Sonntag, August 10, 2014

Meine Rezension zu "Himmelfahrt" von Richard Dübell



                                                      Biographie


Hallo (oder Grüß Gott, wenn Sie von südlich der Donau stammen)!

Mein Name ist Richard Dübell, und wie Sie schon aus meiner Begrüßung erahnt haben, stamme ich selbst aus den Gefilden südlich der Donau - genauer gesagt aus Niederbayern.

Mein Erstveröffentlichungstermin war im Jahr 1962, zunächst noch unter dem Titel "Wie halte ich meine Eltern möglichst lange durch anhaltendes Gebrüll wach?" Spätere Auflagen erschienen unter weiterführenden Titeln. "Wieso ist auf meiner Schultüte Schneewittchen, wenn die all die anderen Jungs Rennautos drauf haben?" sei erwähnt (in dieser Version ein Kurzdrama), oder auch "Ihr Junge hat keine Ahnung von Mathe!" (ein Theaterstück für zwei Eltern und einen Lehrer). Einer der wichtigsten Titel aus der Spätzeit dieser damaligen Periode lautete jedoch: "Herzlichen Glückwunsch zum ersten Preis bei unserem Kurzgeschichtenwettbewerb!" Er leitete die Eroberung eines völlig neuen Genres ein - das Leben als Autor.

Dieses Leben (und lassen Sie sich gesagt sein, es ist ein sehr schönes!) führe ich seit 1997 mit der Veröffentlichung meines ersten historischen Romans, eines mittelalterlichen Detektivkrimis: DER TUCHHÄNDLER. Er und alle meine anderen Mittelalterkrimis stehen in der Tradition der sogenannten "Schwarzen Serie", d.h. der Ermittler ist ein Mensch, der sich bei der Lösung des Falls persönlich in ihn verwickelt und aufgrund seiner festen Moralvorstellungen nur schwer mit seinen flexibleren Zeitgenossen zurechtkommt.

Mittlerweile habe ich vierzehn historische Romane geschrieben, die in insgesamt ebensoviele Sprachen auf der ganzen Welt übersetzt worden sind. Meine Geschichten - egal ob Krimis oder Abenteuerromane - orientieren sich sehr stark am filmischen Erzählen; die Story ist rasant und getrieben von der Wechselwirkung zwischen Handlung und Charakter. Was den historischen Aspekt angeht, recherchiere ich sehr eingehend und stets vor Ort, was sich mit meiner nebenberuflichen Leidenschaft, dem Reisen, gut vereinbaren lässt.

Meinen Platz hinter der Tastatur verlassen ich daneben auch sehr gerne für Lesungen und Schreibworkshops, die mich z.T. durch ganz Europa führen. Leider hat noch niemand einen wirklichen guten Begriff gefunden, mit dem man "Lesung" ersetzen könnte, denn tatsächlich versuche ich viel mehr als nur eine Autorenlesung anzubieten. Ich nehme meine Gäste mit Musik-, Geräusch- und Videoinstallationen mit in die Welt meiner Geschichten, und natürlich trete ich in einem authentisch nachgeschneiderten Kostüm auf. Da meine Romane in allen Epochen zwischen dem 12. und dem 17. Jahrhundert spielen, können Sie sich vorstellen, wieviele Kostüme mittlerweile in meinem Schrank hängen.

Es gibt Menschen, die behaupten, sie hätten mich auch schon außerhalber meiner Auftritte historisch gewandet durch die Stadt laufen sehen. Sie haben recht - mehrmals im Jahr biete ich in meiner Heimatstadt Landshut historische Fackelführungen für Erwachsene und Kinder an. Wer mich kennt, weiß, dass es dabei nur am Rand um trockene historische Zahlen geht: die vielen Anekdoten, Legenden und Stories rund um Landshut und seine achthundertjährige Geschichte sind viel spannender als blanke Daten.

Zwei Fortsetzungen gibt es mittlerweile auch von mir; sie laufen unter den Titeln "Sohn Nr. 1" und "Sohn Nr. 2" und machen den Herrn Papa sehr stolz. Meine Heimatstadt Landshut hat mir außerdem vor einigen Jahren als erstem Autor den Kulturpreis verliehen und die Jubiläumsfolge der "Landshuter Literaturtage" gewidmet.

Wenn Sie mich besuchen wollen - meine Bücher und mich finden Sie auch hier: www.duebell.de.

Bis bald!

                                                           Kurzbeschreibung

Himmelfahrt / Kommissar Bernward Bd.2

Kruzifix! Hauptkommissar Peter Bernward hat schlechte Laune: Ganz Landshut steht unter Wasser, und die Polizei ist im Dauereinsatz. Noch schlimmer ist aber, dass seine attraktive Kollegin Flora ihn mal wieder abserviert hat. Als dann auch noch die Leiche eines bekannten Bauunternehmers auftaucht, ist die Stimmung auf ihrem Tiefpunkt. Der Polizeichef greift durch und übergibt Flora den Fall. Aber das lässt ein Peter Bernward natürlich nicht auf sich sitzen. Er ermittelt auf eigene Faust und stößt auf einen alten Skandal, den so mancher Landshuter lieber vergessen hätte ... 



