Donnerstag, Juli 31, 2014

Meine Rezension zu "Roter Mond" von Benjamin Percy

Über den Autor

Benjamin Percy wuchs auf im tiefsten Oregon. Vor seinem Romandebüt „Wölfe der Nacht“ schrieb er zwei hochgelobte Erzählbände. Er lehrt Creative Writing an der Iowa State University.      

Pressestimmen

"‘Roter Mond‘ […] wagt sich auf erfrischend andere Weise an den altbekannten Werwolfmythos heran.
[…] Für sein Fantasy-Amerika schreibt Benjamin Percy entscheidende Begebenheiten der jüngsten amerikanischen Geschichte kurzerhand um, Realität und Fiktion liegen bei ihm aber dennoch nicht weit auseinander: Der Terror der Lykaner erinnert an die Ereignisse vom und nach dem 11. September, die rechten Politiker könnten der Tea-Party-Bewegung angehören, und die Werwölfe wirken wie die schwarze Bevölkerung während der Rassentrennung. […] Der Dozent für kreatives Schreiben beherrscht sein Handwerk, ‚Roter Mond‘ ist ein ungeheuer spannendes Fantasy-Debüt und fügt sich nahtlos ein in die Reihe hervorragender All-Age-Fantasy-Werke aus den USA. […] Wie gemacht für die nächste große Fantasy-Verfilmung." (Elena Gorgis, Deutschlandradio Kultur)

"Man kann ‚Roter Mond‘ als spannendes und recht brutales Fantasy-Abenteuer lesen, aber auch als kluge Polit-Parabel auf die USA nach den Terroranschlägen von 9/11. […] Spannendes Lesefutter ist ‚Roter Mond‘ allemal." (Uwe Badouin, Oberhessische Presse)

"Dank zahlreicher Protagonisten und Handlungsstränge ist das Buch mehr als eine typische Fantasygeschichte." (Bild Woche + Hörzu)

"Beeindruckender Roman jedenfalls. Und das mit Werwölfen! […] Benajmin Percy hat sein metaphorisches Szenario bewusst vieldeutig angelegt." (Standard.at)

"Bei Percy kommt neben all dem Wissen um innere wie auch gesellschaftliche Ambivalenzen eine Sprachmacht dazu, wie ich sie in solch erdiger und naturgewaltiger Brillanz schon Jahrzehnte nicht gelesen und geschmeckt habe. […] Ein Kinogefühl. Andauernd." (Alf Mayer, CULTurMAG)

"Ein wahrer Seitenkiller bis zum überwältigenden Schluss." (Tele & TV Star (CH))  

                                                           Kurzbeschreibung

Sie leben unter uns. Sie verwandeln sich. Sie kämpfen gegen ihre Unterdrücker – uns!

Als Regierungsagenten Claire Forresters Haustür eintreten und ihre Eltern ermorden, muss sie erkennen, dass sie und ihre Familie schon immer Ausgestoßene waren.

Chase Williams hat seinen Wählern versprochen, die USA vor Terror zu beschützen. Doch nun wird er selbst zu dem, was er zu vernichten geschworen hat.

Bis heute wird die Bedrohung durch Gesetze, Gewalt und Drogen in Schach gehalten. Doch die Nacht des Roten Mondes rückt näher, wenn die Welt für immer ihr Antlitz verändern wird – und die Schlacht um die Menschlichkeit beginnt …

Eine überzeugende Parabel auf die Welt, in der wir leben.


Meine Meinung

Dieses Buch hat mich von den Socken gehauen. Ist eigentlich nicht mein Genre. Eine Bücherfreundin hat es mir ans Herz gelegt. Na, und mit mir kann man reden ;-)

Die Stimmung, in diesem Buch, drückt durchgehend Verzweiflung, Düsterkeit und Hoffnungslosigkeit aus. Die Geschichte verliert nicht eine Sekunde an Tempo. Man steht als Leser ständig unter Strom.

Menschen die durch Prionen halb Wolf und halb Mensch sind.
Das Mädchen Claire dass ständig auf der Flucht ist und ihre unbeschwerte Zeit hinter sich lassen muss. Der Tod ihrer Eltern hat sie heimatlos gemacht. Sie findet ihre Tante und erfährt viel über ihre Eltern. Durch ihre Tante gewinnt sie Gefallen an der Verwandlung. Claire wollte sich normalerweise nie mit ihrem Doppelleben befassen. Ein halber Wolf sein...nein das wollte sie eigentlich nie....

Patrick sitzt in einem Flugzeug, in dem ein Lykaner Amok läuft. Der Wolfsmensch tötet alle Passagiere. Patrick versteckt sich unter einer Leiche. Er ist, außer dem Piloten, der einzig Überlebende.
Die Wege von Claire und Patrick kreuzen sich. Sie verlieben sich ineinander.
Patrick will in die Fußstapfen seines Vaters steigen und kämpft in der Republik gegen die Lykaner. Die Freundschaft zu Claire bekommt einen gewaltigen Riss.....

Politik wird in diesem Buch groß geschrieben. Einiges erinnert an den 11. September.
Auch Vorurteile sind in dieser Geschichte sehr gut spürbar.
Lykaner sind eigentlich friedliebende Menschen.  Sie führen ein ganz normales Leben. Sie sind infiziert mit diesen Prionen, die nur über Blutkontakt ansteckend sind. Wie bei Aids.
Nach dem Flugzeugattentat beginnt eine Jagd auf die Lykaner, wie sie brutaler nicht sein kann. Kaum einer merkt, dass die Wolfsmenschen genauso verzweifelt sind, wie alle Anderen.
Dies ist wieder mal so eine Buch, in dem der Spezies Mensch ein Spiegel vorgehalten wird.
Leider neigen wir zu Vorurteilen. Wegen einer Minderheit verurteilen wir oft ganze Völker. Doch, eigentlich sind wir immer von unseren eigenen Ängsten getrieben.

So auch in diesem Buch. Eine Szene mit einem Affen hat mich richtig fertig gemacht.
Besonders schlimm empfand ich diese Ungewissheit. Wem kann man trauen? Wer ist infiziert? Wo lauert die nächste Gefahr? Wird ein Gegenmittel die Menschheit von dieser Seuche befreien?
Wer wird diesen Krieg gewinnen? Und vor Allem....was ist der Preis dafür?

Fazit


Das hört sich jetzt widersprüchlich an, ist aber so. Ich war froh als ich das Buch beendet hatte. Fühlte mich
total fertig. Weitere 630 Seiten hätte ich gar nicht mehr durchgehalten. Ich habe mit den Protagonisten zu 100% mitgelitten. Ihre Verzweiflung ist auf mich übergesprungen. Die Finsternis war spürbar. Der Schreibstil hat es möglich gemacht. EIN HAMMERBUCH dass hält,
was es verspricht.

Als ich gestern Nacht aus dem Fenster sah...nein..kann das sein? Ich sah einen ROTEN MOND!!!

5 Sterne


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen