblieben. Sie hätten ihn zu stark eingeengt.

Das Leben ist ein listiger Kater ist ein sehr warmherziges Buch. Ein Kater spielt in diesem Roman tatsächlich eine Rolle. Er ist Jean-Pierre zugelaufen und hat sich nicht mehr abwimmeln lassen. Jean-Pierre gab ihm den Namen "Lumpensack"! Er macht sich große Sorgen um Lumpensack! Seit seinem Unfall weiß er nicht, wo der Kater abgeblieben ist.......
Sämtliche schöne und lustige Sätze machen dieses Buch zu einem Lesegenuß der besonderen Art. Wenn ich mir vorstelle, ich würde in einem Krankenhausbett liegen und könnte mich kaum  bewegen, wird mir schlecht. Jean-Pierre ist ein richtiger Lebenskünstler, der alle Situationen mit einer Prise Humor würzt. Durch seine pflegeleichte Art war er beim Krankenhauspersonal sehr beliebt. Bei seiner Bewegungstherapie zeige er große Disziplin.
Die Briefe, die er sich mit seinem Jugendfreund Serge schreibt, sind einfach nur köstlich.



Sämtliche schöne und lustige Sätze machen dieses Buch zu einem Lesegenuß der besonderen Art.
Hier eine kleine Kostprobe: >> Manchmal verdrücke ich ein Tränchen. Das ist die Inkontinenz der Erinnerung, das Bettnässen der Gefühle.<<


Fazit

Der flüssige, teils poetische Schreibstil der Autorin, machen diese Geschichte zu etwas ganz Besonderen. Schon die ersten Sätze überzeugen. Die Protagonisten sind sehr gut beschrieben.
Jean-Pierre würde man am liebsten im Krankenhaus besuchen. Die Menschen, die er im Krankenhaus kennengelernt hat, passen zu ihm wie die Faust auf´s Auge. Das Ende war ganz nach meinem Geschmack. Es ist eine Geschichte, die sämtliche Emotionen beim Lesen auslöst. Dieses Buch sollte in keinem Bücherregal fehlen!

Ich weiß, dass es solche Menschen wirklich gibt. Mir sind welche begegnet.....

5 Sterne und eine absolute Empfehlung von mir!

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Ein herzliches Danke an den Atlantik-Verlag