                                                          Meine Meinung

Richard Dübell war mir eigentlich nur durch seine historischen Romane bekannt. Der erste, den ich von ihm gelesen habe, war der Tuchhändler. Der Roman spielt in Landshut. Der Tuchhändler Peter Bernward hat auch in seinen Provinzkrimis eine große Rolle. Da gibt es seinen Nachkommen Hauptkommissar Peter Bernward. Die Idee, die Familie Bernward auch in aktuellen Geschichten weiter leben zu lassen, finde ich einfach nur genial. Den Sprung von anspruchsvollen historischen Romanen zu Krimis mit niederbayrischen Charme, hat der Autor spielend geschafft. Normalerweise fange ich bei Serien immer mit dem ersten Teil an. Da ich jedoch in Landshut lebe, das Hochwasser 2013 noch sehr genau vor Augen habe, war Himmelfahrt für mich erstmal interessanter. 
Flora Sander und Peter Bernward haben der Geschichte die richtige Würze verliehen. Flora hat Peter verlassen. Ein Urlaub, den Peter für sie beide gebucht hat, war der Auslöser. Ein lautstarker Streit zwischen Flora und Peter hat das ganze Präsidium unterhalten. Der Polizeichef Maier hat daraufhin eine weitere Zusammenarbeit der Beiden verboten. Peter fristet sein Dasein nun als Schreibtischtäter. Flora arbeitet mit der jungen, zielstrebigen Tanja zusammen. Doch, so leicht lässt sich Peter nicht abspeisen. Er ermittelt auf eigene Faust.....
Ehrlich gesagt konnte ich Flora nicht verstehen, da ich selber Überraschungen liebe. Peter hat mir richtig leid getan.Zu allem Unglück muss er auch noch mit ansehen, wie sich der Bauunternehmer Viktor von Closen und Flora ineinander verlieben. 

Viktor von Closen ist ein charmanter Mann. Peter muss langsam aber sicher erkennen, dass Closen keinen Dreck am Stecken hat. Im Gegenteil, Viktor kommt Peter zur Hilfe......

Tanja ist eine ehrgeizige Polizistin aus Straubing, die ein Geheimnis hat....

Sabrina Hauskeck ist eine begnadete Staatsanwältin. Der zweite Teil ihres Familiennamens macht Sabrina alle Ehre. Sie hat ein Auge auf Peter geworfen (oder zwei), versorgt ihn mit wichtigen Informationen. Mit einer Bluse, die viel zu viele Knöpfe offen hat, beugt sie sich zu Peter runter und bedient die Tastatur des PCs. Als Peter meint, es wäre ein Knopf zuviel offen, erwidert Sabrina keck: >>Nein, zuviele geschlossen!<<

Die Witwe des ermordeten Bauunternehmers ist alles andere als traurig. Was verbirgt sie?

Weitere Mordfälle erschüttern Landshut. Die Opfer stehen im Zusammenhang mit dem ermordeten Bauunternehmer.

Ich bin von diesem Krimi richtig überrascht. Lustige Passagen waren mir nicht unbekannt, da ich auf Dübells Lesung war. Aber diese Fingernägelknapperspannung hatte ich nicht erwartet. Ich wäre nie im Leben darauf gekommen wer für die Morde verantwortlich ist. Ein paar Stunden zu wenig Schlaf habe ich Himmelfahrt zu verdanken.  Der Spannungsbogen war zum Zerreißen gespannt. Ab dem zweiten Drittel konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen.

Das Cover, mit seiner Dorfkirche, Traktor und Feld verspricht einen ländlichen Krimi. LA hat jedoch noch wesentlich mehr zu bieten :-) Der bewölkte Himmel weist auf Regen hin. Überschwemmung spielt ja in der Geschichte eine sehr große Rolle.

Orte und Protagonisten wurden bildlich beschrieben. Alle hatten für mich ein deutliches Gesicht. Ihre Charaktere  gut herausgearbeitet.

Der Humor kam wahrlich nicht zu kurz. Ich habe oft Tränen gelacht.

                                                     Fazit

Spannung, Humor und Liebe sind in diesem Krimi gekonnt miteinander verwoben. Peter Bernward, ich werde deine Geschichten weiter verfolgen. Bin gespannt ob aus dir und Flora nochmal ein Pärchen wird.Ihr passt doch so gut zusammen! Einer rettet dem Anderen das Leben. Was will man mehr? Ja, und über Urlaub lässt sich reden und gemeinsam planen. Also, reißt euch zusammen!!!

Eine Empfehlung von mir und 5 Sterne. Mehr kann man leider nicht vergeben! Allerheiligen liegt schon auf meinem Nachttisch! 













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