Sonntag, Juni 01, 2014

Meine Rezension zu " Ich und die Menschen" von Matt Haig

                                                     Kurzbeschreibung

In einer regnerischen Freitagnacht wird Andrew Martin, Professor für Mathematik in Cambridge, aufgegriffen, als er nackt eine Autobahn entlangwandert. Professor Martin ist nicht mehr er selbst. Ein Wesen mit überlegener Intelligenz und von einem weit entfernten Stern hat von ihm Besitz ergriffen. Dieser neue Andrew ist nicht begeistert von seiner neuen Existenz. Er hat eine denkbar negative Meinung von den Menschen. Jeder weiß schließlich, dass sie zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz und Gewalttätigkeit neigen. Doch andererseits: Kann eine Lebensform, die Dinge wie Weißwein und Erdnussbutter erfunden hat, wirklich grundschlecht und böse sein? Und was sind das für seltsame Gefühle, die ihn überkommen, wenn er Debussy hört oder Isobel, der Frau des Professors, in die Augen blickt?

                                                     Über den Autor

Matt Haig, geboren 1975 in Sheffield, hat bereits einige Romane und Kinderbücher veröffentlicht, die mit verschiedenen literarischen Preisen ausgezeichnet und in über zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Er lebt in York und London.

Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423260149
ISBN-13: 978-3423260145
Originaltitel: The Humans
Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 3 cm

Hallo Mensch. Wie geht es dir? Du siehst gut aus. Trotz der Nase.
So beginnt diese Geschichte. Ich werde als "MENSCH" angesprochen. Das fand ich sehr schön. Ja, und das ich gut aussehe, trotz der Nase, war sehr beruhigend für mich. :-)))


Ein Vonnadorianer, Lebewesen von einem anderen Planeten, muss verhindern dass die Menschen durch mathematische Formeln einen großen Fortschritt machen.Menschen können doch damit nicht umgehen. Katastrophen sind vorprogrammiert.  Sie beseitigen den Mathematikprofessor Andrew Martin. Sein Körper wird von einem Vonnadorianer besetzt. Dieses intelligente Wesen weiß jedoch nichts von Kleidung. Findet es ganz normal im Adamsgewand durch die Gegend zu laufen. Als er die Universität in Cambridge erreicht wird er aufgegriffen, in die Irrenanstalt gesteckt. Die darf er aber bald schon wieder verlassen.
Daheim bei Frau und Kind merkt er bald dass die Ehe von Andrew und die Beziehung zu seinem Sohn, nicht zum Besten stehen.

Meine Meinung

Mit Mathematik habe ich eigentlich nichts am Hut. In dieser Geschichte hat sie mich aber nicht gestört.
Ich nenne jetzt das Wesen einfach mal Alien. Ist es ja auch für uns Menschen.
Alien ist schockiert von der Hässlichkeit der Menschen. Die Ausbuchtungen im Gesicht und in der Leibesmitte sind ihm ein Rätsel.
Mit was Mensch seine Zeit vergeudet kann er gar nicht fassen. Lesen zum Beispiel!!!
Erdenbewohner müssen sich tatsächlich hinsetzen und Wort für Wort lesen.Da sterben sie eh schon so schnell und dann vergeuden sie damit ihre Lebenszeit.
Moment mal...so schnell sterben wir auch wieder nicht! Ein paar Tausend Bücher schaffen wir! Außerdem mein lieber Alien, hättest nur vorher ein paar Bücher gelesen. Würdest dann nicht nackig in einem Bücherladen stehen und die Damenwelt zum Lachen bringen. Weißt schon, die Ausbuchtung in der Leibesmitte :-))) Aber ich seh schon, lieber Alien, aus dir wird nie ein Bücherjunkie! Oder doch?

Die wunderschönen Zitate und Sätze in diesem Buch sind Lesegenuss pur. Wie sich Alien langsam aber sicher an´s Mensch sein gewöhnt und seine kleine Familie lieben lernt, geht einem an´s Herz.
In dieser Geschichte bekommt Mensch einen Spiegel vorgehalten. Aus der Sicht einer höheren Intelligenz ist unser Tun und Handeln völlig absurd. Mit was wir uns das Leben schwer machen wird uns richtig vor Augen geführt. ( Lesen ausgenommen!!! Sag ich mal.....) Kriege kann sie nicht verstehen. Für Aliens sind wir kämpfende Idioten.
Jedoch schafft Mensch nicht nur die Natur zu ändern. Mit jedem Tag auf der Erde wird Alien mehr "MENSCH"! Er stell fest, Mensch sein hat auch Vorteile. Man fühlt! Lachen, weinen und die Liebe zu einem Hund! Auch Geschmack von Erdnussbutter und Wein machen das Erdendasein höchst erträglich. Ja, und die Menschen werden mit jedem Tag schöner. Und was sind denn das für Gefühle, die sich in der Leibesmitte bemerkbar machen? Nun, mein lieber Alien....du fängst an zu menscheln :-)Wenn da nur nicht seine Moderatoren wären die ihm Befehle erteilen........

Diese Geschichte enthält sehr viele Weisheiten. Wort für Wort habe ich sie, trotz beschränkter Lebenszeit, genossen.
Zitat aus dem Buch: " Das Glück existiert auf der anderen Seite des Leids.
Die 97 Ratschläge für einen Menschen haben es mir angetan. Hier zwei Kostproben davon:
" Es gibt nur ein Genre in der Literatur. Das Genre heißt* Buch*."
" Ein Paradox: Die Dinge, die nicht lebenswichtig sind - Bücher. Kunst, Wein und so weiter -, sind die Dinge die im leben wichtig sind."

Mit jedem Tag versteht Alien die Menschen besser. Wird er auf der Erde bleiben? Wird er die Anweisungen der Moderatoren befolgen?

Lasst es euch am besten selber von Alien erzählen. Ihm beim menschlicher werden zu begleiten dürfte für alle Bücherfreunde ein Genuss sein.
Ich habe gelesen, der Autor hatte Panikstörungen. Das menschliche Dasein fühlte sich damals für ihn fremd an. Dadurch entstand dieses Buch. Ich kann nur sagen, das ist der beste Beweis dass aus einer Krise Wunderbares entstehen kann.

Fazit

Ein wunderschönes Buch und ein Liebesbrief an die Spezies Mensch!

Ich vergebe menschliche 5 von 5 Sternen nach Vonnadorien